Staunen - Die Wunder im Alltag entdecken

 
 
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Anselm Grün geht es in diesem Buch zur Lebenskunst darum, dass die Menschen das Staunen wieder lernen. Das heißt, dass sie die alltäglichen Dinge und Beschäftigungen, dass sie das scheinbar Selbstverständliche - wie Beziehungen zu anderen oder den Umgang...
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Anselm Grün geht es in diesem Buch zur Lebenskunst darum, dass die Menschen das Staunen wieder lernen. Das heißt, dass sie die alltäglichen Dinge und Beschäftigungen, dass sie das scheinbar Selbstverständliche - wie Beziehungen zu anderen oder den Umgang...

Kommentar zu "Staunen - Die Wunder im Alltag entdecken"

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    Johann P., 20.12.2018

    „Staunen nur kann ich und staunend mich freu´n“, heißt es in einem Kirchenlied.
    Zum Staunen über die Wunder des Alltags will uns der Autor befähigen. Das wird dem einen oder dem anderen mehr oder weniger gelingen.
    Achtsam soll man sein, auch im Tun des alltäglichen Lebens. Aber braucht man für diese Dinge dann nicht viel mehr Zeit? Das macht nichts? O doch, nicht nur dass Zeit (angeblich) Geld ist; es hieße auch, früher aufzustehen, in Gemeinschaft immer der Letzte zu sein etc. So wird man überlegen müssen, was man mit Bedacht tun kann und was man zügig erledigen muss.
    Wenn es Anselm Grün als Ritual ansieht, einen Raum zu betreten und auf sich wirken zu lassen, dann sich erst der Person zuzuwenden deretwegen man dort ist, dann wird man dies vielleicht einem Ordensmann zugestehen, nicht aber einem Laien.

    Nicht, dass ich sein Buch nur kritisieren wollte. Besonders gefällt mir, wie der Autor den Tod in das Leben integriert (Seite 68ff). Er ist der Ansicht, nur wer sich seines Sterbens bewusst sei, werde auch intensiv leben. Und intensives Leben bewahre auch vor der Todesangst als Ausdruck der Furcht, noch gar nicht gelebt zu haben. Und: „Ungelebtes Leben kann man nicht loslassen.“ Beides gehöre zum Menschen: „Ja sagen zum Leben und bereit zu sein, loszulassen und zu sterben.“ Diese Begrenzung des Lebens „macht uns keine Angst. Sie ist vielmehr eine Einladung, jetzt im Augenblick zu leben… Nur wer sich seines Sterbens bewusst ist, wird intensiv leben.“

    Anselm Grün geht in der Regel davon aus, dass der Leser noch im Berufsleben steht, für ältere Menschen hat er an und für sich andere Bücher geschrieben. Das bedeutet jedoch nicht, dass man nicht in jedem Alter „[d]ie Wunder im Alltag entdecken“ kann – und das „Staunen“. Für den Älteren besteht kaum die Gefahr, dass er in die Arbeit „hineinstolpern“ (98) könnte. Aber grundsätzlich sind die Ausführungen, die das Berufsleben betreffen, hochinteressant.

    Es gibt aber nicht nur die Berufsarbeit, sondern es gibt Verpflichtungen wie z.B. das Bügeln und anderes einfaches Tun, das zur Meditation werden und uns innerlich zur Ruhe bringen kann (107ff).

    Beim Versuch, die Wunder im Alltag zu entdecken, kommen wir auch mit Gott in Berührung, und das geschieht nicht nur zu dessen Ehre, sondern unser Schöpfer steht uns auch im Alltag bei; im Fallenlassen „in Gottes liebende Arme“ werden wir ruhig, fühlen uns geborgen und erfahren erquickenden Schlaf (120ff, 159f).

    Etwas zwiespältig sind die Ausführungen des Autors und eines zitierten anderen über das Atmen. Anselm Grün betont, dass der Atem „auch ein Instrument der Verwandlung“ sei und dass man, um ruhig zu werden „bewusst ruhig atmen“ und bei Kritik „erst einmal durchatmen“ sollte (126). Gleich darauf zitiert er Karlfried Graf Dürckheim: „Es geht nicht darum, den Atem künstlich zu verändern… Wenn Menschen auch noch das Atmen kontrollieren wollen, verfälschen sie die Bedeutung des Atems. Denn darin geht es um das Geschehenlassen und nicht um das Machen“ (127).
    Wie dem auch sei; der Leser hat die Wahl.

    Im Unterschied zum Leser dieses Buches schreibt der Mönch, wenn er ein Buch lese, dann lese er aber nicht, um neue Informationen zu bekommen, nicht, um sein Wissen zu vermehren. „Ich lese, um an der Welt anderer teilzuhaben und mich dabei selbst auf neue Weise zu erleben und zu spüren“ (144).
    Wenn ich Anselm Grüns Buch lese, so lese ich schon, um neue Informationen zu bekommen, um die Wunder des Alltags zu entdecken, freilich kann ich damit an der Welt des Autors teilhaben und mich dabei selbst auf neue Weise erleben und spüren.

