Er ging voraus nach Lhasa

Peter Aufschnaiter. Die Biographie

Nicholas Mailänder

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Der Kopf und die treibende Kraft hinter "Sieben Jahre in Tibet"

Es gehört zu den großen Epen der Moderne: Das Abenteuer der beiden österreichischen Bergsteiger, die im Jahr 1944 aus einem Gefangenenlager im Norden Indiens fliehen, die...

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    Peter Krackowizer, 24.06.2019

    Ausgezeichnetes Zeitdokument zum besseren Verständnis von Tibet, Nepal und Aufschnaiter

    Der Autor bringt über weite Teile des Buches Originalauszüge aus den Tagebüchern von Aufschnaiter und verbindet diese, wo notwendig, mit Erklärungen und Ergänzungen. So taucht der Leser unmittelbar in die Erlebnisse und Gefühle Aufschnaiters ein, wenngleich es manche Sätze gibt, die Rätsel aufgeben (weil der Zusammenhang fehlt). Aber jedes Kapitel bietet eine Fülle von Fußnoten zu Quellen und Hinweisen. Zum Unterschied zu Heinrich Harrers Buch beschreibt Aufschnaiter das Erlebte und Gesehene sachlicher. Dabei fällt besonders auf, dass er durchwegs alle Orte, Berge und Personen mit den tibetischen Namen und Bezeichnungen in seinem Tagebuch festhält. Aufschnaiter hatte an der Universität Landwirtschaft studiert und hält auch aus diesem Blickwinkel immer wieder Gesehenes fest. Nach seiner Flucht vor den Chinesen blieb Aufschnaiter bis zu seinem Tod in Nepal, wo für die FAO der Vereinten Nationen tätig war.

    Über seinen ersten Lebensabschnitt als Student, Bergsteiger und „linientreuer“ Nationalsozialist handelt der erste Teil des Buches (fünf Kapitel, 100 Seiten) und es werden verschiedenen Expeditionen in den Himalaya so beschrieben, dass der Leser eine Vorstellung über die Strapazen und Entbehrungen dieser Bergtouren erhält.

    Noch während sich Aufschnaiter und Harrer auf ihrer Rückreise nach Europa in Indien befanden, brach der Zweite Weltkrieg aus. Die britischen Kolonialherren in Indien internierten alle Deutschen. Das Buch beschreibt in diesem Teil das Lagerleben und die Fluchtversuche von Aufschnaiter. Der Zweite gelang. Aufschnaiter und seine drei Begleiter, die zeitweise getrennt unterwegs waren, erreichten Tibet. Auf 60 Seiten, nun auf der Basis von Tagebucheintragungen, wird dieser Lebensabschnitt beschrieben.

    Nachdem Aufschnaiter 1952 Tibet schweren Herzens verlassen hatte, konnte er aufgrund seiner langjährigen guten Beziehungen zu britischen Beamten, die trotz seiner Flucht bestehen blieben, Anstellungen in Nepal, dann in Indien und später wieder in Nepal erhalten. Auf 100 Seiten berichtet das Buch über diese interessante Zeit aus dem Leben Aufschnaiters, in der er u. a. für die Briten kartografierte und das Königreich Mustang erforschte.

    1958, nach über 20 Jahren, reiste Aufschnaiter erstmals in seine Heimat. Nach einem Verzicht auf die österreichische Staatsbürgerschaft zugunsten der nepalesischen (die er für seine Arbeit in Nepal benötigte), erlangte er sie, kurz vor seinem Tod, 1970, neuerlich. Zu diesem Zeitpunkt hatte er Harrer schon einige Male wiedergesehen und wurde erst spät mit ihm per-du. Aber das Verhältnis blieb aufgrund des Buches und der Vorträge von Harrer, bei denen und deren finanziellen Erfolge sich Aufschnaiter ausgeschlossen fühlte, angespannt. Noch kurz vor seinem Tod besuchte Harrer auf Anraten alter Bergkameraden, in der Hoffnung auf Versöhnung, Aufschnaiter im Innsbrucker Krankenhaus. Den mitgebrachten Blumenstrauß warf Aufschnaiter von sich und drehte sich zur Wand.

    Am Ende des Buches gibt es eine Zeittafel zu Peter Aufschnaiters Leben, einen aufschlussreichen Beitrag über den Staat Tibet und den Tibetischen Buddhismus im Überblick. Nach einem Literatur- und Quellenverzeichnis hilft ein Personenverzeichnis bei der Suche im Buch. Auf der Rückseite des Umschlages befindet sich eine farbige Karte Südtibets und Nordnepals auf der die Routen von Aufschnaiter 1944 bis 1946 und 1951 bis 1952 eingezeichnet sind.

    Das Buch ist eine sehr umfassende Biografie einer stets im Schatten von Harrer gestandenen Persönlichkeit. Für mich ist sie eine doch etwas andere Darstellung der Ereignisse in Tibet im Vergleich zu Harrers Buch. Das Buch schildert von Personen über Rituale und dörflichem Leben bis hin zu politischen Entwicklungen in Tibet und Nepal nicht nur das Leben des österreichischen Bergsteigers. Es ist ein ausgezeichnetes Zeitdokument über einen abgelegenen Winkel der Welt, das zum besseren Verständnis von Tibet, Nepal, Aufschnaiter und sein Wesen beiträgt.

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    janein

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