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  • 5 Sterne

    88 von 116 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Martina W., 30.08.2019

    Als eBook bewertet

    Die Geschichte hat mich vom ersten Satz an gepackt!
    Stilistisch knüpft die Autorin an ihr Buch „Mondscheintarif“ an – das finde ich großartig.
    Sie kann einfach so fabelhaft formulieren – witzig, und doch nicht aufgesetzt komisch, es wirkt so spontan – ganz große Klasse!
    Inhaltlich ist es sehr zu Herzen gehend. Situationen, die wir so oder so ähnlich alle kennen und durchstehen müssen. Die Charaktere sind durchweg nahbar und realistisch – und die Handlung ist sehr spannend.
    Ich habe das Hörbuch gehört, gelesen von Nina Petri – und in den meisten Teilen von Ildiko von Kürthy selbst – und das macht es noch mal authentischer; als würde mir eine gute Freundin ihre Geschichte erzählen.
    Das war großer Genuß!

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  • 5 Sterne

    123 von 166 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Judith K., 19.08.2019

    Als Buch bewertet

    Die Zeit
    Sie rennt, sie ist unaufhaltsam, sie kommt und sie vergeht. Selten bleibt sie stehen. Höchstens, wenn mal etwas Schreckliches passiert ist. Dann hat man, für Sekunden, das Gefühl sie würde es, aber der Zeiger dreht sich weiter. Genauso wie das Leben immer weiter geht und so werden wir alle älter.
    Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich als 10jährige meinem Vater erzählt: „Der Opa da, der hat mich ausgeschimpft.“ Der Opa da, war vielleicht mal gerade 30 und unser Nachbar. So ein Griesgram, aber noch so jung! Die Zeiten ändern sich und mit ihnen das Empfinden. Heute bin ich fünfzig und blicke, inspiriert durch das neue Buch von Ildikó von Kürthy auf meine eigene Jugend zurück und musste deswegen auch an diese kleine, lustige Anekdote denken.
    Hier geht es um Judith, die bald ihren fünfzigsten Geburtstag feiern wird. Die Kinder sind inzwischen erwachsen. Ihr Mann ist mehr ein guter Freund. Die ersten Wehwehchen, die aufs Älterwerden hindeuten, setzen ein und dann kommt der plötzliche Tod ihrer Mutter, der ihre Vergangenheit aufzurütteln scheint. Denn Judith trägt seit 20 Jahren ein wohlbehütetes Geheimnis mit sich herum.
    Wegen der Urnenbeisetzung und des Verkaufs des Elternhauses kommt Judith in ihre alte Heimat zurück. Dort trifft sie auf alte Bekannte. - Auf ihre beste Freundin und auch auf ihre erste große Liebe.
    Plötzlich ist nichts mehr wie es war...
    Die gerade erst wiedergefundene Freundin ist todkrank, ihre erste große Liebe macht verlockende Zukunftspläne und Judith muss sich endlich der Vergangenheit stellen, die sie scheinbar eher verdrängt, als bewältigt hat.
    Wird sie es schaffen, ihren fünfzigsten Geburtstag zu feiern und dabei mit sich selbst im Reinen zu sein?
    Dies ist mein erster Roman von Ildikó von Kürthy und wird garantiert nicht mein letzter sein.
    Auch wenn ich gestehen muss, dass ich nur auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, da die Autorin zufällig meinen Namen für die Hauptprotagonistin gewählt hat. Ich ja selbst gerade fünfzig geworden bin, meine Kinder auch erwachsen sind und meine Mutter ebenfalls verstorben ist, die nebenbei bemerkt auch noch den selben Namen trägt, wie die Mutter aus diesem Buch. - Gänsehaut! So viele Parallelen, da war es für mich klar, dass ich unbedingt diese Geschichte lesen wollte.
    Tatsächlich gab es noch viel mehr Ähnlichkeiten, aber all das spielt überhaupt keine Rolle, dass dieses Buch ein Highlight für mich ist. Ein absolutes Herzensbuch. Eine Hommage an alle, die Angst vorm Älterwerden haben. Eine Geschichte, wo es ums Ankommen geht, um Heimat, mit wem man seine restliche Zeit verbringen möchte, ums Aufräumen, mit dem einen Ziel, glücklich zu sein.
    „Es wird Zeit“ hat mich in meine eigene Vergangenheit entführt. Mir all die tollen Dinge nochmal gezeigt, womit wir als Jugendliche uns die Zeit vertrieben haben, - ob gut oder schlecht und es hat mir schonungslos gesagt, wer ich jetzt bin, aber auch auf einfühlsamer Art gezeigt, dass wir selbst entscheiden was wird.
    Die Autorin selbst sagt über dieses Buch, dass es ihr Lustigstes und gleichzeitig traurigstes Buch ist, was ich ja, aufgrund dass ich ja nur dieses eine hier kenne, nicht beurteilen kann. Ich kann aber sagen, dass es für mich, vor allem wegen dem großartigen Humor und den sehr einfühlsamen, traurigen Momenten, besticht. Man fängt tatsächlich an zu grübeln, ohne dass es deprimierend wirkt.
    Ich habe mich auf jeder einzelnen Seite unterhalten gefühlt, habe herzhaft gelacht, hatte stellenweise einen Kloß im Hals und habe dieses Buch mit Tränen beendet. Ich wollte nicht, dass es aufhört. Aber wie habe ich bereits am Anfang geschrieben? Alles ist vergänglich und es geht vor allem immer weiter!
    Fazit:
    Eine sehr gelungene Geschichte für alle die glauben, selbst schon ein paar Gebrauchsspuren zu haben. Lustig, traurig, klug, berührend, kurzum Jahreshighlight!

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  • 3 Sterne

    26 von 39 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Jana M., 10.09.2019

    Als Buch bewertet

    In Es wird Zeit geht es um Judith, die kurz vor ihrem 50. Geburtstag steht und aufgrund des Todes ihrer Mutter wieder mit ihrem alten Leben konfrontiert wird. Sie muss sich um das Elternhaus und die Beerdigung kümmern und kommt aus diesem Grund erstmal zurück in ihre Heimat, aus der sie damals geflüchtet ist und nie wieder zurückkommen wollte. Gerade mit ihrem eigenen Leben unzufrieden trifft sie dort auf alte Freunde und eine verflossene Liebe und räumt nach und nach mit ihrer Vergangenheit auf, die sie damals dazu bewegt hat, ihr altes Leben komplett hinter sich zu lassen. Die Protagonistin Judith ist anfangs mit ihrem Leben mehr als unzufrieden. Sie liebt ihren Mann nicht mehr (oder hat ihn nie geliebt), die Kinder sind gerade aus dem Haus, die eigenen vier Wände viel zu kahl und ungemütlich und eine Aufgabe für den neuen Lebensabschnitt hat sie auch nicht. In ihrer Heimat trifft sie dann nach über 20 Jahren ihre ehemals beste Freundin Anne wieder, die jetzt todkrank ist, und man erfährt nach und nach, was damals passiert sein muss, dass Judith gegangen ist und sich ein neues Leben aufgebaut hat. Neben Anne gibt es aber noch einige andere Freunde und Bekannte, die die Geschichte sehr lustig und interessant machen und einfach tolle Charaktere sind (z.B. Erdal, den Klatsch & Tratsch-Star aus dem Fernsehen und die realistische Martina, die immer alles auf den Punkt bringt). Während der Geschichte kommt die Wahrheit von früher immer mehr ans Licht, es gibt für den Leser ein paar komplette Überraschungen und selbst für Judith ergeben sich einige Wendungen im Leben, mit denen sie nicht gerechnet hat. Insgesamt muss ich sagen, dass mir die Geschichte ganz gut gefallen hat. Wahrscheinlich gehöre ich mit 23 alterstechnisch nicht zur angesprochenen Zielgruppe, aber trotzdem konnte ich Judith Gedanken größtenteils gut nachvollziehen. Sympathisch war sie mir jedoch nicht. Dafür war sie etwas zu verbittert, zu negativ, eine zu große Mimose und hat zu wenig für ihr eigenes Glück getan. Anne, Erdal und Martina haben sie im Laufe der Geschichte etwas aus ihrem Loch geholt und sie zum Handeln bewegen können. Diese drei Freunde waren wirklich gold wert und haben ganz besondere Charaktere! Vor allem die neu aufgelebte Freundschaft von Anne und Judith fand ich wirklich schön, authentisch und in Anbetracht von Annes Krebs wirklich einzigartig. Gut hat mir auch gefallen, dass jedes Kapitel meist ein neues Detail der Vergangenheit aufgedeckt hat, man aber nie alles erfahren hat und weiter rätseln musste, was damals Judiths Leben komplett verändert hat. Wie die Geschichte ausgegangen ist, hat mich wirklich gefreut. Das Ende war passend, realitätsnah, aber trotzdem auch ein bisschen klischeehaft. Alles in allem konnte mich die Geschichte selbst, der Schwerpunkt auf der Freundschaft, dem Tod und dem Finden des eigenen Glücks im Leben wirklich überzeugen und auch die Botschaft, die die Geschichte einem mit auf den Weg gibt, aber mit Judith habe ich mich wirklich schwer getan. Von mir 3/5 Sternen.

