Eine Melange für den Schah

Kriminalroman

Sabina Naber

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Wien, Februar 1965. Die Stadt fiebert der Ankunft des persischen Schahs entgegen, doch Chefermittler Wilhelm Fodor beschäftigt eine Mordserie an Mitgliedern einer linken Studentengruppierung. Eskaliert hier ein Streit mit nationalsozialistischen...

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Kommentare zu "Eine Melange für den Schah"

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  • 5 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Caren L., 31.03.2019

    aktualisiert am 06.04.2019

    Mörderjagd im Wien der 60er Jahre

    Inhalt:
    Kommissar Wilhelm Fodor und seine Mit-Ermittler werden mit mehreren Mordfällen konfrontiert. Augenscheinlich hängen sie alle zusammen. Aber wo ist das Motiv zu finden? Im politischen oder eher doch im privaten Bereich? Die Beamten ermitteln in alle Richtungen. Hat der Besuch des Schahs etwas mit den Morden zu tun?

    Meine Meinung:
    Sabine Naber entführt uns in das Wien der 1960er Jahre. Immer wieder war ich erstaunt, was es damals alles noch nicht gab. Anstatt Handys gab es Viertelanschlüsse am Festnetz. Fernsehen war längst nicht in jedem Haushalt vertreten und die Programmauswahl war eher bescheiden. NIcht jeder hatte eine Auto. Die Liste könnte man ewig fortsetzen. Von der Mode ganz zu schwiegen..... Was allerdings noch weit verbreitet war, war das nationalsozialistische Gedankengut. Der Krieg ist noch nicht allzulange her, die Folgen sind noch deutlich zu spüren.
    Eine Gruppe junger Männer des VSStÖ (Verband Sozialistischer Studenten in Österreich) steht im Mittelpunkt des Geschehens. Sie werden der Reihe nach ermordet. Bei Nachfragen im persönlichen Umfeld der Opfer stoßen die Ermitlter auf Lügen oder eine Mauer des Schweigens.
    Die Möderjagd ist spannend und abwechslungsreich. Der Leser wird verwirrt und auf falsche Fährten gelockt, bis zum (überraschenden!) Ende war ich völlig ahnungslos, was Täter und Motiv angeht.
    Die Ermittler sind keine knallharten Kops ohne menschliche Züge, im Gegneteil! Sie haben Schwächen, sind nur allzu menschlich. Das macht sie sympathisch und glaubwürdig.
    Die Autorin erzählt die Geschichte mit dem typischen Wiener Charme und Humor. Die besondere Würze waren für mich die vielen österreichischen mundartlichen Ausdrücke. Sie haben mich in meine Kindheit zurückversetzt, die ich in diesem Umfeld verbracht habe.

    Fazit:
    Ein absolut lesenswerter Krimi! Hoffentlich lesen wir bald mehr von Fodor und Co.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Gaby2707, 01.04.2019

    Von diesem Ermittlertrio hätte ich gerne mehr

    Sabina Naber nimmt mich diesmal mit zurück ins Jahr 1965. Es ist Februar, eine klirrende Kälte hat Wien im Griff und alles erwartet die Ankunft des Schah von Persien.
    Chefermittler Wilhelm Fodor und seine Assistenten Wilhelm Lukaschek und Siegfried Fischer schlagen sich derweil mit einer Mordserie an Mitgliedern einer linken Studentenvereinigung VSStÖ herum. Sind die Morde politisch motiviert und haben mit dem Schahbesuch zu tun? Oder geht es hier um etwas ganz anderes? Die Ermittlungen gestalten sich schwierig und bei der Kälte kommen auch die Ermittler schnell an ihre Grenzen.

