In tiefen Schluchten, Anne Chaplet

In tiefen Schluchten

Ein Kriminalroman aus dem Süden Frankreichs

Anne Chaplet

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    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Diana E., 10.09.2017

    Als Buch bewertet

    Anne Chaplet – In tiefen Schluchten

    Carl und Tori, die eher aus pragmatischen Gründen geheiratet haben, aber woraus dann doch eine unendlich tiefe und vertraute Liebe wurde, ziehen nach Belleville, in ein Dorf im Süden Frankreichs. Eigentlich weiß Tori nicht viel über die Vergangenheit ihres Mannes und erst nach dem Tod, erfährt sie über ihn Einzelheiten und den Hugenotten, die sie sehr faszinieren. Auch das Haus in dem die beiden gezogen sind, Maison Sarrasine, hat einen interessanten historischen Hintergrund.
    Die ehemalige Rechtsanwältin wird neugierig, als bei ihrer Freundin ein Feriengast abhanden kommt, Adriaan ist von seinem Ausflug nicht zurück gekommen und als es dann auch noch einen Todesfall im Dorf gibt, gibt es genug Spekulationen, die unterschiedlicher nicht sein können.
    Die eingeschworene Dorfgemeinschaft sieht die tragischen Fälle nicht in einem Zusammenhang, aber Tori will Spuren nachgehen und fällt dabei selbst sehr tief und gerät in Lebensgefahr.

    „In tiefen Schluchten“ ist mein erster Roman von Anne Chaplet, die unter ihrem Klarnamen Cora Stephan bereits einige Bücher veröffentlicht hat.
    „In tiefen Schluchten“ wurde als „Ein Kriminalroman aus dem Süden Frankreichs“ angepriesen.

    Zuerst das Positive:
    Der Roman liest sich flüssig und durch die relativ kurzen Abschnitte, die die Kapitel unterteilen ist ein Wiedereinstieg in die Geschichte problemlos möglich.
    Der Roman wird sehr atmosphärisch beschrieben, mit vielen detaillierten Beschreibungen von Land und Bewohner des Dorfes. Dazu gibt es haufenweise historische Fakten die gut recherchiert erscheinen und dem Roman einen schönen Flair gibt und was die Idylle des Romans unterstreicht.
    Die Charaktere sind hier besonders gut ausgearbeitet und lebendig und detailliert dargestellt, sodass man sich schnell die Leute vorstellen kann, die dieses wundersame Fleckchen Erde bewohnen. Ihre Eigenheiten sind ebenfalls sehr gut dargestellt, sodass sich eine buntgemischte Menschenmenge ergibt, die im Hinblick auf einen historischen und religiösen Hintergrund nicht unterschiedlicher sein können.
    Schon allein deswegen hätte der Roman 4 Sterne verdient.

    Leider hab ich allerdings einige Kritikpunkte:
    Zum einen handelt es sich hier sicherlich um einen spannenden Roman, wenn man die historischen Begebenheiten bedenkt und diese in den Vordergrund stellt, allerdings ist dieses Buch für mich überhaupt kein Krimi. Natürlich gibt es Tote, es gibt auch ein großes Geheimnis, aber das reicht für mich überhaupt nicht aus, dieses Buch als Krimi darzustellen.
    Der Spannungsbogen geht immer wieder verloren, durch die sehr schönen, aber doch langatmigen Beschreibungen der Schauplätze und der Personen.
    Dazu kamen wirklich sehr viele angefangene Fakten, von der Suche über Einhörner bis hin zu den Hugenotten, katholischen Kriege, Kreuzzüge und letztendlich dann auch noch fiktiver Fähigkeiten der Hauptperson Tori, die nicht wirklich für die Spannung der Geschichte wichtig gewesen wären.
    Ich mag Tori, sie ist sympathisch, erschien bis zur ersten Hälfte des Buches zwar noch genauso blass wie zu Anfang, was sich aber im späteren Verlauf deutlich änderte. Sie ist liebenswert, hat das Herz am rechten Fleck und sie hat ihren Mann sicherlich geliebt, dennoch wundert es mich, dass sie sich so schnell fremden Leuten anvertraut und Geheimnisse recht schnell ausplaudert. Was da allerdings die merkwürdigen Halluzinationen/Visionen in der Geschichte sollen, bleibt für mich unklar und wirkt doch stark konstruiert.
    Nico, ein ehemaliger Polizist, der mit seinen Dämonen hadert, empfand ich da als ehrlicher, realer und irgendwie trotz seiner Neugier auch zugänglicher.
    Meine Lieblingsfigur in diesem Roman war July, ein schwarzer Pittbull, der die Geschichte immer wieder aufgelockert und zu einigen Problemlösungen beigetragen hat.

    Insgesamt hat mich der Roman unbefriedigt zurück gelassen, da ich mir mehr Antworten auf meine Fragen und vor allem der vielen, vielleicht überflüssigen, Handlungsstränge gewünscht habe.
    Es soll zwar Fortsetzungen zu dem Roman geben, aber die Frage ist, ob diese Geschichte hier noch mal aufgegriffen wird oder ob die Anwältin vielleicht ein neues Abenteuer erlebt.

