Gundermann (DVD)

Für Hörgeschädigte geeignet. 123 Min.
 
 
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GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß....
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GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß....

Kommentar zu "Gundermann"

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    4 von 7 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    MaRe, 10.05.2019

    „Gundermann“ des deutschen Regisseurs Andreas Dresen (Jahrgang 1963, u.a. „Halbe Treppe“ - 2002, „Willenbrock“ -nach dem gleichnamigen Roman von Christoph Hein- und „Sommer vorm Balkon“ - beide 2005, „Halt auf freier Strecke“ - 2011, „Als wir träumten“ - 2015) befasst sich, Film-Biografie, Heimat-, Liebesgeschichte und Musikfilm zugleich, episodisch mit dem widersprüchlichen Charakter und Leben des vor allem im Osten Deutschlands als „der singende Baggerfahrer aus der Lausitz“ bekannten und populären deutschen Liedermachers Gerhard Rüdiger Gundermann (* 21. Februar 1955 in Weimar; † 21. Juni 1998 in Spreetal, Sachsen), genannt „Gundi“.

    Das Drehbuch steuerte Laila Stieler unter Mitwirkung von Gundermanns Witwe Conny Gundermann bei. Mit sechs Auszeichnungen (darunter als „Bester Spielfilm“, für die „Beste Regie“ und für den „Besten Hauptdarsteller“) war „Gundermann“ beim Deutschen Filmpreis 2019 der erfolgreichste Wettbewerbsbeitrag.

    Nach der Wende, Anfang der 1990er-Jahre, als „Gundi“ (Alexander Scheer) sich als Musiker neu aufstellen will, wird er unvermittelt daran erinnert, zu DDR-Zeiten „IM“ („Informeller Mitarbeiter“) „bei der Firma“, dem Ministerium für Staatssicherheit, also ein „Stasi-Spitzel“, gewesen zu sein. Mittels Rückblenden in die 1970er-Jahre erfährt der Zuschauer mehr über Gundermanns Leben in der Deutschen Demokratischen Republik, seine Persönlichkeit, seine Art, seine generelle Einstellung und Lebensweise sowie seine Haltung zur Arbeit und zum real existierenden Sozialismus, seine Liebe zur Musik und Conny (Andrea Unterberger, u.a. „Vielen Dank für Nichts“ - 2013, „Die Toten von Salzburg“- seit 2018) und wie es passieren konnte, dass der Arbeiter mit dem „Vorzeigeklassenbewusstsein“, das „Sprachrohr“ für die Kollegen und DDR-Bürger, der Mann, der wegen „prinzipieller Eigenwilligkeit“ und oft „unerwünschter eigener Meinung“ regelmäßig mit der Obrigkeit aneinandergeriet, Mitbürger auskundschaftete, anschwärzte, gar verriet, ihnen schadete.

    Der melancholisch-lakonisch-unsentimentale Tonfall, der diesen unaufgeregten, in braunen und grauen Farben gehaltenen Film bestimmt, wird durch die vielen Lieder vorgegeben, die Alexander Scheer übrigens selbst eingesungen und auf der Gitarre eingespielt hat (käuflich erwerbbar auf einer CD mit dem Titel „Gundermann – die Musik zum Film“ mit zwei Bonustracks -„Männer und Frauen“ sowie „Hochzeitslied“- bei Buschfunk erschienen). In einer sehr eigenwillig formulierten Sprache, die Schlichtheit mit schmerzlicher Poesie mischt, handeln sie vom (Arbeits)Alltag im Braunkohletagebau und der Natur, von Herkunft und Heimat, Zukunftsängsten und Ausbeutung (des Menschen und der Umwelt).

    Wie Alexander Scheer (u.a. Dieter Degowski in „Gladbeck“, Friedrich Nietzsche in „Lou Andreas-Salomé“) mit auffällig großer, nicht rutschfester Brille auf der Nase, zu weiten Hemden am Leib sowie typischer Frisur und ein wenig ungelenken Bewegungen „Gundi“ gibt als eckigen, wilden, ehrlichen, unbedarft scheinenden und doch tatsächlich sehr umsichtigen und informierten Menschen, der auf unbekümmerte Weise und von seiner Sache überzeugt unverblümt offen und direkt seine „kritische“ Meinung ausspricht, ist so grandios, voller Gefühl und Zartheit und gleichzeitig von kraftvoller Körperlichkeit, dass man meint, den Original-Gundermann vor sich zu haben! Für seine Darstellung wurde Scheer verdientermaßen ausgezeichnet, denn er verschmilzt praktisch mit seiner Figur!

    Resümee: „Gundermann“ ist ein deutsch-deutsches Geschichtsdrama über ein Dilemma, das sich um die Bedeutung von Freundschaft, Verlässlichkeit und Verrat, „Sachzwängen“, Überzeugungen und Verdrängung dreht, und ein sensibel und differenziert durchdachtes (siehe beiliegendes umfangreiches Booklet), vielschichtiges, aufschlussreiches Porträt über einen eigenständig denkenden und dadurch immer wieder aneckenden, interessanten, weil ambivalenten Mann. Dresen schildert, erläutert, wertet, ohne zu urteilen oder zu verurteilen und arbeitet heraus, dass der Mensch und das Leben komplex und kompliziert sind und man beidem nicht mit Schwarz-Weiß-Denken, einfachen Antworten oder simplen Lösungen beikommen kann. Das ist so ein-, aber unaufdringlich und ergreifend, mit garantierten Gänsehautmomenten gemacht, dass ich diesen Film wärmstens weiterempfehle!

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    janein

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