    In der Schönheit der Welt ist Gott als das Urschöne zu schauen. Äußerlich sind aber manche Menschen gar nicht schön; die innerliche Schönheit ist nicht gleich sichtbar. Ich stimme daher mit Anselm Grün nicht überein, der schreibt: „Hässlich erscheint mir nur der, den ich hasse“ und „Schauen und Schönheit gehören zusammen“ (156). In diesem Kapitel geht es um den Gesichtssinn; trotzdem hat der Mönch hier mit „Schauen“ offenbar etwas anderes gemeint.

    „Mitten in einer Stadt eine Kirche zu haben, in die wir uns hineinsetzen und deren Schönheit wir bestaunen können, ist eine Wohltat, die über Jahrtausende hinweg die Menschen erreicht“ hat (157). Es ist offenbar die Kriminalität aus den offenen Grenzen im Osten, die es anscheinend notwendig macht, Kirchentore zu versperren. In der katholischen Pfarrkirche unserer Bezirkshauptstadt ist nur eine Seitentür offen. Durch diese gelangt man in einen Nebenraum, von dem man durch Gitter in einen Teil des Hauptschiffes schauen kann; da kann man „deren Schönheit“ nicht „bestaunen“; man sieht auch nicht zum Hochaltar mit dem Allerheiligsten.

    Wir dürfen „in der Eucharistie im Wein die menschgewordene Liebe Gottes trinken und uns davon durchdringen lassen“ (175). Mit „wir“ meint Grün freilich nur die Geistlichkeit. In der katholischen Kirche, und der gehört wohl Grün an, muss sich das Volk mit dem Brot (182ff) zufriedengeben.

    Dem Brot widmet der Autor auch ein eigenes Kapitel. Er schreibt u.a.: „Und wenn ich das Brot langsam kaue, dann schmecke ich all die Liebe, die in dieses Brot hineingeströmt ist“ (184). In das industriell oder in Großbäckereien hergestellte Brot ist wohl kaum Liebe hineingeströmt, vielleicht aber in dieses, das in kleineren Betrieben gebacken wird, so diese überlebt haben.

    Negative Emotionen tauchen lt. Anselm Grün in jedem von uns auf. „Das können wir gar nicht verhindern“ (186). Oder doch?! Wenn wir uns achtsam an den Tisch setzen und all die heilsamen Bilder, die uns die Bibel und die geistliche Tradition vom Tisch überliefern, bedenken,
    „[d]ann werden negative Emotionen gar nicht hochkommen“ (187).

    Wir erfahren auch, wie wir, in einem Sessel sitzend, entspannen, loslassen und Gottes Gegenwart fühlen können (191f).

    Zum Umgang des Autors mit Glaubenszweifeln möchte ich Folgendes ergänzen: Das, was Anselm Grün darlegt, geht vom Gefühl aus; das ist ja auch sehr wichtig. Ich aber wollte die Wahrheit des Glaubens auch belegt haben; zum einen Teil geschah das durch religiöse Literatur – wenn es um „Beweise“ (Indizien) geht, darf sie sogar evangelikal sein – , zum anderen durch eigene Überlegungen. Dazu zwei Beispiele:
    1. Das „Ärgernis des Kreuzes“ spricht meiner Meinung nach für dessen Wahrheit. Kein Mensch hätte so ein „Geschichterl“ erfunden von einem Gott, der es zulässt, dass Menschen, seine Geschöpfe, Gottes Sohn töten, noch dazu auf so grausame Weise.
    2. Wenn Jesu Auferstehung ein Betrug seiner Jünger gewesen wäre, hätten diese nicht Marter und Tod auf sich genommen; die Mehrzahl von den Zwölfen (für Judas fand sich ein Ersatz) wurden ihres Glaubens wegen getötet.

    Zum Abschluss will ich hier noch einen Überblick über die Kapitel des Buches geben:

    Einleitung
    1. Alles hat seine Zeit. Alles hat seinen Ort
    2. Alles hat Bedeutung: Vom Alltag als Achtsamkeitsübung
    3. Vom Wunderbaren im Selbstverständlichen – Was Sinn im Leben gibt
    4. Vom Glanz der Dinge – Neuer Blick auf das Gewöhnliche
    5. Vom Zauber der Natur – Eingebunden in etwas Größeres
    6. Vom Reichtum der Beziehung – In Verbundenheit mit anderen
    Gegenwärtig sein. Einfach leben
    Ausklang

    Fazit: (Alles in allem:) Sehr empfehlenswert

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    janein

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