    Mir persönlich fehlte das gewisse Etwas, war ich sehr bedauerlich finde, da ich mich auf die Geschichte gefreut habe.

    Ginge es um einen historischen Roman hätte ich 4 Sterne vergeben, als Krimi kann ich leider nicht mehr als 2 Sterne vergeben. Und deswegen bekommt das Buch leider nur knappe 3 Sterne, denn mehr ist beim besten Willen für mich leider nicht drin.
    Es tut mir leid, keine positivere Rezension schreiben zu können.

    Das Cover ziert ein wunderschönes Landschaftbild, dass die Dorfidylle gut einfängt.

    Fazit: Leider wurde das Buch in das falsche Genre eingeordnet, trotzdem schöne Geschichte.

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    janein
  • 3 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Dominik S., 19.10.2017

    Als Buch bewertet

    "In tiefen Schluchten" von Anne Chaplet (die eigentlich Cora Stephan heißt), erscheint am 17.08.2017 bei Kiepenheuer & Witsch. Das Buch umfasst 320 Seiten und kostet als Taschenbuch 9,99€.

    Das Cover ist sehr gut gewählt und passt schön zum Thema und dem Handlungsort. Ein Krimiroman aus dem Süden Frankreichs ist natürlich mal etwas Neues und noch nicht so oft da gewesen. Der Band soll der Start in eine neue Reihe sein - wieviele Teile die Reihe umfassen soll ist noch nicht bekannt. Zum Inhalt möchte ich gar nicht viel verraten, da man das wirklich selbst lesen muss. Der Schreibstil ist schön flüssig, die Charaktere sind lebhaft und gut beschrieben. Frau Chaplet versteht ihr Handwerk und ganz nebenbei eignet man sich noch historisches Wissen an. Ein solides Buch, dass sich gut auf dem Nachttisch macht.

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    janein
  • 3 Sterne

    Diana E., 13.09.2017

    Als Buch bewertet

    Anne Chaplet – In tiefen Schluchten

    Carl und Tori, die eher aus pragmatischen Gründen geheiratet haben, aber woraus dann doch eine unendlich tiefe und vertraute Liebe wurde, ziehen nach Belleville, in ein Dorf im Süden Frankreichs. Eigentlich weiß Tori nicht viel über die Vergangenheit ihres Mannes und erst nach dem Tod, erfährt sie über ihn Einzelheiten und den Hugenotten, die sie sehr faszinieren. Auch das Haus in dem die beiden gezogen sind, Maison Sarrasine, hat einen interessanten historischen Hintergrund.
    Die ehemalige Rechtsanwältin wird neugierig, als bei ihrer Freundin ein Feriengast abhanden kommt, Adriaan ist von seinem Ausflug nicht zurück gekommen und als es dann auch noch einen Todesfall im Dorf gibt, gibt es genug Spekulationen, die unterschiedlicher nicht sein können.
    Die eingeschworene Dorfgemeinschaft sieht die tragischen Fälle nicht in einem Zusammenhang, aber Tori will Spuren nachgehen und fällt dabei selbst sehr tief und gerät in Lebensgefahr.

    „In tiefen Schluchten“ ist mein erster Roman von Anne Chaplet, die unter ihrem Klarnamen Cora Stephan bereits einige Bücher veröffentlicht hat.
    „In tiefen Schluchten“ wurde als „Ein Kriminalroman aus dem Süden Frankreichs“ angepriesen.

    Zuerst das Positive:
    Der Roman liest sich flüssig und durch die relativ kurzen Abschnitte, die die Kapitel unterteilen ist ein Wiedereinstieg in die Geschichte problemlos möglich.
    Der Roman wird sehr atmosphärisch beschrieben, mit vielen detaillierten Beschreibungen von Land und Bewohner des Dorfes. Dazu gibt es haufenweise historische Fakten die gut recherchiert erscheinen und dem Roman einen schönen Flair gibt und was die Idylle des Romans unterstreicht.
    Die Charaktere sind hier besonders gut ausgearbeitet und lebendig und detailliert dargestellt, sodass man sich schnell die Leute vorstellen kann, die dieses wundersame Fleckchen Erde bewohnen. Ihre Eigenheiten sind ebenfalls sehr gut dargestellt, sodass sich eine buntgemischte Menschenmenge ergibt, die im Hinblick auf einen historischen und religiösen Hintergrund nicht unterschiedlicher sein können.
    Schon allein deswegen hätte der Roman 4 Sterne verdient.