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  • 4 Sterne

    16 von 21 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    egal, 25.08.2019

    Als Buch bewertet

    Neues wagen

    Die fast 50-Jährige Judith hat eigentlich alles, was für ein gutes Leben nötig ist. Als Zahnarztgattin ein sicheres Auskommen, drei liebenswerte Kinder und doch ist nicht alles gut – ganz im Gegenteil. Nun ist in ihre alte Heimat zurückgekehrt, dabei sollte sie das nie. Ihr blieb jedoch nichts anderes übrig, da sie ihre Mutter bestatten muss. Dort trifft sie auch auf ihre frühere Freundin und ihre Jugendliebe. Es wird manches ganz schön auf den Kopf gestellt…
    Die Ich-Erzählerin Judith nimmt den Leser an die Hand und gewährt Einblicke in das Leben einer Frau, die von außen betrachtet alles hat, was man so braucht. In ihr sieht es jedoch ganz anders aus. Ihren Mann liebt sie nicht richtig, sie leidet unter dem Empty-nest, denn alle drei Söhne sind mittlerweile ausgezogen und sie hadert mit der Vergangenheit. Nun ist der familiäre Zusammenhalt komplett weg, dafür sind Selbstzweifel und schlaffe Haut da. Was soll sie mit ihrem restlichen Leben noch anfangen? Vielleicht eine alte Jugendliebe aufwärmen? Mitten rein trifft sie auch noch der eine oder andere Schicksalsschlag und es ist Zeit sich zu öffnen. Längst Vergangenes kommt nochmal zur Sprache und die Emotionen spielen schier verrückt.
    Ich gehöre altersmäßig noch nicht zur Zielgruppe, trotzdem konnte man sich in das Geschehen gut einfühlen – nicht selten habe ich auch ganz schön mit den Augen rollen müssen, weil Judith doch das eine oder andere Klischee ganz schön bedient, aber so ist sie nun mal. Es passt an dieser Stelle. Vieles ist heiter, die Selbstironie gekonnt auf den Punkt gebracht, manches tief traurig und anderes einfach unter Midlife-Crisis zu verbuchen. Gefallen haben mir die Bezüge zur Vergangenheit, denn auch wenn ich nicht so alt bin, sind mir viele der Dinge durchaus ein Begriff gewesen und haben Erinnerungen an meine Mutter und Oma geweckt.
    Ich hatte bisher nur „Mondscheintarif“ von ihr gelesen und fand es furchtbar, aber ich wollte der Autorin noch eine Chance geben. Hier hatte sie mich auch schnell mit ihrem recht amüsanten Schreibstil gefangen genommen, mit ihren Anekdoten gut unterhalten, nachdenklich gestimmt und die Aussage des Buches ist bei mir auch angekommen. Manchmal muss man sich einfach verändern, mutig seinen Weg gehen und nicht nur das tun, was die anderen von einem erwarten.

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  • 5 Sterne

    10 von 11 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    buchleserin, 05.09.2019 bei bewertet

    Als Buch bewertet

    Als ihre Mutter stirbt, kehrt Judith zurück in ihre Heimat. Die Urne ihrer Mutter muss beigesetzt werden und das Haus soll verkauft werden. In ihrer alten Heimat angekommen, muss Judith sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Es geht um alte Freundschaften und das Älterwerden und eine Jugendliebe taucht auch wieder auf.
    Ein ganz tolles Buch. Mir hat es richtig gut gefallen. Eine sehr emotionale Story, aber auch unterhaltsam und witzig. Ich musste doch öfter mal schmunzeln oder sogar auflachen. Eine aufregende Zeit dort für Judith, die ihr ganzes Leben verändert. Die Charaktere haben mir auch sehr gefallen, besonders Judith, die ich richtig klasse finde mit ihren Bemerkungen und Erzählungen, sehr amüsant. Und auch Erdal Küppers, der Mann von ihrem ehemaligen Mitbewohner Karsten, gefällt mir richtig gut. Judith trifft endlich ihre beste Freundin Anne wieder, die aber todsterbenskrank ist und eigentlich schon mit dem Leben abgeschlossen hat. Und Judith großes Geheimnis, eine lebenslange Lüge, war gar keine, sondern die Wahrheit. Eine alte Jugendliebe taucht auf und will sich mit Judith treffen. Es passiert hier allerhand in dem Buch.
    Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Ich war wirklich sehr auf Judith Erlebnisse in ihrer alten Heimat gespannt und bin begeistert von diesem Roman. Ein sehr unterhaltsamer und auch emotionaler Roman.
    Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

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  • 5 Sterne

    12 von 18 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Schmökerwürmchen, 12.09.2019

    Als Buch bewertet

    Bisher habe ich alle Romane der Autorin mit Genuss gelesen und so habe ich mich auf ihr neuestes Werk gefreut. Ildikó von Kürthy hat einen einzigartigen Schreibstil, der mich bisher in jedem ihrer Bücher voll berühren konnte.
    In „Es wird Zeit“ geht es um Judith, die kurz vor ihrem 50. Geburtstag steht. Für sie Anlass genug, ein Resümee über ihr Leben zu ziehen. In ihrer Ehe mit Joachim ist sie lange nicht mehr glücklich, in Wedel, vor den Toren Hamburgs, hat sich Judith nie richtig wohl gefühlt und ihre drei erwachsenen Söhne haben bereits das Haus verlassen. Was hat die Zukunft da noch an Aufregung zu bieten? Judith steckt in einer Lebenskrise, ihre Gedanken drehen sich ständig um die paar Kilos zu viel auf den Hüften, Essen und welche Lebensweise doch die gesündere wäre. Der Tod ihrer Mutter ändert alles. Judith reist nach 20 Jahren in ihre rheinländische Heimat und trifft dort auf ihre Jugendfreundin Anne. Genau vor dieser Begegnung hatte sie sich die letzten Jahre gedrückt, denn Judith hat ein großes Geheimnis. Doch sie ist nicht die einzige. Anne ist an Krebs erkrankt und Judith steht ihr bei, die beiden kommen sich wieder näher. Können sie die alte Vertrautheit aus Kindertagen wieder aufbauen? Und findet Judith Erfüllung in ihrem Leben?

