Der dunkle Bote

Ein Fall für August Emmerich - Kriminalroman. Nominiert für den Crime Cologne Award 2019 (Shortlist)
 
 
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Grausam zugerichtete Leichen, ein Mörder, der alte Verbrechen sühnt und ein Kommissar, für den es um alles geht ...

Wien im November 1920: Ein unerwarteter Kälteeinbruch hat die Ernten vernichtet, jeder dritte Mann ist arbeitslos, und das organisierte...
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Grausam zugerichtete Leichen, ein Mörder, der alte Verbrechen sühnt und ein Kommissar, für den es um alles geht ...

Wien im November 1920: Ein unerwarteter Kälteeinbruch hat die Ernten vernichtet, jeder dritte Mann ist arbeitslos, und das organisierte...

Kommentare zu "Der dunkle Bote"

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Alle Kommentare
  • 5 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    leseratte1310, 14.06.2019

    Die Not in Wien nimmt immer mehr zu und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, ist es im November 1920 auch noch besonders kalt. Emmerich ist immer noch auf der Suche nach Luise, denn er befürchtet das Schlimmste. Luise war davon ausgegangen, dass ihr Mann im Krieg gefallen ist, aber dann stand er plötzlich vor der Tür, und kurz darauf ist er mit ihr und den Kindern spurlos verschwunden. Dann werden Emmerich und Winter zu einem sonderbaren Leichenfund gerufen. Der Mann ist mit einer Eisschicht umgeben und ihm fehlt die Zunge. Die taucht mit einer kryptischen Nachricht bei der Reporterin Alma Lehner auf. Doch schon bald taucht wieder ein Toter ohne Zunge auf.
    Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die Autorin schafft es, die düstere Atmosphäre im damaligen Wien gut und sehr authentisch darzustellen. Es gibt einige wenige Menschen, die weiterhin im Luxus leben, den meisten fehlt das Nötigste zum Leben. Gute Zeiten für Schleichhändler und Valutenschlepper. Außerdem treiben die Platten in Wien ihr Unwesen und treten ziemlich dreist auf. Daneben aber gibt es unterschiedliche Gruppenmit unterschiedlichen politischen Ansichten, aber auch solche, die einfach nur ihren persönlichen Vorteil im Auge haben.
    »Am dunkelsten ist es immer vor der Dämmerung«, sagte der Mann. »Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen.« (Kapitel 49)
    Die besseren Zeiten sind allerdings nicht in Sicht.
    Emmerich hat Angst um Luise, denn er weiß, wie gewalttätig Xaver ist. Er sollte sich aber auch um sein eigenes Wohlergehen kümmern, denn Xaver hat einen Hass auf Emmerich und er will Rache. Während sich Luise nur um ihre Kinder sorgt, schmiedet Xaver perfide Pläne.
    Dann müssen ja auch noch die Morde aufgeklärt werden. Um den bösen Kräften Einhalt zu gebieten, muss sich Emmerich auf Händel einlassen, die ihm eigentlich nicht gefallen. Obendrein machen die Kollegen Brühl und Szepanek Emmerich das Leben schwer. Dagegen sind die Damen von der „Hühnerarmee“ oft sehr hilfreich, was aber nicht so recht anerkannt wird.
    August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter sind ein unschlagbares Team. Emmerich kennt die Schattenseiten des Lebens sehr gut. Mir gefällt es, wie respektlos er manchmal auftritt. Winter scheint sich unter Emmerichs Fittichen sehr gut zu entwickeln. Obwohl Emmerichs alter Gefährte Veit Kolja ein gefährlicher Mann ist, ist er mir nicht unsympathisch. Aber auch Alma Lehner mochte ich. Hoffentlich taucht sie in einem Folgeband wieder auf.
    Das Ende ist etwas anders als ich erwartet hatte, aber sehr stimmig.
    Dieser historische Krimi ist informativ, unterhaltsam und sehr spannend. Empfehlenswert!

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    janein
  • 5 Sterne

    5 von 10 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Gertie G., 13.06.2019

    Alex Beer entführt uns in die junge Republik Österreich. Die Menschen hungern und frieren, die Spanische Grippe hat Millionen Todesopfer gekostet und die Kriminalität steigt unaufhörlich. Kaum ist eine Platte (=Bande) dingfest gemacht, so wachsen zwei neue nach. In diesem Umfeld müssen sich August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter zu allem Überfluss um ein ordentliches Büro mit einem Kollegn-Duo matchen: Wer mehr Fälle aufklärt, bekommt das Büro.

    Zusätzlich belastet August das Verschwinden von Luise und ihren Kindern. Axel Koch, ihr lange tot geglaubter und plötzlich wieder aufgetauchter Ehemann hat Frau und Kinder entführt, und Emmerich Rache geschworen.

    Dann geschehen mehrere Morde, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und die Ermittler sind ein wenig abgelenkt. Ist die junge in Sachen Frauenrechte engagierte Journalistin Alma Lehner in die Todesfälle verwickelt? Die Spur führt ins nichts, als eine weitere übel zugerichtete Leiche gefunden wird.

    Veit Kolja, eine Figur aus dem ersten Teil („Der zweite Reiter“), den August Emmerich für immer hinter sich gelassen geglaubt hat, erscheint wieder auf der Bildfläche. Diesmal will er helfen und verrät, wo Axel Koch seine Familie versteckt hat und, was der Unterweltler vorhat, doch nicht ohne Emmerich vor der Brutalität seines Widersachers zu warnen.

    Meine Meinung:

    „Es geht ihm nicht gut, dem müden, wunden Wien“, stellt August Emmerich fest und meint damit auch sich selbst. Er ist ebenfalls müde und verwundet. Er vermisst Luise und die Kinder, die er als „seine Familie“ bezeichnet.

    Die Autorin legt gekonnt mehrere Spuren, die Emmerich weiterbringen, aber auch in die Sackgasse führen. Sehr gut gefällt mir, dass den Frauen im Polizeipräsidium eine große Rolle eingeräumt wird. Ohne die „Hühnerarmee“ geht so gut wie gar nichts. Bei der ersten Nennung des Begriffs musste ich schlucken - wie abwertend. Doch die Damen arbeiten effizient, im Untergrund und das im Schutze des unterschätzt Werdens. Das Netzwerk inklusive Flurfunk (in Österreich „Buschtrommeln“ genannt) ist engmaschig.

    Auch die Rolle von Alma Lehner ist gut angelegt. Ein bisschen ähnelt sie August Emmerich. Sie hat Ecken und Kanten, lässt sich nicht einschüchtern und will das Leid vor allem von Frauen lindern. Ihre Arbeit erledigt sie recht unkonventionell. Ob sich da in einem neuen Band etwas mit Emmerich anbahnen könnte?

    In August Emmerichs Privatleben spitzt sich Lage immer mehr zu. Der Showdown ist berührend wie beklemmend.

    Ich habe mich in das Wien von 1920 zurückversetzt gefühlt. Den erwähnte Münstedt Kino Palast habe ich selbst noch besucht. Das Kino wurde 1984 endgültig geschlossen. Einige der Tschocherl (kleine Branntweinstuben), in denen man an illegalen Glücksspielen teilnehmen konnte, haben recht lange überlebt.

    Fazit:

    Ein atmosphärischer Krimi, der die Zustände der jungen Republik Österreich im Jahre 1920 perfekt wiedergibt. Ich gebe hier 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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    janein

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