    Leider hab ich allerdings einige Kritikpunkte:
    Zum einen handelt es sich hier sicherlich um einen spannenden Roman, wenn man die historischen Begebenheiten bedenkt und diese in den Vordergrund stellt, allerdings ist dieses Buch für mich überhaupt kein Krimi. Natürlich gibt es Tote, es gibt auch ein großes Geheimnis, aber das reicht für mich überhaupt nicht aus, dieses Buch als Krimi darzustellen.
    Der Spannungsbogen geht immer wieder verloren, durch die sehr schönen, aber doch langatmigen Beschreibungen der Schauplätze und der Personen.
    Dazu kamen wirklich sehr viele angefangene Fakten, von der Suche über Einhörner bis hin zu den Hugenotten, katholischen Kriege, Kreuzzüge und letztendlich dann auch noch fiktiver Fähigkeiten der Hauptperson Tori, die nicht wirklich für die Spannung der Geschichte wichtig gewesen wären.
    Ich mag Tori, sie ist sympathisch, erschien bis zur ersten Hälfte des Buches zwar noch genauso blass wie zu Anfang, was sich aber im späteren Verlauf deutlich änderte. Sie ist liebenswert, hat das Herz am rechten Fleck und sie hat ihren Mann sicherlich geliebt, dennoch wundert es mich, dass sie sich so schnell fremden Leuten anvertraut und Geheimnisse recht schnell ausplaudert. Was da allerdings die merkwürdigen Halluzinationen/Visionen in der Geschichte sollen, bleibt für mich unklar und wirkt doch stark konstruiert.
    Nico, ein ehemaliger Polizist, der mit seinen Dämonen hadert, empfand ich da als ehrlicher, realer und irgendwie trotz seiner Neugier auch zugänglicher.
    Meine Lieblingsfigur in diesem Roman war July, ein schwarzer Pittbull, der die Geschichte immer wieder aufgelockert und zu einigen Problemlösungen beigetragen hat.

    Insgesamt hat mich der Roman unbefriedigt zurück gelassen, da ich mir mehr Antworten auf meine Fragen und vor allem der vielen, vielleicht überflüssigen, Handlungsstränge gewünscht habe.
    Es soll zwar Fortsetzungen zu dem Roman geben, aber die Frage ist, ob diese Geschichte hier noch mal aufgegriffen wird oder ob die Anwältin vielleicht ein neues Abenteuer erlebt.

    Mir persönlich fehlte das gewisse Etwas, war ich sehr bedauerlich finde, da ich mich auf die Geschichte gefreut habe.

    Ginge es um einen historischen Roman hätte ich 4 Sterne vergeben, als Krimi kann ich leider nicht mehr als 2 Sterne vergeben. Und deswegen bekommt das Buch leider nur knappe 3 Sterne, denn mehr ist beim besten Willen für mich leider nicht drin.
    Es tut mir leid, keine positivere Rezension schreiben zu können.

    Das Cover ziert ein wunderschönes Landschaftbild, dass die Dorfidylle gut einfängt.

    Fazit: Leider wurde das Buch in das falsche Genre eingeordnet, trotzdem schöne Geschichte.

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    janein
  • 3 Sterne

    Isabelle B., 22.09.2017

    Als Buch bewertet

    "In Tiefen Schluchten", ist der Start einer neuen Krimireihe aus dem Süden Frankreichs, in dem die Ex Anwältin Tori Godon, längst vergessene Geheimnisse eines Dorfes und der Hugenotten aufwühlt und ans Tageslicht bringt, geschrieben von Anne Chaplet.

    In der wilden und eigenen Landschaft Frankreichs, fernab einer elemantaren Landschaft des Vivarais am Fusse der Cevennen, wohnt neben Rebellen, Eigenbrötler und Propheten auch seit einigen Jahren Tori Godon. Die frisch verwitwete Exanwältin ist 42 Jahre alt und auf der Suche nach einer neuen Aufgabe.

    Ihr Interesse ist geweckt, als ein holländischer Höhlenforscher, der sich bei ihrer Freundin und Pensionsbesitzerin Eva einquartiert hat, plötzlich unauffindbar und als verschwunden galt. Tori ist beunruhig, doch weder Eva noch die Dorfpolizei schenken dem Verschwinden des Höhlenforschers grosse Aufmerksamkeit.
    Das ändert sich jedoch, als Didier Thibon Tori von sagenhaften Schätzen und Schmugglerverstecken in den umliegenden Höhlen erzählt. Doch schon kurze Zeit später, wird er in seiner Wohnung tot aufgefunden. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden, der jedoch ebenfalls schon nach wenigen Tagen Tod aufgefunden wird. Als sich Tori selbst auf die Suche nach dem Schatz begibt wo sie den Höhlenforscher vermutet, gerät ihr Leben plötzlich selbst in Gefahr.