    In diesem Roman dreht es sich um die großen Themen wie Liebe, Heimat, Vergangenheitsbewältigung und Neuanfänge. Gleichzeitig begibt man sich als LeserIn auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. In Rückblicken wird über die Kindheit und Jugendzeit der beiden Freundinnen erzählt, immer wieder verknüpft mit der Gegenwart. Ildiko von Kürthy hat mich mit ihrem unnachahmlichen Stil wieder genauso eingenommen wie in ihren vorherigen Romanen. Hier bekommt man wirklich die gesamte Palette an Emotionen, gerade noch spürte man die Melancholie über Vergangenes, schon muss man im nächsten Moment wieder schmunzeln. Jeden Gedankengang der Protagonistin bekommt man schonungslos mitgeteilt, wobei sie ständig abschweift und die Gedanken sich überrollen, aber im positiven und humorvollem Sinne. Ständig dachte ich, ja, genauso ist es, ja, genauso war es früher in meiner Kindheit und Jugend.
    Nur manchmal hätte ich Judith gern ein bisschen geschüttelt, dass sie doch endlich handelt, ihr Leben in die Hand nimmt und nicht nur melancholisch zurückblickt und lamentiert. Doch so ist eben ihr Charakter und schließlich macht sie gemeinsam mit Anne eben doch eine Entwicklung durch.
    Zudem nimmt die Geschichte ihren ganz eigenen Verlauf, es gibt Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, was diesem Buch eine gewisse Spannung verleiht, möchte man doch zu gerne wissen, wie einzelne Figuren auf die Begebenheiten reagieren.
    Besonders über die Nebencharaktere Erdal und Karsten habe ich mich gefreut. Erdals divenhafte Art war mir bereits schon aus den vorherigen Romanen bekannt und so war er mir auf Anhieb wieder vertraut. Was habe ich mich gefreut, als er mit Pauken und Trompeten wieder auf der Bildfläche erschien.
    Besonders schön an den Romanen der Autorin finde ich, dass die Protagonisten mit meinem zunehmenden Alter genauso mitwachsen und ich mich desöfteren, wenn auch nicht in allen Punkten, mit den Charakteren identifizieren kann.
    Auch von der Aufmachung her ist das Buch ein Highlight. Eigentlich ist mir der Inhalt wichtig, die Optik spielt für mich eher eine untergeordnete Rolle. Doch hier ist die Story mit wundervollen Zeichnungen gespickt, angepasst an den Inhalt.
    Ganz große Klasse, dieser Roman besticht gleichzeitig durch Leichtigkeit und Trauer, Melancholie und wirkt doch so lebensbejahend. Man sollte nie die Hoffnung aufgeben und das Leben in vollen Zügen und all seinen Facetten genießen, Nächte durchtanzen und sich keine Gedanken über das nächste Glas Wein nach Mitternacht machen.
    Zum Schluss kann ich nur noch hoffen, dass sich die Autorin bis zu ihrem nächsten Roman nicht so viel Zeit lässt.

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  • 5 Sterne

    9 von 14 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Veronika K., 01.09.2019

    Als Buch bewertet

    Judith ist fast 50 Jahre. Sie ist mit ihrem Leben nicht so wirklich zufrieden. Die Kinder sind aus dem Haus. Aus ihrer Ehe ist auch irgendwie die Luft raus. Als ihre Mutter stirbt, kommtJudith zur Beisetzung zurück in ihre Heimat. Sie begegnet ihrer ehemals besten Freundin, die inzwischen todkrank ist. Sie trifft einen Jugendfreund und erlebt einiges andere, was sie zum Nachdenken bringt.

    Wow...ich muss sagen, ich mag die Autorin und ihre Bücher. Aber nachdem ich jetzt schon lange nichts mehr von ihr gelesen habe, wurde ich hier total überrascht. Ildiko von Kürthy ist auch über die Jahre reifer geworden (wie wir alle) und dieses Buch hebt sich von ihren anderen Büchern ab und ist für mich ein absolutes Lieblingsbuch. Während ihre Romane sonst eher locker-leicht und witzig waren, so ist in diesem Buch unheimlich viel Tiefgang enthalten, der zum Nachdenken anregt. Es geht um sehr ernste Themen wie Krankheit, Tod, Trauer und Hoffnung aber auch um wahre Freundschaft, um Lebensträume und natürlich ums Älterwerden.
    Trotz der ernsten Thematik ist das Buch alles andere als traurig. Die Autorin schafft es, genau die richtige Balance zwischen Humor und Esprit in ihre Zeilen zu packen. Dadurch liest sich das Buch absolut unterhaltsam und humorvoll. Passende Skizzen zwischendurch, die sehr liebevoll gestaltet sind, runden dies noch zusätzlich ab.

    Geschrieben ist das Buch in der Ich-Form aus Sicht von Judith. So konnte man sich auch wunderbar in sie hineinversetzen. Die Protagonisten kamen alle sehr glaubwürdig und authentisch rüber. Es sind Menschen wie du und ich! Häppchenweise bekommt man auch immer mehr Einblicke, was sich in der Vergangenheit so alles zugetragen hat.

    Ich bin ein großer Fan von schönen Zitaten. Und hier kam ich bei diesem Buch wirklich auf meine Kosten. Ilkido von Kürthy hat viele wunderbare Lebensweisheiten mit in den Roman hinein gepackt. Ich fange gar nicht an, meine Lieblingszitate aus diesem Buch aufzuführen, sonst finde ich kein Ende mehr.

    Alles in allem ein ganz wunderbarer und sehr berührender Roman, den jede Frau der Altersklasse um die 50 auf jeden Fall lesen sollte. Für mich in der Kategorie Frauenromane eines der Highlights dieses Jahres!

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  • 3 Sterne

    4 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    WrittenArt, 19.11.2019

    Als Buch bewertet

    Es wird Zeit mit allem aufzuräumen

    Judith ist fast 50 und ausgerechnet jetzt, droht ihr ihr Leben zu entgleiten.
    Mit jeder Menge Wehmut und der Urne ihrer Mutter im Gepäck, kehrt sie nach 20 Jahren in ihre alte Heimat zurück. Zu einer gescheiterten Urnenbeisetzung mischen sich dann noch jede Menge Selbstzweifel und Menschen aus ihrer Vergangenheit, die ihr Leben vollends aus der Bahn werfen. Der perfekte Zeitpunkt für Judith sich all den Fragen und Ängsten ihres Lebens zu stellen. Mit typischen Was-wäre-wenn-Gedanken, begibt sie sich auf die Reise zu sich selbst.

