Ab heute heiße ich Margo (eBook / ePub)

Roman

Cora Stephan

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4.5 Sterne
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Die Geschichte zweier starker Frauen und eines ganzen Jahrhunderts Stendal in den Dreißigerjahren: Hier kreuzen sich die Wege von Margo und Helene. Margo ist Lehrling in der Buchhaltung, Helene Fotografin. Sie lieben denselben Mann, werden durch...
Ab heute heiße ich Margo, Cora Stephan

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  • 5 Sterne

    9 von 10 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    , 03.03.2016

    Als Buch bewertet

    Cora Stephans "Ab heute heiße ich Margo" ist eine fulminante Familiensaga in den deutschen Jahren 1936 bis 2000. Mitreißend beschreibt die Autorin das Schicksal ihrer Hauptfiguren vor dem geschichtlichen Hintergrund der wechselhaften Geschichte ihres Landes. Sie lässt dabei weder die historischen Details noch die dramatischen Lebensgeschichten ihrer Protagonisten Überhand nehmen. Beides ist gleichwertig spannend und mitreißend erzählt. Zudem sind viele Details akribisch recherchiert, so dass der Leser einen absoluten Mehrwert durch den Roman erhält. Die 640 Seiten des Buches sind schnell gelesen, da sich die Autorin eines erfreulich leichten Schreibstils bedient, den man auf Grund der Themen auch wirklich gebrauchen kann. Die Geschichte Deutschlands ist ungeschönt und ohne aufbauschende Emotionalität geschildert. Durch pragmatische, klare Zustandsbeschreibungen ist das Grauen seiner Zeit fast greifbar und doch unfassbar. Mich hat die Geschichte Margos und ihrer Zeitgenossen sehr mitgenommen, im besten Sinne des Wortes. Möchte man dennoch kritische Worte finden, so hätte ich mir auch das letzte Kapitel, die Jahre 1989 bis 2000 etwas intensiver dargestellt gewünscht. Ich habe das Gefühl, dass die Autorin hier weniger ins Detail der Historie eingeht, da wir Leser die Zeit sehr wohl selbst erinnern. Ansonsten ein wunderbarer Roman, den ich unbedingt weiterempfehlen möchte!

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
  • 4 Sterne

    7 von 10 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    , 10.03.2016

    Als Buch bewertet

    Ab heute heiße ich Margo, von Cora Stepan

    Cover:
    Passt super zu dem Buch, genau so stelle ich mir Margo (in einer Szene im Buch) vor.

    Inhalt:
    Deutschland von 1936 bis 2000.
    Zwei junge Frauen (Margo und Helene) begegnen sich in Stendal (unweit von Berlin) in den Dreißigerjahren. Sie verlieben sich in denselben Mann, werden durch den Krieg und die deutsche Teilung getrennt und bleiben doch miteinander verbunden.
    Die Grausamkeit des Kriegs, vor allem am Schluss das Schicksal der Frauen und Flüchtlinge, dann der Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder, sowie dann die Wende und die Öffnung der DDR werden sehr gut beschreiben.

    Meine Meinung:
    Das Buch ist in drei Teile eingeteilt.

    Der erste Teil hat mich unglaublich in seinen Bann gezogen, ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen.
    Es wird geschildet wie Margo in den Krieg hineinwächst, Stück für Stück und irgendwie bemerkt sie es gar nicht. Sie wird eine sehr starke und lebenshungrige Frau, der ihre Selbständigkeit das wichtigste ist.
    Hier wird es dann auch herzzerreißend emotional als sie am Ende auf der Flucht ist. Es ist unvorstellbar was die Menschen sich gegenseitig angetan haben und was manche erdulden und durchstehen mussten.

    Beim nächsten Teil, dem Wiederaufbau, waren mir persönlich zu viele wirtschaftliche Einzelheiten zum Aufbau „Der Firma“ geschildert, da bin ich einige Male „geistig ausgestiegen“. Während Margo im Westen ihren Platz sucht und immer weiter aufsteigt, arrangiert sich Helene im Osten und findet auch Mittel und Wege um aufzusteigen. Auch hier scheint es als ob die Menschen am Anfang gar nicht merken auf was sie sich einlassen.