    Zu Beginn der Geschichte, passiert erstmal nichts grossartiges, vielmehr lernt man Tori und die Dorfbewohner etwas näher kennen.
    Schnell stellt man fest, das die Bevölkerung grosse Eigenbrötler sind, bei denen sich klatsch und Tratsch schneller verbreitet als es ausgesprochen ist. Sie leben in ihrer eigenen Welt, wobei die Dorfgemeinschaft zusammen hält. Im weiteren Verlauf der Geschichte, erfährt man, das der verschwundene Holländer auf frühere Aktivitäten die mit den Hugenotten zusammen hängen, gestossen ist. Diese fanden eins Zuflucht in dieser Region, in dem Dorf die eine eigenen Gemeinschaft waren. Dabei vertieft und beschreibt die Autorin sehr detailliert und realitätsnah die Geschichte der Hugenotten die man sich sehr bildhaft und gut vorstellen konnte. Als Leser habe ich sehr aufmerksam den Beschreibungen gefolgt, und empfand es als sehr spannend, was die Hugenotten mit dem Dorf verbindet. Kleine Anhaltspunkte, verspiegelte bunte Fenster eine Bibel und ein Psalmbuch, sorgen jedoch für Unmut bei den Dorfbewohnern, das die Geschichte für mich irgendwie lebendig gemacht hat.

    Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und fliessend, sodass man beim lesen sehr zügig durch die Kapitel gelangt. Doch obgleich es sich um einen Kriminalroman handelt, wurde ich vom Krimifeeling leider nicht gepackt. Denn obwohl die Kurzbeschreibung auf eine Packende und fesselnde Handlung schliessen lässt, wird in dem Roman wenig bis fast gar nicht ermittelt.
    Dadurch das die Ermittlungsarbeiten fehlen, ist unklar, wer schlussendlich für den ein oder anderen Mord verantwortlich ist. Auch Tori, die einer Brandstiftung zum Opfer fällt, legt sich nach löschen des Brandes, lieber wieder schlafen anstatt die Dorfpolizei zu informieren. Interessant ist war ihr altes Haus und dessen Geschichte, das ich mir jedoch einfach zu wenig Bildhaft vorstellen konnte. Eine Wand die eingerissen wird, ein Gemälde das vom Dachboden in ein Büro reicht, sind Beschreibungen die einfach detailreicher ausgeweitet und beschrieben werden müssen, um sie sich vorstellen zu können.
    Manche Handlungsstränge waren mir zu wenig durchdacht und wirkten daher nicht realitätsnah.
    Toll hingegen waren die Beschreibungen der Geschichte über die Hugenotten und das Leben. Hier hat die Autorin viel liebe und Herzblut reingesteckt, das man beim lesen auch gespürt hat.

    Ein Roman der zwar auf geschichtlicher Ebene unterhalten hat, jedoch von einem Krimi weite entfernt war.

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    janein
  • 3 Sterne

    Anne H., 09.08.2017

    Als Buch bewertet

    Tori Godon ist Patentanwältin. Zusammen mit ihrem Mann Carl hat sie ein uraltes Häuschen in den Cevennen gekauft, um nicht zu viel von der Handlung vorwegzunehmen, sage ich „aus persönlichen Gründen“ und da seine Familie aus dieser Gegend stammte, Anfang des 18. Jahrhunderts jedoch fliehen musste, da sie den Hugenotten angehörten. Mittlerweile ist Tori allein, und ist irgendwie ein bisschen haltlos geworden: soll sie nach Deutschland zurückkehren, soll sie in Frankreich bleiben, in dieser schroffen Gegend, die in den letzten Jahrzehnten zahlreiche alternative deutsche Auswanderer angelockt hat, aber ansonsten weniger das „typische“ Südfrankreich repräsentiert – hier gibt es vor allem Höhlen, die Geologen und Archäologen faszinieren wegen der bekannten Höhlenmalereien, Wanderer und Radfahrer. Als ein niederländischer Tourist plötzlich verschwindet, interessiert sich niemand so wirklich dafür (…merkwürdig…). Erst als es zu weiteren Vorfällen kommt, gerät der Vermisste in den Fokus der Polizei – aber auch ohne wirkliche Ermittlungs- oder Suchaktionen. Tori findet zeitgleich einiges über die bewegte Geschichte ihres altes „Maison Sarassine“ heraus und ein Zufallsfund stellt dann plötzlich eine Verbindung zu dem Verschwundenen her.
    Leider konnte mich „In tiefen Schluchten“ nicht vollends überzeugen. Für einen guten Krimi fehlte mir einfach an allen Ecken und Enden etwas, nicht zuletzt ein wirklicher „Fall“. Zu verworren die historischen Hintergründe von Hugenotten bis Résistance-Kämpfer, zu unerklärlich das Verhalten der Bewohner Bellevilles, insgesamt zu blass die Haupt- und Nebenfiguren und dazu dann auch noch ein in meinen Augen merkwürdiges Ende: viele offene Fragen, weiter ermittelt wird nicht, da man ja wieder jemandem auf die Füße treten könnte, aber Tori hat ihren Weg in die Herzen der Bürger gefunden, da sie ihnen ihren Stolz zurückgegeben hat. Irgendwie saß ich nach der letzten Seite kopfschüttelnd da und habe mich gefragt, warum?
    !!!!Spoilerwarnung: Viele Schilderungen oder Handlungen fand ich nicht wirklich nachvollziehbar, zum Beispiel die erste Begegnung zwischen Tori und Adriaan, ich weiß nicht wie wahrscheinlich diese „coole“ Reaktion ist? „Ach, da ist ja schon wer?“ Ich vermute mal, so ein bisschen erschrocken hätte man sein dürfen. Der Brand in Toris Keller: Sinn und Zweck erschließen sich mir nach wie vor nicht. Was wollte die Brandstifterin damit zeigen?
    Nicht zuletzt hat mich tatsächlich auch eine Sache jenseits der Handlung gestört: ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es ganz und gar nicht normal ist, in einer Selbstverständlichkeit immer und zu jeder Tageszeit, und in der ersten Hälfte des Buches ist es gefühlt alle 5 Seiten vorgekommen, zu viel Alkohol zu trinken und sich hinters Steuer zu setzen, auch in den Cevennen nicht. Die Polizei kommt in diesem „Krimi“ ja ohnehin nicht als Ermittlungsbehörde vor, aber das Buch suggeriert, dass dies ein normaler Umstand ist, die Bewohner dieses Landstrichs das nun mal so machen, es keinen interessiert, stört und auch keine Unfälle passieren. Irgendwie nicht gut.
    Fazit: viel Landschaft, wenig roter Faden, zu wenig Krimi, keine schlüssige Auflösung. Sehr bedingte Leseempfehlung.