    Meine Meinung:
    Ich habe fast alle Bücher von Ildikó von Kürthy gelesen und war jedes Mal begeistert. Auch wenn der Humor natürlich fast immer oberflächliche Klischees bediente, war das für mich in Ordnung. Eine leichte Lektüre, bei der man immer schmunzeln musste und sich auch das ein oder andere Mal wiedererkannt hat. Auch die Charaktere mochte ich immer wirklich gern.
    Umso mehr habe ich mich auf „Es wird Zeit“ gefreut, da schon die Leseprobe darauf hindeutete, dass neben dem Humor, dieses Mal auch ernste Themen zur Sprache kommen.
    Die Charaktere sind im Grunde genommen gleich geblieben, was hier positiv gemeint ist, denn irgendwie hat es sich angefühlt, alte Bekannte wiederzutreffen. Den Schreibstil selbst, konnte man direkt wiedererkennen und auch altbekannte Sprüche über Fettpölsterchen, Cellulite, Diäten und Funktionsunterwäsche kamen nicht zu kurz. Zu den ernsten Themen hatte die Autorin ebenfalls einige witzige Sprüche auf Lager, was an sich eine angenehme Atmosphäre zwischen Traurigkeit und Humor aufgebaut hat.
    Allerdings muss ich zugeben, dass es das erste Buch ist, wo mich auch viele Dinge gestört haben. Zum einen gab es Passagen, die so nichtssagend waren, dass es fast langweilig und unnötig gestreckt wirkte. Auch einige Witze verursachten ein unangenehmes Lesegefühl, als wollte die Autorin auf Biegen und Brechen noch mehr oberflächliche „Witze“ unterbringen wollen. Ich weiß nicht genau woran es lag, aber einiges wirkte beim Lesen nicht unbedingt stimmig und hat damit leider auch das Lesevergnügen etwas gestört.

    Fazit:
    Meiner Meinung nach leider eines der schlechteren Bücher der Autorin, was mich ein wenig enttäuscht zurücklässt. Dennoch kann ich die Werke der Autorin definitiv empfehlen.

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  • 4 Sterne

    8 von 12 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Minangel, 29.08.2019

    Als Buch bewertet

    Inhalt: „Was soll jetzt noch kommen?“ Judith ist fast 50, und auf die Frage fällt ihr keine Antwort ein. Die Kinder sind groß, ihr Mann ist in die Jahre gekommen und das Leben auch. Dann stirbt ihre Mutter, und Judith kehrt nach 20 Jahren in die alte Heimat zurück, wo sie ein gut gehütetes Geheimnis, ein leeres Grab und einen Haufen Hoffnungen, Träume, Albträume zurückgelassen hat. Und plötzlich gerät alles aus den Fugen. Eine lebenslange Lüge stellt sich als Wahrheit heraus. Eine wiedergefundene Freundin hofft, den Sommer noch zu erleben. Eine Jugendliebe funkelt vielversprechend, eine Urne macht Umwege und Judith erkennt, dass es besser ist, sich zu früh zu freuen als überhaupt nicht (übernommen).

    Meine Meinung: Der neue Roman besticht durch die Zukunftsängste, Vergangenheitsschuldgefühle und routierende Gedankenkarusselle einer 50jährigen Frau, namens Judith. Nach dem Tod ihrer Mutter begegnet Judith ihrer lang vergessenen besten Freundin Anne und gemeinsam stellen sie sich der Vergangenheit und auch der nicht vorhandenen Zukunft. Zur Seite steht ihnen Martina, klar, herrlich, ehrlich, unerschütterlich und Judiths homosexueller divenhafter beim Namen nennender Freund Erdal und dessen Mann Karsten und ihre Söhne. Die Momentaufnahmen, die Reisen in die Vergangenheit, das Entschlüsseln des Rätsels aus deren fundierend, waren genüsslich zu lesen.
    Anne und Judith sind sehr lebendig sympathisch herausgearbeitete Persönlichkeiten und einen Erdal hätte ich voll gerne auch als besten Freund, natürlich auch Karsten und Martina.
    Ildiko von Kürthy hat einen unnachahmlichen Erzählstil in dessen Wortkarussellen wir fast verloren gehen und ein Gedanke den anderen jagt, bevor er noch fertig überlegt werden konnte. Teilweise waren mir die wiederholenden Gedankenkonstrukte zu viel und ich hätte mir gewünscht: komm doch endlich an den Punkt! Dann wieder haben mich die ehrlich ironisch lustig traurigen lieblichen tragischen Facetten des Lebens mitgerissen und ich konnte mich darin verlieren. Man muss es mögen.

    Fazit: eine schonungslos ehrliche, tragisch lustige Lebensreise einer 50jährigen und ihren Freunden mit Wort-Kopfgrübeleien und einigen ungeahnten Wendungen. Für mein Lesevergnügen mit Judith und Anne möchte ich 4 beste Freunde Sterne vergeben, da ich dazwischen einen zu viele Worte Hänger hatte, aber das Ende fulminant mich entschädigt hat.

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  • 4 Sterne

    6 von 8 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    yellowdog, 03.09.2019

    Als Buch bewertet

    Witz und Selbstironie

    Ildiko von Kürthy ist eine bekannte Autorin von Frauenromanen. Ihr neuer Roman Es wird Zeit hat aber auch ein ernstes Thema: die schwere Krebserkrankung einer Freundin.
    Das wurde in der Leseprobe stark rausgestellt. Es gibt aber noch mehr Themen im Roman, z.B. der Tod der Mutter von Judith.Das wirft bei ihr eine Sinnfrage auf, aber auch der Zustand ihres Lebens mit ihrem Mann.

    Ansonsten bleibt der bewährte (Chick-Lit)-Stil mit Witz und Selbstironie über eigene Unzulänglichkeiten und Unsicherheiten zu schreiben. Das empfand ich am Anfang als ziemlich amüsant, auf Dauer wirkt es aber auch ermüdend und das Buch ist vielleicht etwas zu lang. Die andauernde Selbstbetrachtung mündet irgendwie doch in ein Jammern einer Frau in einer Midlife-Krise. Zudem wird noch leicht konstruiert ein Vorfall aus der Vergangenheit aufgebauscht.
    Es bleiben aber natürlich noch genügend gute Passagen. Insbesondere überzeugt es, wie die Protagonistin und ein weiterer Freund die an Krebs erkrankte Anne durch ihre Freundschaft unterstützen.
    Der Roman ist insgesamt in Ordnung! Es bleibt aber ein Frauenroman, der aber für Fans dieses Genres ein Highlight sein dürfte.

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  • 5 Sterne

    9 von 15 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    sommerlese, 21.08.2019

    Als Buch bewertet

    Judith Rogge lebt in Wedel bei Hamburg, sie ist fast fünfzig Jahre alt, seit fast zwanzig Jahren mit einem Zahnarzt verheiratet und hat drei Kinder. Die Beerdigung ihrer Mutter führt sie zurück in ihre Heimat nach Jülich, dort trifft sie auf ihre ehemals beste Freundin Anne und ihre Jugendliebe Heiko. Voller Schrecken erfährt sie von Annes schwerer Krankheit und macht sich Gedanken über ihr eigenes Leben, aber auch über das ihrer Wegbegleiter. Für Anne, die nicht nur ihre berufliche Bestimmung gefunden hatte, sondern auch noch den perfekten Ehemann, steht jetzt das Leben auf der Kippe.


    Ildikó von Kürthy schildert das Glück und Leid ihrer fast fünfzig Jahre alten Protagonistin Judith als Ich-Erzählerin. Dadurch kommt man ihr nicht nur sehr nahe und kann in ihre Gedanken und Hoffnungen eintauchen, man erkennt auch eigene Lebenserfahrungen und Wünsche im Leben wieder. Ich gehöre altersmäßig genau zur Zielgruppe und kann die Lebenswünsche und Abschiede gut nachvollziehen.

    Die Kinder sind groß, die Ehe ist eingespielt oder eben wie bei Judith, nicht glücklich und als die Mutter stirbt, bricht der letzte familiäre Halt weg. Ist das schon das Leben gewesen oder sind da noch Ziele, Lebensabenteuer und Beziehungen, die auf sie warten. So oder so ähnlich wird es vielen Frauen gehen, die sich in dieser Lebensphase befinden.

