Anne Bancroft

Lasziv, elegant, sarkastisch und herrisch, schrieb sie sich als die den College-Boy Dustin Hoffman verführende Mrs. Robinson 1967 in Mike Nichols' "Die Reifeprüfung" in die Film- und Musikgeschichte der populären Kultur ein. Davor hatte die 1931 als Tochter italienischer Einwanderer geborene Anne Bancroft (eig. Anna Maria Louisa Italiano) in den 50ern in Western ("Draußen wartet der Tod"), Nachzüglern des Film noir ("Wenn die Nacht anbricht") und Melodramen ("Das Mädchen mit den schwarzen Strümpfen") gespielt. Als blinde und taubstumme Helen Keller in Arthur Penns "Licht im Dunkel" gelang ihr 1962 der Durchbruch und sie erhielt dafür den "Oscar". Seitdem trat sie als neurotische Ehefrau in "Schlafzimmerstreit" (Darstellerpreis in Cannes) und als Suizidgefährdete in "Stimme am Telefon" auf. Bancroft, die auch in Komödien ("Sein oder Nichtsein", an der Seite ihres zweiten Ehemannes, des Regisseurs Mel Brooks) auftrat und am Theater arbeitet, besitzt eine außergewöhnliche große Rollenpräsenz, die ihre Auftritte zu Ereignissen macht, z.B. im fulminanten Schauspielerduell mit Shirley MacLaine in dem Tanzdrama "Am Wendepunkt". In tragenden Nebenrollen war sie als Oberin eines Klosters ("Agnes - Engel im Feuer") intrigante Senatorin ("Die Akte Jane") oder Gwyneth Paltrows Schicksal lenkende, alte Südstaatenschönheit mit Make-up wie Ackerfurchen in der Charles-Dickens-Verfilmung "Große Erwartungen" zu sehen. Mit ihren beiden Filmregiearbeiten hatte sie wenig Resonanz.

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