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    janein
  • 3 Sterne

    Silvia K., 01.09.2017

    Als Buch bewertet

    Landschaftlich und geschichtlich interessant

    Das Buch „In tiefen Schluchten“ von Anne Chaplet war mein erster Ausflug in die französische Kriminalgeschichte bzw. nach Frankreich allgemein, von dem ich mir sehr viel erwartet habe, zumal mich auch momentan Bücher, in denen geschichtliche Hintergründe eine Rolle spielen, sehr interessieren. Leider kann ich das Buch am Ende jedoch nur durchschnittlich bewerten.

    Aufmerksam geworden bin ich auf den Kriminalroman definitiv durch das wunderschöne Cover – ich würde am liebsten sofort selbst an diesen schönen Ort, in die wilde Landschaft des Vivarais reisen! Dass man im Inneren des Umschlages auch noch Karten vorfindet, finde ich ebenfalls super und die landschaftlichen Beschreibungen in der Geschichte, die jedoch keinesfalls über Hand nehmen, habe ich sehr genossen.

    Die Geschichte dieser Region finde ich sehr interessant, wenn es auch etwas schwierig war, sie sich ohne großes Vorwissen im Laufe des Buches zusammen zu suchen und es sicher ratsam ist, sich über andere Medien noch intensiver damit zu beschäftigen, um noch mehr darüber zu erfahren. Interessant war ebenso das Dorf Belleville, in dem die Geschichte spielt, auch wenn es ein Ort der Imagination ist. Die Verschwiegenheit und Distanz Fremden gegenüber, das Geheimnis der Vergangenheit und welchen Bezug die Menschen zueinander haben.

    Die Personen, allen voran Tori, eine 42jährige Witwe, die eigentlich mit ihrem Mann dorthin gezogen ist, um die Geschichte der Vorfahren ihres Mannes zu erforschen, und Nico, ein guter Freund von ihr, waren mir nicht unsympathisch, sind mir aber durchwegs auch nicht so recht ans Herz gewachsen. Tori finde ich gut ausgearbeitet und man kann ihre Situation, Handlungen und Gefühle gut nachvollziehen.

    Etwas enttäuscht war ich von dem Teil, den der Krimi in der Geschichte einnimmt. Große Spannung darf man nicht erwarten und die Polizei interessiert sich in diesem Ort für sehr wenig. Dass ein Höhlenforscher von seinem Ausflug nicht zurückkehrt, interessiert lange niemanden und auch als sich die doch mysteriösen Todesfälle häufen, wird nicht nach dem Hintergrund gesucht, sondern logische Begründungen an den Tag gelegt, durch die man ja keine genaueren Nachforschungen anstellen muss, Hauptsache der Frieden der Gemeinschaft wird bewahrt. Eine solche Herangehensweise habe ich nicht erwartet und ist mir in noch keiner Geschichte begegnet. Ich hätte mir einfach bessere Polizeiarbeit gewünscht, wenn auch diese Herangehensweise irgendwo nachvollziehbar ist und ich mir durchaus vorstellen kann, dass diese Realität sein könnte.

    Den Schreibstil fand ich als angenehm und die Geschichte als gut flüssig und kurzweilig zu lesen und konnte mir mit den Beschreibungen gut vorstellen, wie die Landschaft und Personen aussehen könnten und war somit auch bildlich mit dabei, was ich oft als sehr wichtig erachte. Alles in allem hätte ich mir jedoch einfach mehr Krimi und Sympathie erwartet.