    Judith lebt in einer lieblosen Ehe, sie hat Selbstzweifel und fühlt sich alleingelassen. Soll sie ihr altes Leben hinter sich lassen und ihrem Leben eine neue Wendung geben? Der Besuch in ihrer alten Heimat wirbelt viele Emotionen und Hoffnungen auf, die neue wiederentdeckte alte Freundin Anne hat mit ihrer tödlichen Krankheit zu kämpfen und Judith steht ihr liebevoll zur Seite. Hier in ihrer Heimat nimmt sie eine Auszeit von ihrem bisherigen Leben und stellt die Weichen für die Zukunft.


    Schwungvoll, heiter, bestürzend traurig und absolut lebensnah erzählt die Autorin ihre Geschichte und es gelingt ihr, diesen speziellen Erzählstil auch locker durch das ganze Buch zu tragen.

    Dieser Roman schildert die Probleme in der Midlife Crisis von Frauen. Es geht um viele bewegende Fragen, einige Schicksale, die zu Herzen gehen und die für einen Roman interessante Herangehensweise wirft die Leserin mitten in die Geschichte und lässt sie hautnah miterleben.
    "Schmerz öffet das Visier: Schmerz macht wehrlos. er reißt dir alle Masken vom Gesicht. Er macht den Schutzschild aus Ironie, Schlagfertigkeit und schlauen Bemerkungen durchlässig..." Zitat Seite 251

    Wer im Alter der Protagonistin ist, wird viele nostalgische Produkte und Songtexte aus der Zeit wiederfinden, die bewirken, das man sich sofort an seine eigene Jugend erinnert. Die spezielle Würze bekommt die Sache aber durch die selbstironischen Bemerkungen und humorvoll eingesetzten Spitzen über das Älterwerden und das Aussehen und das nachlassende Bindegewebe.

    "Es ist ja leider völlig unüblich geworden, so alt auszusehen, wie man ist." Zitat Seite 42

    "Ich bin 49, und ich fühle mich keinen Tag jünger. Warum sollte ich? Ich habe doch nicht umsonst ein halbes Jahrhundert gelebt, bloß um mich jetzt immer noch jung zu fühlen." Zitat Seite 231


    Die Autorin zeigt eine interessante Herangehensweise für einen Roman, indem sie viele bewegende Fragen und Schicksale aufwirft, die zu Herzen gehen und viele Frauen in diesem Lebensabschnitt betrifft.


    Sehr lebendig wird diese Lebensphase in der Mitte des Lebens in allen Facetten von Emotionen aufgezeigt und damit ist der Autorin ein humorvoller, gefühlvoller und nachdenklich machender Roman über die Beziehungen im Leben, über Familie, Abschiede und Heimat gelungen. Das Leben bedeutet Veränderung, man sollte sich diesen Veränderungen mutig stellen und das Beste daraus machen. Es gibt nur dieses eine Leben.

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  • 5 Sterne

    8 von 13 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    buchleserin, 05.09.2019

    Als Buch bewertet

    Als ihre Mutter stirbt, kehrt Judith zurück in ihre Heimat. Die Urne ihrer Mutter muss beigesetzt werden und das Haus soll verkauft werden. In ihrer alten Heimat angekommen, muss Judith sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Es geht um alte Freundschaften und das Älterwerden und eine Jugendliebe taucht auch wieder auf.
    Ein ganz tolles Buch. Mir hat es richtig gut gefallen. Eine sehr emotionale Story, aber auch unterhaltsam und witzig. Ich musste doch öfter mal schmunzeln oder sogar auflachen. Eine aufregende Zeit dort für Judith, die ihr ganzes Leben verändert. Die Charaktere haben mir auch sehr gefallen, besonders Judith, die ich richtig klasse finde mit ihren Bemerkungen und Erzählungen, sehr amüsant. Und auch Erdal Küppers, der Mann von ihrem ehemaligen Mitbewohner Karsten, gefällt mir richtig gut. Judith trifft endlich ihre beste Freundin Anne wieder, die aber todsterbenskrank ist und eigentlich schon mit dem Leben abgeschlossen hat. Und Judith großes Geheimnis, eine lebenslange Lüge, war gar keine, sondern die Wahrheit. Eine alte Jugendliebe taucht auf und will sich mit Judith treffen. Es passiert hier allerhand in dem Buch.
    Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Ich war wirklich sehr auf Judith Erlebnisse in ihrer alten Heimat gespannt und bin begeistert von diesem Roman. Ein sehr unterhaltsamer und auch emotionaler Roman.
    Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

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  • 5 Sterne

    9 von 16 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Elke S., 24.08.2019

    Als Buch bewertet

    Wenn´s nicht so läuft, dann...

    „Wie oft wünschen wir uns, die Dinge wären anders, tun aber nichts dafür, um sie zu verändern? Ist das nicht verrückt, etwas Neues zu wollen, aber nicht aufzuhören, das Alte zu tun?“, ich denke diesen Wunsch kennt jeder, und genau so geht es auch Judith, die hier ihre ganz persönliche Geschichte erzählen darf.

    „Du hast Anne wiedergetroffen: Wenn ich dich richtig verstanden habe, willst du dein Elternhaus an eine zwielichtige Jugendliebe verkaufen, mit dem Typen auswandern und bis heute Abend zehn Kilo abnehmen.“, fasst kurz und knapp zusammen, was auf Judith zukommt, als sie zurück in ihre Heimat muss, um ihre Mutter zu beerdigen, denn „Auf einmal ist alles wieder da: der Schmerz, die Sehnsucht, die Liebe, die Angst und die Schuld.“ Bei einem Besuch auf dem Friedhof stolpert sie über Anne, ihre ehemals beste Freundin, der sie am allerwenigsten über den Weg hätte laufen wollen, weil sie auch wegen ihr die alten Schuldgefühle plagen. Trotzdem die beiden sich zwanzig Jahre nicht gesehen haben, stimmt die Chemie zwischen ihnen sofort wieder und Judith bekommt endlich die Gelegenheit sich auszusprechen und dazu noch Anne als Freundin zurück, könnte nur sein, für nicht allzu lange. Das Haus der Mutter sollte eigentlich möglichst schnell verscherbelt werden, darauf spechtet ihre alte Jugendliebe Heiko, und der hat es nicht nur aufs Haus abgesehen, sondern macht ihr auch Avancen darüber hinaus. Die Schmetterlinge in Judiths Bauch geraten ins Flattern und gleichzeitig ihr Leben ins Wanken.

    Warum hat es Judith so lange vermieden zurück in ihren Heimatort zu kommen, was ist zwischen Anne und ihr vorgefallen, warum bleibt ihr die alte, neue Freundin vielleicht doch nicht erhalten und von welchen Sehnsüchten ist die Rede, ist es die alte Liebe zu diesem Heiko? Auf diese Fragen erhält man als Leser häppchenweise Antwort, während man Judith und ihre Unzufriedenheit von Seite zu Seite durch Gespräche mit Anne, Lesen von alten Tagebüchern und auch Erinnerungen immer besser kennenlernen darf. Knapp 50, einen Ehemann, der damals schon eher Notlösung als die große Liebe war und für den gilt „Kein Herzrasen, aber einen soliden niedrigen Ruhepuls. Damit können wir zusammen neunzig werden.“, die drei Söhne, die zu bemuttern ihr Lebensinhalt der letzten Jahre war, sind die nun aus dem Haus. War es das im Leben? Vor allem wenn es zudem bei allem was sie erlebt nur noch heißt „… die zugehörigen Gefühle haben sich mit den Jahren abgenutzt wie ein Handtuch, das irgendwann mal kuschelig war und jetzt bloß noch zum Aufwischen taugt, wenn was danebengeht-“ Auf der einen Seite gilt natürlich, „Es ist nämlich gar nicht so schlimm, wenn man sich mit den Umständen zufriedengibt. Solange es alle anderen auch tun.“, Aber einmal zu grübeln und zaudern begonnen, heißt es für Judith bald: „Ich brauche Detox für mein Ego und ein Abführmittel, das mir die Schlacken aus dem Charakter spült. Wann hatte ich bloß angefangen, so neidisch auf das Leben andere Leute zu werden?“ Warum Judith einige Versuche ihrem alten Leben zu entkommen und mehreren Überraschungen und Offenbarungen später, erkennen muss, „Alle um mich herum erfüllen sich einen Traum. Und ich? Ich hab nicht mal einen!“ und ob sie noch einen finden wird, wird nicht verraten.

