Das Gespenst von Canterville

Eine Gespenstergeschichte
 
 
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Ein alter Schlossgeist in der Sinnkrise: Die neue Eigentümer denken nicht mal daran, sich erschrecken zu lassen.Die lustigste Geistergeschichte der Weltliteratur.
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Kommentar zu "Das Gespenst von Canterville"

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    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    EmiliAna, 11.07.2019

    Mit "The Canterville Ghost" hat der exzentrische, für seinen scharfen Witz und Humor bekannte irische Autor und Ästhet Oscar Wilde im Jahre 1887 sein erstes erzählerisches Werk veröffentlicht, und zwar, wie vor gut 130 Jahren und auch noch lange danach durchaus üblich, zuerst in einer Zeitschrift, in seinem Falle in "The Court and Society Reviews".
    Längst ist die Geschichte zu einem Klassiker geworden, wurde in viele Sprachen übersetzt, mehrfach verfilmt und erfreut sich auch als Theaterstück unverminderter Beliebtheit. Doch so gut all diese Adaptionen auch sein mögen - an das Original, an das Buch, können sie niemals heranreichen, denn nur hier entfaltet sich Oscar Wildes ganzes Können, seine geschliffene Sprache, die den Leser immer wieder aufs Neue entzückt, sein Wortwitz, seine hintersinnige Ironie, die er in eine Geschichte gepackt hat, die so vergnüglich wie anrührend ist.
    Der sprachgewandte Perfektionist mit der untrüglichen Beobachtungsgabe, die er zu verbalisieren verstand wie kaum ein anderer damals und heute, hat mit seiner ersten Geschichte wahrlich einen unsterblichen Klassiker geschaffen, in dem bereits alle Elemente vorhanden waren, derer er sich in seinen weiteren Werken so meisterhaft zu bedienen verstand. Gesellschaftskritik war sein Ding, immer gekleidet in wunderschöne Worte, gespickt mit funkelndem Witz und geschliffener Ironie, pointiert und provokativ, zum Nachdenken anregend und gelegentlich durchaus verletzend.
    Nicht so jedoch in der reizenden Geschichte um einen britischen Geist, der 300 Jahre lang in Canterville Chase sein Unwesen getrieben und Bewohner und Gäste gleichermaßen erschreckt hat!
    Hier lässt Oscar Wilde auch ein weiteres seiner Themen einfließen, eines, mit dem es ihm sehr ernst ist und das niemals zum Ziel seines Spottes geworden ist, ein Thema auch, dessen er sich mit unvergleichlichem Bravour in seinen Märchen bedient, die für mich zu den schönsten ihrer Art gehören. Liebe ist das Thema, und Vergebung!
    Da wird der große Spötter und Dandy auf einmal ganz ernst, ganz eindringlich - und deshalb, vor allem deshalb, ist die Gesellschaftssatire um den Geist, der plötzlich die Welt nicht mehr versteht, gleichzeitig auch ein Plädoyer für Mitgefühl, für die Liebe, die alles überwindet, selbst den Tod!

    Unsre Geschichte beginnt mit der Ankunft des reichen amerikanischen Botschafters Hiram B. Otis und seiner Familie auf Canterville Chase, das er dem vorherigen Besitzer Lord Canterville abgekauft hat, trotz dessen Warnung, dass in dem Schloss ein Geist umgeht, der alle Bewohner das Fürchten gelehrt und schon so manchen in den Wahnsinn oder gar in den Tod getrieben hat. Doch der unerschrockene Amerikaner ist vollkommen unempfänglich für alles Übernatürliche! Schließlich kommt er aus einem modernen, aufstrebenden Land des technischen Fortschritts, in dem kein Platz ist für den dekadenten Aberglauben der alten Welt, sprich Europas.
    Dass er sehr bald tatsächlich Bekanntschaft macht mit dem berüchtigten Sir Simon, der seinerzeit seine Frau ins Jenseits befördert hat, bringt ihn zwar zum Eingeständnis des Vorhandenseins übersinnlicher Phänomene, doch geht er damit souverän und auf seine praktische Art um: er bietet ihm Hilfsmittel zum Ölen seiner quietschenden Ketten an, ignoriert ihn im übrigen weitgehend und zeigt nicht die geringste Furcht. Seine drei Söhne versteigen sich sogar darin, den Geist vertreiben zu wollen, drehen den Spieß um und spielen ihm allerhand recht groben Schabernack - wobei doch das Gegenteil der Fall sein sollte!
    Sir Simon, nicht gerade ein Ausbund an Nettigkeit und gewiss niemand, der Sympathie erwecken könnte, kann einem beinahe leid tun! Was er auch unternimmt, um die Otis-Familie zu verschrecken - er ist ihnen offensichtlich nicht gewachsen.
    Als er, mutlos und verzagt, kurz davor steht aufzugeben und seinerseits das Weite zu suchen, begegnet er der Tochter der Familie, der jungen Virginia, die ganz anders ist als ihre Brüder, die Mitgefühl mit Sir Simon zeigt anstatt ihn zu verspotten und ihm übel mitzuspielen. Sie spürt die tiefe Traurigkeit, die von dem Gespenst ausgeht, versteht seine Sehnsucht und ist bereit ihm zu helfen, es von seinem Fluch zu erlösen und den Frieden finden zu lassen, den es seit dreihundert Jahren vergeblich sucht - auch wenn das bedeutet, dass sie sich mit Sir Simon dafür auf einen gefährlichen Weg begeben muss, auf dem sie Dinge sehen wird, die ihr die tiefsten und dunkelsten Abgründe zeigen.
    Sie allein ist es, die Sir Simon retten kann, denn sie ist das goldblonde Mädchen aus der alten Weissagung, das für ihn, der keine Tränen mehr hat, weint, das für ihn betet um Vergebung, das schließlich den dürren Mandelbaum wieder zum Blühen bringt. Und ja - dank Virginia wird dem Gespenst, das seine Schandtaten ehrlich bereut, Vergebung zuteil und es kann an dem Ort ruhen, nach dem sein Herz sich sehnt, unter schattigen Bäumen im Garten des Todes.
    Virginia wird dafür reich belohnt, aber wichtiger als all der Schmuck und die Juwelen ist die Erkenntnis, die sie gewonnen hat; sie weiß jetzt, was das Leben ist und was der Tod bedeutet und warum die Liebe stärker ist als beide. Aber das ist ein Geheimnis, das sie nicht einmal dem jungen Herzog anvertraut, der sie liebt und den sie am Ende der Geschichte heiratet...

    Ja, da ist sie, die weiche Seite des berühmten Spötters und Lebemannes Oscar Wilde, der selbst so ein unverdient trauriges Ende nahm, gescheitert an den ihm völlig fremden Moralvorstellungen einer bigotten Gesellschaft, und es ist genau die Seite, die man in allen seinen Werken spürt, mal mehr, mal weniger stark. Und das ist es auch, maße ich mir zu urteilen an, was ihm und seinem trotz seines frühen Todes umfangreichen Opus Unsterblichkeit garantiert!

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    janein

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