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    janein
  • 3 Sterne

    Andrea T., 06.08.2017

    Als Buch bewertet

    Toller Regiokrimi mit reichlich verschenktem Potenzial:

    Tori Godon, 42, lebt als ehemalige Anwältin und Witwe in einem wunderschönen, alten, geschichtsträchtigen Haus in Bellewille. Die wilde Landschaft am Fuß der Cevennen ist ein geschichtsträchtiger Ort, gilt es doch nicht nur als Herz des französischen Widerstands während des zweiten Weltkrieges, sondern hier verschanzten sich auch die Hugenotten und kämpften gegen die katholische Übermacht des Sonnenkönigs. Belleville ist selbst ein Ort voller Geheimnisse. Tori stößt bei ihren Recherchen auf eine finstere Vergangenheit, die so mancher Dorfbewohner lieber verheimlichen will. Als ein holländischer Höhlenforscher verschwindet und der alte Didier Thibon bei einem mysteriösen Unfall ums Leben kommt, ahnt Tori, dass es jemanden gibt, der das Geheimnis unbedingt bewahren will.

    Ich bin ein großer Fan von französischen Krimis, da ich die Ausflüge in die tollen Landschaften liebe und dabei gleich auch ein wenig über die Eigenheiten von Land und Kultur erlebe. Daher war ich sehr gespannt auf diese neue Landschaft im Süden von Frankreich. Ich wurde nicht enttäuscht. Denn der Autorin gelingt es mit ihren sehr bildhaften Beschreibungen von Umgebung und vom Dorf Belleville, dass ich mir den kleinen Ort sehr gut vorstellen und mit Tori durch die wilde Karstlandschaft regelrecht mitwandern konnte. Auch das Haus "Maison Sarasine", in dem Tori lebt, ist ein architektonisch sehr interessantes Gebäude, das mit seinen Gewölben, Fresken und geheimnisvollen Verstecken geradezu zum Eintauchen und Rätsel raten einlädt. Allerdings ist das nicht der klassische Krimi, den ich erwartet hatte. Die Charaktere sind zwar gut angelegt, aber bleiben oft farblos. Tori wirkt auf mich oft zu schwach und zu naiv und ist in ihrer Art nicht wirklich eine überzeugende Protagonistin. Die Geschichte plätschert eine ganze Weile vor sich hin, bevor der erste Tote überhaupt erstmal vorkommt. Wer eine temporeiche Kriminalgeschichte sucht, wird hier nicht fündig. Denn lange wird von Toris Freundschaft zu der Hündin des Nachbarn, Julie, berichtet und von Tori's eigenen Recherche zur langen Geschichte ihres Hauses, bei dem sie den deutschen Restaurator Jan näher kommt. Auch die Suche nach dem verschwundenen Holländer entwickelt sich nur sehr langsam. Zum Ende hin flacht die Geschichte leider sehr stark ab. Es gibt fast keinen Spannungsbogen und auch nicht wirklich einen echten "Gegner", der Tori bei ihren Recherchen herausfordert oder bedroht. Überhaupt bleiben viele Fragen zum Ende hin offen. Das tragische Geheimnis des Dorfes wird zwar gelüftet, aber die Auflösung wirkte auf mich eher schnell und knapp erzählt. Bleibt zu hoffen, dass eine Fortsetzung hier viele Fäden aufgreift oder ein neuer Fall mit mehr Spannung erzählt wird.

    Mein Fazit: Eine schön erzählte Kriminalgeschichte mit einer sehr interessanten kulturell-geschichtlichen Landschaft, aber mit vielen Höhen und Tiefen.

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    janein
  • 3 Sterne

    Gelinde R., 12.08.2017

    Als Buch bewertet

    In tiefen Schluchten, von Anne Caplet

    Cover:
    Ein Bild von genau dieser bizarren, rauen und doch wunderschönen Gegend in der die Geschichte3 des Buches spielt.

    Inhalt:
    Tori lebt als „Aussteiger“ in der wilden Landschaft des Vivarais, einer wilden und doch tief romantischen Landschaft.
    Als ein Holländischer Höhlenforscher verschwindet, schenkt dem niemand besondere Aufmerksamkeit. Hat er zu viel herumgefragt, nach der Vergangenheit?
    Als der alte Didier plötzlich tot aufgefunden wird, schrillen bei Tori alle Alarmglocken und sie beginnt mit der Suche. Dabei gerät ihr eigenes Leben auch noch in Gefahr.

    Es geht weit in die Vergangenheit, über die Weltkriege bis hin zu den Hugenotten.

    Meine Meinung:
    Eine Hommage an die wildromantische Landschaft am Fuße der Cevennen.
    Eine regelrechte Liebeserklärung. Auf jeder Seite isst dies zu spüren.

    Die Geschichte selber braucht (für meinen Geschmack) zu lange bis sie in die Gänge kommt. Mir ist zu viel Beschreibung, wenn auch die Natur dort gewaltig und unglaublich ist.
    Irgendwie habe ich immer auf die Spannung gewartet, dass es mal jetzt losgeht, aber irgendwie schlängelt sich das Ganze so dahin. Es wird vieles vermutet und in Frage gestellt, viele Blicke gehen in die Vergangenheit, bis zu den Hugenotten, aber es fehlt so der richtige rote Faden der mich in die Geschichte hineinzieht.