    Pointiert und witzig lässt die Autorin ihre Judith, die eigenen Unzulänglichkeiten analysieren. „Ich bin in der Zwischenzeit auch erwachsen und reif geworden, jedenfalls Teile von mir. […] Das einzige woran ich meine Lebenserfahrung in diesem Moment deutlich spüre, sind meine Knie und mein unterer Rücken. Witzige Sprüche und Dialoge, machen das Lesen zum großen Vergnügen. Auf ein „Du hast doch immer gesagt, ich solle mehr auf meinen Bauch hören. Genau das habe ich getan.“, kann da schon mal ein „Aber doch nicht, wenn dein Bauch dir so einen Unsinn erzählt! Hast du vorher vielleicht nicht genug gegessen? Auf keinen Bauch der Welt ist Verlass, wenn er leer ist. Die Autobahnen in Richtung Kopf bestehen aus Fetten und Kohlenhydraten. Wenn der Magen knurrt, kann das Hirn nichts hören.“, kommen. Aber man darf nicht nur Schmunzeln, es gibt auch unheimlich viele Szenen, die zu Herzen gehen und einen emotional tief berühren. Auch für die Spannung ist durch neue, überraschende Entwicklungen auch nachdem die Fragen nach Schuld und alter Liebe beantwortet sind gesorgt. Ein Roman, bunt wie das Leben eben auch.

    „Die sozialen Medien finde ich asozial. Gaukeln Wackelkandidaten wie mir vor, dass immer und überall Sonne scheint, außer über meinem eigenen Dach. Ist das Neid, ist das Missgunst, ist das eine beginnende Depression?“ Nicht nur einmal hat mir die Autorin aus der Seele gesprochen, wenn sie Judith die moderne Gesellschaft betrachten lässt und mich ganz oft auch an Erlebnisse und Dinge meiner Vergangenheit erinnert, wie Prilblumen, Telefon mit Kabel oder auch den einen oder anderen Songtitel. Das hat mir ebenso gut gefallen, wie die vielen, tollen Botschaften fürs eigene Leben, die sich in diesem Roman verstecken und ebenfalls amüsant verpackt sind. „Du sagst du hast eine Mortalitätsquote von 95 Prozent? Irrtum , Anne. Sie liegt bei exakt einhundert Prozent. Das bringt das Leben so mit sich. Wir sterben alle, ich übrigens auch, was mir ziemlich zu schaffen macht, denn ich bin mir im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen. Und ich möchte die Zeit, die mir bleibt, genießen. Das möchte ich dir auch empfehlen.“, ist nur ein Beispiel dafür.

    Judith erzählt aus der Ich-Perspektive. Obwohl ich eigentlich ein recht zufriedener Mensch und zudem keine Mama bin, konnte ich mich super in sie hineindenken und fühlen. Uns beiden eigen ist sicher, „Außerdem hat mir ein meine Mutter ein gewisses Talent dafür bereits in die Wiege gelegt. Wie ein Drogenspürhund den Stoff finde ich jeden Fehler. Bei mir.“, alleine schon das hat sie mir super sympathisch gemacht. Anne, von ihrem Vater schon von klein an auf Erfolg getrimmt, habe ich schnell ins Herz geschlossen. Ich ziehe meinen Hut vor ihrer Kraft, noch mehr, nachdem ich auch hinter die Fassade blicken durfte. Mein Highlight unter den Nebendarstellern war Erdal, der gute, vielleicht auch beste Freund von Judith, der immer alles so treffend auf den Punkt bringt.

    „Mein ganzes Leben zeigt, wenn ich ehrlich bin, wie sehr ich mich angepasst habe. Und das Saublöde ist: Ich kann niemandem dafür die Schuld in die Schuhe schieben.“ Nicht die anderen sind schuld, wenn man selbst unzufrieden ist, und wenn man es ist, dann muss man es ändern, das ist für mich die wichtigste Botschaft, dieses amüsant, aber auch bewegenden Romans, der so herrlich bunt wie das Leben ist.

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  • 5 Sterne

    5 von 8 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Petra S., 17.11.2019

    Als Buch bewertet

    Emotionale Achterbahnfahrt

    4,5 Sterne


    Kurz zum Inhalt:
    Das Leben der fast 50jährigen Judith Rogge ist zum Stillstand gekommen. Die Kinder sind außer Haus, der Ehemann lebt neben ihr her und sie stellt sich die Frage: Was soll jetzt noch kommen?
    Doch dann stirbt ihre Mutter und sie reist nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder in ihre alte Heimat...
    Dort läuft ihr ihre ehemals beste Freundin Anne über den Weg, mit der sie aus - für sie geglaubten - guten Gründen seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr hatte.
    Doch es stellt sich heraus, dass Anne an Bauchspeicheldrüsenkrebs leidet, und sofort ist die alte Freundschaft wieder da. Auch zu Erdal und Karsten, mit denen sie damals zu viert in einer WG gelebt hat.
    Judith begleitet Anne bei ihren Arztbesuchen, steht ihr bei, und lästert mit ihr über den Tod ab, wie es nur beste Freundinnen dürfen. Auch Judiths Jugendliebe lodert kurzzeitig wieder auf.
    Doch dann stellt sich heraus, dass das große Geheimnis - Judiths Lebenslüge - doch die Wahrheit ist. Aber irgendwie auch nicht so ganz. Von nun an wird nichts mehr so sein, wie es mal war...


    Meine Meinung:
    Ildikó von Kürthy hat mit "Es wird Zeit" einen Roman geschaffen, der nicht nur für Frauen in den mittleren Jahren geschaffen ist. Mit großer Emotionalität und viel Humor hat sie einen Roman kreiert, der zum Lachen, Weinen und Nachdenken anregt: Jede Frau kommt mal an die Stelle, an der sie sich fragt: war es das? Habe ich mir so mein Leben vorgestellt?
    Der Roman ist in ich-Form aus Sicht von Judith geschrieben, so bekommt man noch tiefere Eindrücke in ihre Gedanken und Gefühle.
    Auch wenn Judiths Leben anfangs sehr deprimierend erscheint, und man ihr Verhalten und ihre Handlungen oftmals nicht nachvollziehen kann, macht sie doch durch das Begleiten ihrer Freundin Anne durch diese schwere Krankheit, das Wiederfinden von alten Freundschaften und vor allem das Aufdecken der Lebenslüge, die gar keine ist, eine große Wandlung durch: Judith weiß am Ende, was sie will. Sie ist stark geworden, selbstbewusst, und lernt das Leben zu lieben. Auch wenn das Schicksal Überraschungen zu bieten hat, mit denen man so nicht gerechnet hat...

