Die Spionin, Paulo Coelho

Die Spionin

Paulo Coelho

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Das Leben der unvergleichlichen Mata Hari - vom einfachen Mädchen aus der Provinz zu einer der beeindruckendsten Frauen der Geschichte.

Was für ein Mensch steckt hinter diesem schillernden Mythos? Paulo Coelho...

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    30 von 43 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    sommerlese, 17.11.2016

    Wer war Margaretha Zelle alias Mata Hari oder auch H21? Hinter dieser aufreizenden Tänzerin verbirgt sich bis heute eine geheimnisvolle Person, die immer noch Rätsel aufgibt.

    "Denn das habe ich immer gesucht: die Freiheit. Ich habe nicht die Liebe gesucht. Denn die Liebe kommt und geht – und ich habe ihretwegen Dinge getan, die ich nicht hätte tun sollen, und mich an Orte begeben, die ich besser gemieden hätte." Zitat Seite 99

    Coelho schaut hinter die Fassade und zeigt sowohl die Verführerin und Mätresse als auch eine Frau, die sich nach Unabhängigkeit, Ansehen und Erfolg sehnt und als Doppelagentin verschrien war.

    Mata Hari war eine schillernde Femme fatale, die sich gern mit einflussreichen Menschen einließ. Sie wollte im Rampenlicht stehen und gefeiert werden. Wie schmal der Grat zwischen Bewunderung ihrer Tanzkünste und der Ausnutzung ihrer damaligen Schönheit war, wird im Buch nur allzu deutlich.
    Coelho lässt im Buch Mata Hari aus dem französischen Gefängnis "Saint-Lazare" einen fiktiven Brief an ihren Anwalt schreiben. Darin hofft sie auf die Begnadigung ihrer Strafe, die als Todesurteil ausgelegt wurde.
    Durch ihre Erzählung bekommt man einen wagen Eindruck ihres Wirkens und ihrer Lebensstationen und wird mitgenommen zum vollstreckten Urteil. Ein grausiges Empfinden macht sich breit.
    Denn diese Frau war im Sinne der Anklage unschuldig, so viel steht fest. Sie war zu ihrer Zeit sicher nicht allein mit ihren Sehnsüchten nach einem selbstbestimmten Leben, aber sie hat es geschafft, sich gegen die Konventionen ihrer Zeit aufzulehnen. Als Showtänzerin berühmt geworden, ahlte sie sich im Kreis ihrer Bewunderer und ließ sich aushalten, doch später, mit abnehmender Atraktivität wurden ihr ihre Bekanntschaften zum Verhängnis. Als ein Minister politische Erfolge braucht, klagt er sie als gefährliche Spionin an und ihre ehemaligen Bewunderer schweigen.
    Auch wenn ich Anteil nehme am tragischen Schicksal dieser Frau, so kommt sie mir nicht unbedingt nahe. Auch die Lobhymne auf sie als eine der ersten Feministinnen, kann ich nicht nachvollziehen. Der Ruhm als Glamourgirl, das Zeigen von nackten Tatsachen in der Öffentlichkeit und ihre Notwendigkeit als Mätresse ihr Geld zu verdienen, machen sie in meinen Augen noch lange nicht zu einer selbstbewussten Frau. Ganz im Gegenteil, sie spielte die Rolle, die die Männer von ihr erwarteten, sie gab sich gegen Bezahlung hin.

    Im Nachwort erklärt Coelho, die Geschichte beruhe auf wahren Begebenheiten, es sei jedoch keine Biographie. Das ist schade, denn es sind nur einzelne Stationen, die hier gezeigt werden. Wer sich für diese Person wirklich interessiert, muss sich an die im Nachwort erwähnten Bücher halten.