    Das Ende, die Auflösung, bzw., Erklärung ist mir dann zu dürftig, zu dubios, irgendwie unbefriedigend. Alle wissen Bescheid? Nur Nico hier nicht? Auch die Polizei (Masson) und er greift nicht früher ein?

    Meine Begeisterung ist immer mehr in sich zusammengeschrumpft.

    Autorin:
    Anne Chaplet ist das Pseudonym von Cora Stephan, unter dem sie mittlerweile mehrere Kriminalromane veröffentlicht hat.
    Cora Stephan ist seit mehr als dreißig Jahren freie Autorin. 2016 erschien der Roman „Ab heute3 heiße ich Margo“.

    Mein Fazit:
    Ein Kriminalroman bei dem ich die Betonung sehr stark auf „Roman“ für die herrliche Natur, legen würde.
    War ich noch am Anfang von der tollen Landschaftsbeschreibung begeistert, ist diese Begeisterung immer mehr in sich zusammengeschrumpft.
    Ganz am Anfang hätte ich noch 4 Sterne vergeben, dann lange Zeit nur noch 3, am Ende sogar nur 2.
    Somit jetzt das Mittelmaß 3 Sterne.

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    janein
  • 3 Sterne

    Renée J., 17.09.2017

    Als Buch bewertet

    Die verwitwete Anwältin Tori schwebt in dem kleinen französischen Dorf Belleville zwischen der Vergangenheit der Familie ihres Mannes und den aktuellen Ereignisse im Dorf hin und her. Bis diese sich plötzlich zu verbinden scheinen und ein holländischer Höhlenforscher immer länger verschwunden bleibt.


    Ich hatte positiver Erwartung zu diesem Buch aber leider kann ich im Nachhinein nicht sagen das es ein "rundes Ding" war.


    Der erste Teil des Buches war sehr langatmig und die Spannung bleibt bei diesem herabgestuften Tempo leider fast gänzlich auf der Strecke. Die schönen und ausschweifenden Landschaftsbilder waren für mich persönlich da kein angemessener Austausch. Die französische Berg-Atmosphäre mag dadurch gut zur Geltung kommen aber für einen Krimi reicht das leider nicht.

    Im zweiten Teil des Buches beschleunigt sich das Tempo der Handlung dann so schlagartig dass mir ein Übergang gefehlt hat. Erst wird Toris gesamter Tagesablauf detailreich geschildert und dann plötzlich nur noch ein Moment daraus, nur um am Ende wieder ab zur flauen.


    Apropos Ende, auch hier war ich enttäuscht, das Ende lässt viele Fragen die sich im Laufe des Buches dem Leser stellen einfach offen und war dadurch weder schlüssig noch befreiend.


    Leider ist aufgefallen das zwar viele interessante Themen angerissen wurden, aber keines richtig vertieft werden konnte. Ich als Leser würde mir da eher ein festes Thema wünschen, da sonst viel Ideen-Potenzial der Autorin verloren geht.


    Tori als Charakter mochte ich, da sie eine facettenreiche Persönlichkeit war und den Leser auf eine Reise voller gut recherchierter Fakten über die Geschichte von Religion und Toleranz, speziell die Hugenotten betreffend, mitgenommen hat. Das reicht hier das reicht in meinen Augen aber leider nicht um einen guten Krimi zu ersetzen.


    Mein Fazit ist daher Krimiliebhabern ist von diesem Buch eher abzuraten, wer einfach ein schönes Buch über die Berge Frankreichs und deren Geschichte lesen will sollte es ausprobieren.

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    janein
  • 3 Sterne

    Siglinde H., 06.08.2017

    Als Buch bewertet

    Die Vergangenheit ist allgegenwärtig.
    Tori Godon ist vor ein paar Jahren mit ihrem mittlerweile verstorbenen Ehemann von Berlin nach Belleville an der Ardeche gezogen. Der Grund war, dass ihr Mann hugenottische Wurzeln hatte und mehr über seine Familiengeschichte herausfinden wollte. Das Vivarais war und ist eine Hochburg der Hugenotten und des Widerstands. Tori scheint gut in das Dorfleben integriert . Sie wohnt in einem der ältesten und geschichtsträchtigsten Haus im Dorf und liebt ihre neue Heimat. Um sich von der Trauer um ihren Mann abzulenken, beginnt sie, sich mit der Geschichte ihres Hauses näher zu befassen. Sie stößt auf Überreste sowohl aus der Zeit der Hugenottenverfolgung als auch der Resistance im 2. Weltkrieg. Doch je mehr Fragen sie stellt, desto mehr Türen scheinen sich zu schließen. Dann stirbt ein Dorfbewohner unter ungeklärten Umständen, von dem sie sich Hilfe bei ihren Nachforschungen erhofft hat. Jemand scheint verhindern zu wollen, dass sie Geheimnisse aus der nahen Vergangenheit aufdeckt. Aber warum ?
    Das Buch besticht durch seine wunderbaren Beschreibungen der Landschaft des Vivarais. Man möchte am liebsten seinen Koffer packen und hinfahren. Ebenfalls interessant sind die geschichtlichen Ausführungen zur Hugenottenverfolgung, der Resistance und die möglichen Zusammenhänge.
    Tori ist eine sympathische Frau, verletzlich in ihrer Trauer um ihren Mann, die versucht ihren Platz im Leben neu zu finden. Ohne es gewollt zu haben, wird sie in eine Tragödie aus der Vergangenheit verwickelt.
    Ob ich das Buch als Krimi bezeichnen würde, bin ich mir nicht sicher. Allzu gemächlich entwickelt sich die Geschichte und bei dem Todesfall ist es nicht sicher, ob es Mord war. Dennoch ist das Buch unterhaltsam, lebt von den bildhaften Landschaftsbeschreibungen und den geschichtlichen Hintergründen.
    Ein Thriller ist es nicht.

