Die Seele des Westens

Wie Europa schöpferisch bleibt: Die Bibel als Brücke zwischen Wahrheit und Toleranz
 
 
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Die Bibel als Ferment zwischen Wahrheit und Toleranz

"Das Buch der Mitte" war sagenhaft erfolgreich und ist zum theologischen Klassiker geworden. Sieben Auflagen in vier Jahren. Vishal Mangalwadi zeichnete uns die große Linie einer Kulturgeschichte der...
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"Das Buch der Mitte" war sagenhaft erfolgreich und ist zum theologischen Klassiker geworden. Sieben Auflagen in vier Jahren. Vishal Mangalwadi zeichnete uns die große Linie einer Kulturgeschichte der...

Kommentar zu "Die Seele des Westens"

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    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Karl A., 26.11.2019

    Mit diesem Buch hat Mangalwadi zu einer umfassenden Analyse des Westens angesetzt. Wie wurde Europa führend in Wirtschaft, Demokratie, Literatur, Religionsfreiheit und Menschenrechten? Und warum sind wir drauf und dran, diese Führungsrolle wieder zu verlieren? Er ist der tiefen Überzeugung, dass alles mit der Bibel und ihren Werten steht und fällt. Der in Indien aufgewachsene Wissenschaftler ist sehr kompetent, das Christentum mit den anderen grossen Weltreligionen zu vergleichen. Dabei ist er zur Überzeugung gelangt, dass keine von den asiatischen Religionen dem christlichen Glauben Paroli bieten kann. Nicht Vorurteile brachten ihn zu diesem Ergebnis, sondern umfangreiche Studien und Vergleiche. Er belegt die Resultate seiner Forschung mit überraschenden Belegen aus den letzten 2000 Jahren.
    Mangalwadis Überzeugung für den einmaligen Wert der Bibel als Gottes persönliche Mitteilung ist beeindruckend. Alles, was Europa früher so stark gemacht hatte, führt er auf dieses Buch zurück. Bibelübersetzungen zum Beispiel schufen die Alltagssprachen von heute und verschafften den einfachen Leuten die Möglichkeit, die Bibel selber zu studieren – damals revolutionär.
    Auch das Ja zur Arbeit entnahmen die Mönche in den Klöstern aus der Bibel. Gott als "Arbeiter" (in der Schöpfung) war ihre Vorlage. "Wer nicht arbeitet, soll auch nichts essen", ermahnte Paulus die Gemeinden. Deshalb verdiente man auch in den Klöstern den Lebensunterhalt selber (Landwirtschaft, Ausbildung der kommenden Generation) – im Gegensatz zu buddhistischen Mönchen, die nur meditieren und das Essen durch Betteln "verdienen". Die Reformatoren haben diese Arbeitsmentalität, die in den Klöstern geübt wurde, unters Volk gebracht und damit die Arbeitsethik geschaffen, die heute noch prägend ist.
    Ein Glanzstück ist für mich der Abschnitt mit Katharina von Bora als Geschäftsführerin eines vielseitigen Familienunternehmens. Als ehemalige Nonne hatte sie im Kloster das Handwerk gelernt. Als Luthers Frau machte sie das frühere Kloster von Wittenberg zum ersten Pfarrhaus Europas. Es war nicht nur Studentenwohnheim mit Cafeteria. Ihre private Stube wurde Abend für Abend zum Seminarraum, wo Luther seine berühmten Tischreden hielt. Die Studenten schrieben eifrig mit und verbreiteten die neuen Lehre. Weil es in der Stadt kaum sauberes Trinkwasser gab, baute Katharina Luther eine eigene Bierbrauerei auf. Luthers Bibelauslegung begründete – in Kombination mit seiner cleveren Frau als Geschäftsführerin – den Geist des europäischen Kapitalismus. Hochinteressant, das berühmte Ehepaar einmal aus dieser Perspektive zu betrachten.
    Mangalwadis Schlussfolgerungen aus seinen Recherchen können sich sehen lassen. Nur: Dass es dem Westen schlecht geht, weiss man zur Genüge. Die Schäden werden immer deutlicher sichtbar, "Die Seele des Westens" bestätigt dies eindrücklich. Aber was macht man angesichts der Tatsache, dass sich Europa in einer Sackgasse befindet? Dieses Buch bringt die christliche Gemeinde nicht wieder auf die Beine. Wo müssen wir ansetzen, damit die Bibel wieder die durchschlagende Wirkung entfaltet wie in der Reformationszeit? Uns fehlen die Pioniere früherer Jahrhunderte mit ihren überzeugenden Argumenten. Aus dieser Optik ist für mich das Buch eine Enttäuschung. Vielleicht habe ich vom Verfasser zuviel erwartet. Die Europäer müssen ihre Probleme schon selber lösen und können sie nicht an einen indischen Wissenschaftler delegieren.

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    janein

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