    Dann beim letzten Teil gibt es sehr viele tragische Wendungen und Todesfälle.
    Für mich ist einiges nicht nachvollziehbar und nicht ganz geklärt, ich hab irgendwie beim Lesen einige Fragezeichen in meinem Kopf.
    Es tut mir auch irgendwie weh, dass die Geheimnisse, die ich als Leser ja kenne und von denen ich weiß, den Protagonisten nicht mehr bekannt werden.

    Trotz dieser kleinen Mankos (die im Lesefluss manchmal gar nicht so auffielen) ist das Buch wirklich bemerkenswert (gerade durch seinen sehr einprägsamen Schreibstiel).

    Autorin:
    Cora Stephan ist seit mehr als dreißig Jahren freie Autorin und schreibt Essays, Kritiken, Kolumnen und Bücher.

    Mein Fazit:
    Ein Epos über 70 Jahre deutscher Geschichte, erzählt über das Schicksal zweier Frauen, das der „Zufall“ gelenkt hat?
    Von mir sehr gute 4 Sterne.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
  • 5 Sterne

    5 von 8 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    , 18.04.2016

    Als Buch bewertet

    Der Autorin gelingt hier ein besonders vielschichtiger und authentischer Roman über eine Zeit, die in Europa tiefe Wunden hinterlassen hat. Exemplarisch für Millionen Menschen stellt sie hier mehrere Familien und Einzelpersonen in den Vordergrund, die sich in der Zeit von 1936 bis 2000 auf unterschiedlichen und trotzdem verwobenen Wegen ihr Leben bestreiten. Der Leser begleitet Margo (die eigentlich Margarete heißt) bei den wichtigsten Stationen ihres Lebens: Eine Lehre im Fotoladen ihres Heimatortes Stendal, die erste Liebe, Krieg und Hochzeit, und all die folgenden Wirrungen, die den Menschen gegen Ende des Krieges widerfahren und die durch die Teilung Berlins für die im Osten lebenden nicht besser werden.
    Unermesslich muss der Schmerz sein, der Margo und ihre Verwandten und Bekannten immer wieder einholt und vielleicht ist gerade das ein Faktor, warum dieser Roman auch heutzutage fasziniert und tief berührt. Weil wir heute uns eben nicht mehr vorstellen können, Stoff für Essen eintauschen zu müssen, über uns Kriegsflieger zu hören oder sich in seinem eigenen Heim (wenn man denn eines hatte) vor niemandem sicher zu fühlen.
    Die Abschnitte im Buch werden abwechselnd aus der Sicht der wichtigsten Personen erzählt: Margo, Helene, Alard und zum Ende noch Margos Enkelin. Oft sind die Abschnitte voneinander unabhängig, da sich auch die Leben der drei getrennt haben, doch die wenigen Überschneidungen, die es gibt, sind von so elementarer Bedeutung, dass sie dadurch auch aus allen Perspektiven beleuchtet werden können. Vieles, was der Leser aus den Abschnitten herausliest, erschließt sich den Protagonisten oft erst nach und nach und es macht einen Teil der Spannung aus, sie dabei zu beobachten, was sie fühlen, als sie die Zusammenhänge verstehen und wie sie darauf reagieren.
    Zu Beginn sind Alard, Margo und Helene eher lose miteinander bekannt, die beiden Frauen arbeiten beide im Fotoladen und fühlen sich zu Alard hingezogen. Aus diesen Bekanntschaften lässt Cora Stephan im Lauf der Zeit intensive, fast voneinander abhängige Beziehungen entstehen, bildet ein mitunter fatales Dreiecksgespann, das schlussendlich nicht nur das Leben der drei, sondern auch das ihrer Bekannten und Verwandten gefährdet.
    Ein wenig schade fand ich, dass nicht Margo diesen Roman mit einer ihrer Tagebucheintragungen beendet, das hätte gut gepasst, ist sie doch auch die erste Person, die man hier kennenlernt. Dadurch gibt es noch eine Art „Abspann“, der für mich fast schon eine eigene Geschichte ergibt und somit hat man das Gefühl, dass es noch weitergehen hätte können.

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    janein
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