    Auch wenn Coelho in diesem Buch wieder seinem guten Ruf als sprachbewandter Schriftsteller gerecht wird, lässt mich dieses Buch nicht zufrieden zurück. Er schaut hinter die Kulissen der Mata Hari und spielt mit seinen Lebensweisheiten, die er wie gewohnt in die Handlung einfliessen lässt. Doch das erscheint mir zu wenig, denn hier wird mit diversen Leerseiten und Zusatzmaterial in Form eines abgedruckten Briefes oder Zeitungsartikeln, sowie Fotos der Diva das Buch aufgefüllt. Hier beschleicht mich der Verdacht, dass der Autor mit seinem guten Namen und der sagenumwitterten Person Mata Haris Geld machen will. Unter den gegebenen Umständen sind 20,- Euro für dieses Büchlein schon eine Stange Geld.


    Dieses Buch kann man gut lesen, es erhellt die Person Mata Hari ein wenig und zeigt ein tragischen Schicksal seiner Zeit und Lebensart.

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    janein
  • 5 Sterne

    31 von 50 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Jennifer H., 12.11.2016

    aktualisiert am 18.11.2016

    Der letzte Roman von Paulo Coelho, den ich wirklich klasse fand, war "Der Alchimist". Die danach folgenden Romane entsprachen nicht so ganz meinem Geschmack bzw. wirkten inhaltlich und sprachlich dünner.

    Mit seinem neuestem Werk "Die Spionin" konnte mich der Altmeister der atmosphärisch gelungenen Erzählung hingegen wieder vollends überzeugen. Das 192-seitige Porträt über Mata Hari (1876- 1917), einstige Skandaltänzerin und Spionin, liest sich schnell und mit Gewinn. Vor der Lektüre hatte ich nur eine vage Vorstellung von der Person Mata Hari, die aus den Niederlanden stammte und eigentlich Margaretha Zelle hieß. Dies änderte sich allerdings mit diesem Roman. Besonders gefiel mir hierbei Coelhos Herangehensweise an die Thematik. In Form eines fiktiven Abschiedsbriefs lässt er die einstige Femme fatale selbst über ihr Leben und Wirken berichten.

    Mata Haris Leben kennzeichnen allerlei Brüche. Im Jugendalter wird sie vom Schuldirektor missbraucht, dann heiratet sie einen trinkenden und untreuen Offizier aus Niederländisch-Ostindien, den sie später samt ihrer Tochter verlässt, um in den damaligen Metropolen Europas (Paris, Berlin, Madrid etc.) als Showtänzerin aufzutreten. Die emanzipierte, attraktive Frau hat wechselnde, einflussreiche Liebschaften, aus denen sie Kapital, aber keine "echte" Liebe schlägt. Umgeben von kostbarem Schmuck und Kleidern lebt sie ein Leben auf der Überholspur, bis der Erste Weltkrieg ihre Engagements als Tänzerin abflauen lässt und sie zum Ziel verschiedener Geheimdienste wird. Sie wird zur Doppelagentin gemacht und bald darauf vermutlich unschuldig 1917 in Vincennes (Paris) hingerichtet.

    Ihre tragische Geschichte sowie ihre skandalöse Karriere rührt den Leser an. Sie verstieß um die Jahrhundertwende gegen viele gängige Konventionen und wurde von Mächtigen dafür verehrt. Den Fakt, dass sie damit auch ein Stück weit ihre Seele verkauft hat, spart Coelho bei seinen Schilderungen nicht aus.

    "Und genau das war ich, eine Spielerin. Eine Spielerin, deren Ziel im Spiel la vraie vie war. Jeder Augenblick des Lichts und jeder Augenblick der Finsternis waren für mich ein und dasselbe." (S. 125)

    Der Text des Autors bekommt durch die eingefügten
    Originalquellen und Fotos zudem einen authentischen Anstrich.
    Gegen Ende des Romans verwundert der Erzählerwechsel - von Mata Hari auf ihren Anwalt - kurzfristig, ergibt aber in Hinblick auf die Aufklärung von Mata Haris diffiziler Verurteilung durchaus Sinn.

    FAZIT
    Ein durch und durch mitreißender Roman über eine Ausnahmekünstlerin und -frau ihrer Zeit. Das ist ein "Coelho" nach Maß, ohne die üblichen, überbordenden Esoterikexkurse.

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    janein
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