    Dadurch, dass die Autorin viel Witz in die Geschichte gepackt hat, ist sie nicht nur traurig. Sentimentale und humorvolle Momente wechseln sich ab, und es ist eine Geschichte aus dem Leben gegriffen. Das schöne ist die positive Botschaft am Ende.
    Auch wenn ich noch ein bisschen Zeit habe, bis ich 50 werde, hat mich die Geschichte gepackt und gerührt und ich habe mit Judith mitgelitten, mitgetrauert und mich am Ende mit ihr gefreut.

    Die Geschichte wird durch färbige Illustrationen, die zur jeweiligen Szene passen, aufgelockert, was mir sehr gut gefallen hat und ich in dieser Form von einem Erwachsenenroman noch nicht kannte.

    Die Erzählung ist gespickt mit vielen wunderschönen authentischen Zitaten, direkt aus dem Leben gegriffen:
    "Welche Note würde ich meinem Leben geben? Eine Drei mit der Tendenz zur Drei minus. Für eine Matheklausur mag das vor fünfunddreißig Jahren ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis gewesen sein, vor allem, wenn man bedenkt, dass ich wegen Mathe zweimal fast sitzengeblieben wäre. Aber für ein ganzes Leben?"
    "Es ist und bleibt jammerschade, dass man manchmal nur dann den erwünschten Eindruck macht, wenn man sein wahres Selbst komplett verleugnet. Eine Erfahrung, die Frauen in Führungsetagen, männerdominierten Konferenzen und gemischtgeschlechtlichen Liebesbeziehungen immer wieder machen."
    "Wir wissen doch beide ganz genau, was wir an unseren Männern haben. Kein Herzrasen, aber einen soliden niedrigen Ruhepuls. Damit können wir alle zusammen neunzig werden."
    "Jetzt ist blöderweise keiner mehr übrig. Das Haus ist leer. Mein Leben auch. Und ich stehe da, mit einem Herzen zu verschenken, dass keiner mehr braucht und keiner mehr haben will."
    "Tumor ist, wenn man trotzdem lacht", hatte Anne gesagt.
    "Ich hatte mich daran gewöhnt, dass Annes Gemütslage sich manchmal innerhalb von Sekunden veränderten: Glück, Angst, Lachen, Weinen, Zorn, Spott, schwarzer Humor, dunkelster Kummer. In Annes Seele herrschte Aprilwetter, und ich stand immer bereit, ihr bei Bedarf einen Regenschirm aufzuspannen, um sie so gut wie möglich zu schützen."


    Fazit:
    Eine emotionale Achterbahnfahrt - eine traurige Geschichte aufgelockert mit viel Humor; die Wahrheit über das Leben, die Liebe, Freundschaft und den Tod. 4,5 Sterne von mir für diese gefühlvolle Lebensgeschichte einer Frau um die Fünfzig.

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  • 5 Sterne

    6 von 10 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Gaby2707, 14.09.2019

    Als Buch bewertet

    Kann es wirklich nicht mehr so weitergehen?


    Judith Rogge ist fast fünfzig Jahre alt und steht an einem Scheideweg:
    Ihre Ehe mit einem Mann, den sie eigentlich nicht wollte, scheint am Ende; ihre drei erwachsenen Kinder brauchen sie nicht mehr; sie ist mit sich selbst total unzufrieden. Und dann stirbt auch noch ihre Mutter. Nun ist sie die Nächste. Kann das alles gewesen sein?
    Die Fahrt zur Beerdigung ihrer Mutter führt sie aus Hamburg-Wedel nach Jülich im Rheinland, wo sie auch ihre frühere beste Freundin Anne, deren Leben gerade durch eine Krankheit auf der Kippe steht, und ihre große Liebe Heiko wiedersieht. Hier nimmt sie sich eine Auszeit und überdenkt ihr bisheriges und ihr vielleicht zukünftiges Leben.


    Ich bin zwar schon etwas älter als Judith, habe mich aber beim Lesen immer wieder an die Zeit erinnert, als ich mit mir selbst immer wieder gehadert habe. Ich denke, diese Phase macht jede Frau mehr oder weniger mal durch. Schon daher hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Die eingestreuten Songtexte aus Judiths Jugendzeit haben mich auch immer wieder an mich selbst in dieser Zeit erinnert.

    Da die Geschichte von Judith selbst erzählt wird, kann ich ihr Handeln und ihre Gedanken noch besser verstehen. Bin viel näher an ihr dran. Sie ist mir mit ihrer lieben, herzlichen und hilfsbereiten Art sofort sympathisch. Aber auch die anderen Menschen, in deren Umfeld ich mich hier bewege, werden sehr realitätsnah, menschlich und gut vorstellbar beschrieben.

    Es geht um verschiedene menschliche Schicksale, um Fragen, die in einem bestimmten Alter fast von alleine kommen, von einer Krise, die bewältigt werden will. Obwohl es um viele ernste Themen geht, driftet die Geschichte zu keinem Zeitpunkt ins deprimierende ab. Die kleinen humorvollen Spitzen, die immer wieder eingestreut werden, aber auch die lebensbejahende Art von Judith lässt für ein Schmunzeln immer wieder Raum.

    Bisher habe ich noch kein Buch der Autorin gelesen. Was sich aber nun nach „Es wird Zeit“ ändern wird. Mir hat der eingängige, leicht zu lesende und zu verstehende und sehr realitätsnah geschriebene Roman sehr gut gefallen. Eine so warmherzige Geschichte mit viel Humor, mit traurigen Momenten, jeder Menge Emotionen und viel Gefühl, der mich nachdenklich gemacht hat. Der aber auch zeigt, wie viel das Leben zu bieten hat. Man muss es nur annehmen.

    Wunderschöne Zeichnungen von Peter Pichler runden den Roman ab.

    Ich habe es nicht bedauert, einen kleinen Teil ihres Lebens mit Judith gemeinsam gegangen zu sein. Nein, ich habe es richtig genossen.

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  • 5 Sterne

    18 von 21 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Schmökerwürmchen, 12.09.2019 bei bewertet

    Als Buch bewertet

    Bisher habe ich alle Romane der Autorin mit Genuss gelesen und so habe ich mich auf ihr neuestes Werk gefreut. Ildikó von Kürthy hat einen einzigartigen Schreibstil, der mich bisher in jedem ihrer Bücher voll berühren konnte.
    In „Es wird Zeit“ geht es um Judith, die kurz vor ihrem 50. Geburtstag steht. Für sie Anlass genug, ein Resümee über ihr Leben zu ziehen. In ihrer Ehe mit Joachim ist sie lange nicht mehr glücklich, in Wedel, vor den Toren Hamburgs, hat sich Judith nie richtig wohl gefühlt und ihre drei erwachsenen Söhne haben bereits das Haus verlassen. Was hat die Zukunft da noch an Aufregung zu bieten? Judith steckt in einer Lebenskrise, ihre Gedanken drehen sich ständig um die paar Kilos zu viel auf den Hüften, Essen und welche Lebensweise doch die gesündere wäre. Der Tod ihrer Mutter ändert alles. Judith reist nach 20 Jahren in ihre rheinländische Heimat und trifft dort auf ihre Jugendfreundin Anne. Genau vor dieser Begegnung hatte sie sich die letzten Jahre gedrückt, denn Judith hat ein großes Geheimnis. Doch sie ist nicht die einzige. Anne ist an Krebs erkrankt und Judith steht ihr bei, die beiden kommen sich wieder näher. Können sie die alte Vertrautheit aus Kindertagen wieder aufbauen? Und findet Judith Erfüllung in ihrem Leben?

