Vanessa Redgrave

Die englische Schauspielerin Vanessa Redgrave wechselt in ihrer Arbeit regelmäßig zwischen Theater und Film und ist auch durch ihre politischen Aktionen bekannt. So engagierte sie sich für die Sache der Palästinenser und kritisierte 1978 während ihrer Dankesrede für den "Oscar" (als beste Nebendarstellerin in "Julia") die Libanon-Politik Israels. Gegen den Protest jüdischer Gruppen spielte sie 1980 die KZ-Überlebende Fania Fenelon in dem TV-Film "Spiel um Zeit".

Redgrave begann ihre Filmkarriere mit der Rolle einer Marxisten-Gattin in "Protest" und war die geheimnisvolle Fremde in Michelangelo Antonionis Kultfilm "Blow Up". Sie trat wahlweise im Musical ("Camelot"), als Tänzerin ("Isadora"), in Ken Russells Skandalfilm "Die Teufel" oder in Theaterverfilmungen ("Die Troerinnen") und Krimis ("Mord im Orient-Express") auf. Seit Anfang der 80er-Jahre sieht man Redgrave in Kostümfilmen ("Die Damen aus Boston", "Wiedersehen in Howards End"), wo sie Damen der höheren Gesellschaft mit der typisch britischen Überheblichkeit, aber auch Einfühlung und melancholischem Verständnis spielte. Sie verkörperte Figuren sexueller Grenzüberschreitung ("Die Ballade vom Traurigen Café") und tritt auch im Fernsehen auf ("Emmy"-Auszeichnung). Ihre beste Filmrolle war die der einsamen Lehrerin in David Hares "Wetherby", der Mitte der 80er-Jahre zu jenen Filmen gehörte, die die neue Weltgeltung des britischen Films wesentlich mitbestimmten.

Redgrave schrieb 1991 ihre von politischem Engagement getragenen Memoiren. Sie ist die Tochter des Schauspielers Michael Redgrave, die Schwester der Schauspielerin Lynn Redgrave und die Mutter der Schauspielerinnen Joely Richardson und Natasha Richardson, beide aus ihrer Ehe mit dem Regisseur Tony Richardson. Redgrave lebt mit dem vier Jahre jüngeren Franco Nero (Sohn Carlo) zusammen.

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