    Ich hatte bei diesem ersten Fall von Fodor, Lukaschek und Fischer ganz viel kriminellen Spaß. Zum einen finde ich die Zusammensetzung der Ermittlergruppe einfach genial. Der etwas kauzige, wie aus dem gestern stammende Fodor, der immer noch stark rechts denkende und mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg haltende Fischer und Lukaschek, der genau dazwischen passt. Ich habe es genossen, die Drei langsam immer näher kennenlernen zu dürfen.

    Ich habe auch in diesem Fall versucht mit zu ermitteln, war mir immer mal wieder sicher, auf der richtigen Spur zu sein, die sich aber dann doch als nichtig rausgestellt hat. Es war spannend mitzulesen, wie sich die Ermittler ganz langsam an den Mörder herantasteten – den ich so nicht auf meiner Liste stehen hatte.

    Ich liebe den leichten lockeren Schreibstil von Sabina Naber, gespickt mit interessanten Dialogen, einem Quäntchen Humor, und ganz viel Wissen die damalige Zeit betreffend. Die vielschichtige Gesellschaft der 60er Jahre wird einprägsam, gut nachvollziehbar und treffend beschrieben.Da ich mich an vieles aus der Zeit noch gut erinnern kann, war es für mich wie ein zurückkommen in meine Kindheit und Jugend. Ich habe mich in dieser Zeit im Buch sehr wohl gefühlt. Und ich habe vor Augen geführt bekommen, was sich seitdem alles verändert hat.

    Es ist nicht nur ein spannender Kriminalfall, den ich hier zusammen mit mir neuen Protagonisten habe lösen dürfen. Es ist auch ein interessanter Rückblick auf eine Zeit, in der ich zur Schule gegangen bin. Vielleicht war ich gerade deshalb auch gleich „zuhause“ in dieser Zeit.

    Nun hoffe ich, dass sich viele Leser finden, die das Trio genau so lieben lernen, wie ich und dass es weitergehen wird, mit neuen Kriminalfällen, in einem Jahrzehnt in dem ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe.

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    janein
  • 4 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    ysa, 25.03.2019

    Kommissar Fodor und seine Assistenten werden im Wien des Jahres 1965 mit mehreren Morden an Mitgliedern einer linken Studentengruppe konfrontiert. Ein politisches Motiv? Oder ist der Mörder doch im privaten Umfeld zu suchen? Und welche Rolle spielt der Besuch des Schahs in Österreich?

    Es wurde eine sehr spannende und abwechslungsreiche Mörderjagd und ich gebe gerne zu, dass ich bis zum Schluss völlig ahnungslos war, was den Täter angeht. Die Autorin versteht es, den Leser immer wieder auf falsche Spuren zu führen und zu verwirren. Die Ermittler selber sind keineswegs coole Superhelden, sie haben Ecken und Kanten und an vielen Aussagen merkt man deutlich, dass sie Kinder ihrer Zeit sind.

    Der Stil ist sehr angenehm zu lesen. Mit typisch wienerischem Witz und Charme zeichnet Sabina Naber nämlich einüberaus interessantes Bild der 60iger Jahre: bunte Mode und lange Haare waren in Wiens Straßen keineswegs üblich, sondern eher ein Skandal. Geraucht wurde immer und überall, Handys gab es noch keine – beim Telefon musste man sich mit einem Viertelanschluss begnügen, im Radio hörte man Beatles oder Drafi Deutscher und Fernsehprogramm gab es noch lange nicht rund um die Uhr. Nationalistisches Gedankengut war allerdings noch immer weit verbreitet und im Alltag durchaus toleriert, die Gleichberechtigung der Frau noch weit, weit entfernt. Es ist nicht immer ein angenehmes Bild, das die Autorin uns präsentiert – die 60iger Jahre sind in vielen Bereichen ein unbekanntes Jahrzehnt! Also Zeitgeschichte in einen spannenden Krimi verpackt.

    Fazit: ein lesenswerter Krimi mit Tiefgang und viel historischen Informationen und ich hoffe, bald wieder von diesem Ermittlerteam zu lesen!

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    janein

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