    In diesem Roman dreht es sich um die großen Themen wie Liebe, Heimat, Vergangenheitsbewältigung und Neuanfänge. Gleichzeitig begibt man sich als LeserIn auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. In Rückblicken wird über die Kindheit und Jugendzeit der beiden Freundinnen erzählt, immer wieder verknüpft mit der Gegenwart. Ildiko von Kürthy hat mich mit ihrem unnachahmlichen Stil wieder genauso eingenommen wie in ihren vorherigen Romanen. Hier bekommt man wirklich die gesamte Palette an Emotionen, gerade noch spürte man die Melancholie über Vergangenes, schon muss man im nächsten Moment wieder schmunzeln. Jeden Gedankengang der Protagonistin bekommt man schonungslos mitgeteilt, wobei sie ständig abschweift und die Gedanken sich überrollen, aber im positiven und humorvollem Sinne. Ständig dachte ich, ja, genauso ist es, ja, genauso war es früher in meiner Kindheit und Jugend.
    Nur manchmal hätte ich Judith gern ein bisschen geschüttelt, dass sie doch endlich handelt, ihr Leben in die Hand nimmt und nicht nur melancholisch zurückblickt und lamentiert. Doch so ist eben ihr Charakter und schließlich macht sie gemeinsam mit Anne eben doch eine Entwicklung durch.
    Zudem nimmt die Geschichte ihren ganz eigenen Verlauf, es gibt Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, was diesem Buch eine gewisse Spannung verleiht, möchte man doch zu gerne wissen, wie einzelne Figuren auf die Begebenheiten reagieren.
    Besonders über die Nebencharaktere Erdal und Karsten habe ich mich gefreut. Erdals divenhafte Art war mir bereits schon aus den vorherigen Romanen bekannt und so war er mir auf Anhieb wieder vertraut. Was habe ich mich gefreut, als er mit Pauken und Trompeten wieder auf der Bildfläche erschien.
    Besonders schön an den Romanen der Autorin finde ich, dass die Protagonisten mit meinem zunehmenden Alter genauso mitwachsen und ich mich desöfteren, wenn auch nicht in allen Punkten, mit den Charakteren identifizieren kann.
    Auch von der Aufmachung her ist das Buch ein Highlight. Eigentlich ist mir der Inhalt wichtig, die Optik spielt für mich eher eine untergeordnete Rolle. Doch hier ist die Story mit wundervollen Zeichnungen gespickt, angepasst an den Inhalt.
    Ganz große Klasse, dieser Roman besticht gleichzeitig durch Leichtigkeit und Trauer, Melancholie und wirkt doch so lebensbejahend. Man sollte nie die Hoffnung aufgeben und das Leben in vollen Zügen und all seinen Facetten genießen, Nächte durchtanzen und sich keine Gedanken über das nächste Glas Wein nach Mitternacht machen.
    Zum Schluss kann ich nur noch hoffen, dass sich die Autorin bis zu ihrem nächsten Roman nicht so viel Zeit lässt.

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  • 4 Sterne

    8 von 14 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    büchernarr, 15.09.2019

    Als Buch bewertet

    Judith ist seit 20 Jahren mit Joachim verheiratet, mehr aus Not als aus Liebe. Jetzt haben sie drei erwachsene Kinder, die unabhängig sind und nicht mehr an ihre Schürze hängen, ein Haus, das Judith nicht gefällt, weil es nicht nach ihrem Geschmack und Wünschen eingerichtet ist und ein Leben, das von Langeweile und Monotonie gefüllt ist. Judith will sich verändern, ihr Aussehen ihr Gewicht, will etwas Neues erleben, wieder geliebt werden. Aber als dann auch noch ihre Mutter stirbt, ist sie am Boden zerstört. War es das mit dem Leben? Die Mid-lifecrisis ist nicht weit.
    Bei der Beerdigung ihrer Mutter trifft sie in ihrer alten Heimat auf ihre ehemals beste Freundin Anne und ihre Jugendliebe Heiko. Letzterer, der sie damals verlassen hat, macht ihr jetzt wieder Avancen. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen aber hat auch Hemmungen. Wird sie ein Abenteuer wagen?
    Das Buch hat mich sehr zum Nachdenken, Lachen und Weinen gebracht. Der Schreibstil ist leicht und locker. Sicherlich nicht mein letztes Buch von Ildiko von Kürthy.

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  • 3 Sterne

    4 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    eleisou, 18.10.2019

    Als Buch bewertet

    Ein Gesellschaftsroman über Frauen in der Midlife Crisis mit einer guten Prise Humor ist immer angenehm zu lesen, doch darüber hinaus sollte man sich auch manchmal Gedanken darüber machen, ob man nicht zu sehr auf hohem Niveau jammert, wenn gleichzeitig Krankheit, Armut und Hunger die Welt regieren. Selbst wenn ich es nicht so streng nehmen sollte und versuchen könnte mich mit dem Hauptcharakter Juduth zu amüsieren, muss ich doch gestehen, dass ich sehr wenig mit der Protagonistin gemein habe. Dies war mein erster Roman von Ildikó von Kürthy und ich habe ihn mir nach dem Haufen der positiven Kritiken gekauft, weil ich dachte, dass das vielleicht amüsant sein würde, aber es ist einfach nicht mein Fall. Vieleicht liegr es auch daran, dass ich nicht momentan zur Zielgruppe gehöre.
    Als Fazit würde ich sagen das Buch ist weniger ein Roman als eine nicht enden wollende Wiederholung der selben Gedankengänge über das Alterswerden und vor allem die körperlichen Veränderungen mit deutlich zu viel Gejammer. Schade.

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  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    brauneye29, 23.08.2019 bei bewertet

    Als Buch bewertet

    Zum Inhalt:
    Mit fast 50 fragt Judith sich, was denn jetzt noch kommen soll. Die Kinder sind groß, die Ehe so lala und eigentlich plätschert das ganze Leben so dahin. Als ihr Mutter stirbt kehrt sie nach 20 Jahren in die alte Heimat zurück und plötzlich alles, an das sie geglaubt hat aus den Fugen.
    Meine Meinung:
    Bisher habe ich nicht viel von der Autorin gelesen und hatte auch eine falsche Vorstellung von dem, was man von ihr zu lesen bekommt. Ich bin so was von positiv überrascht von diesem Buch. Die feinen Wechsel zwischen Humor und Ernst setzt sie extrem gekonnt in diesem Buch um. Man kann sich enorm gut in die Personen hineinfühlen und nachvollziehen, was den Protagonisten passiert und wie sie damit umgehen. Ein Buch der leisen Töne, dass einen auf besondere Weise berührt und sicher auch die ein oder andere Träne, aber auch einen Lacher hervorruft. Und dazu kommen die echt schönen Illustrationen, die jeweils richtig gut zum Text passen.
    Fazit:
    Nutze die Zeit.

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  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    schliesi, 20.10.2019 bei bewertet

    Als Buch bewertet

    Inhalt und meine Meinung:
    Judith, Mutter von drei erwachsenen Söhnen, steht kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag. Ihr Mann Joachim und sie haben sich auseinandergelebt, dann stirbt ihre Mutter und Judith kehrt nach zwanzig Jahren in ihre alte Heimat zurück. Dort trifft sie ihre beste Freundin Anne aus Kindheits- und Schulzeiten wieder, die unheilbar an Krebs erkrankt ist und verliebt sich Hals über Kopf wieder in ihren Schulfreund. Eine wundervolle Geschichte, die sehr ans Herz geht, Ildikó von Kürthys Roman hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist nachvollziehbar erzählt und spielt mitten im Leben. Man freut sich und leidet mit den Protagonisten mit, sie sind nahbar und lebensecht beschrieben. Ich empfehle diesen emotionalen Roman gerne weiter und auch mein Buch gebe ich sofort an meine Freundinnen weiter.

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