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    janein
  • 3 Sterne

    Bibliomarie, 01.08.2017

    Als Buch bewertet

    Tori Godon lebt seit einiger Zeit im Vivarais. Ihr verstorbener Mann, Nachfahre der dort verfolgten Hugenotten, wollte seine Familiengeschichte erforschen. Aber nun bleibt sie Witwe allein zurück. Als sie erfährt, dass ein junger holländischer Höhlenforscher verschwunden ist, reagiert sie beunruhigt, auch etwas verständnislos, da die Vermieterin keine Anstalten macht, den Vermissten zu melden. Dann stirbt der alte Didier, der ihr am Vorabend noch mit vielen geheimnisvollen Andeutungen von den alten Höhlen in der Umgebung erzählte, unter ungeklärten Umständen. Aber niemand scheint ein Interesse daran zu haben, die Vorfälle zu untersuchen. Das macht Tori skeptisch und sie beginnt auf eigene Faust ein bisschen zu „schnüffeln“.

    Wunderschöne, sehr ausführliche Landschaftsbeschreibungen dominieren das Buch. Da ich die Gegend kenne, hat mich das nicht mal gestört, denn es erweckte lebhafte Erinnerungen und Bilder bei mir. Aber allmählich vermisste ich doch die Krimihandlung. Bis weit über die Hälfte des Krimis passierte nichts. Dann kommt allmählich doch etwas Tempo ins Buch, aber die Entwicklung stellte sich mir nicht immer logisch dar.

    Die Figuren sind nett entwickelt, Tori ist eine sympathische Frau, die als Hauptfigur den Roman trägt. Die Idee, die Hugenottenverfolgung mit der Resistance zu verbinden finde ich gelungen, aber das allein reicht halt nicht, einen Krimi über Mittelmaß hinaus zu heben. Ich finde, die Autorin hat schon öfters den Beweis erbracht, dass sie spannende und subtile Krimis schreiben kann, bei ihrem neuen Buch habe ich davon nicht so viel gespürt. Es bleibt eine unterhaltsame, ein bisschen abenteuerliche Urlaubsgeschichte, ganz besonders geeignet für LeserInnen, die Frankreich lieben und in diese schöne Landschaft eintauchen möchten.

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    janein
  • 3 Sterne

    Lea O., 13.11.2017

    Als Buch bewertet

    Der Krimi „In tiefen Schluchten“ konnte mich nur mäßig begeistern. Mehr als drei Sterne kann ich dafür nicht geben. Es ist jetzt schon ein bisschen her, dass ich das Buch gelesen habe und ich kann mich kaum noch an den Inhalt erinnern, also ein nachhaltiges Leseereignis hatte ich nicht und es juckt mich auch nicht in den Fingern, das Buch noch einmal zu lesen.
    Es geht um Tori, deren Mann gerade gestorben ist. Sie lebt in einem kleinen Dorf in Frankreich, in dem die Uhren noch anders gehen. Auf einmal verschwindet ein holländischer Tourist, als er auf Höhlenforschung geht und außerdem stirbt noch ein alter Mann aus dem Dorf. Aber war das wirklich ein Unfall? Tori spürt, dass etwas nicht stimmt und probiert Hinweise zu finden und diese miteinander zu verknüpfen. Doch die Dorfbewohner wollen ihr nicht wirklich helfen.
    Was mir an dem Buch gut gefallen hat, ist, wie die Geschichte des Dorfes mit den Morden verknüpft wird, das ist wirklich spannend und es gibt viele Geheimnisse zu ergründen. Es gibt auch ein paar spannende bzw. gruselige Szenen, aber Hochspannung kommt nicht auf. Der Schreibstil war gut, aber nichts Außergewöhnliches. Die Hauptfigur wird ebenfalls gut beschrieben und man kann viel an ihren Emotionen teilnehmen, auch wenn man nicht alle Handlungsschritte nachvollziehen kann.
    Ich glaube, was mich am meisten enttäuscht hat, ist, dass das Buch doch recht klein ist. Irgendwie hätte ich mir ein großes Buch erwartet. Man braucht nicht viel Zeit, um die Geschichte durchzulesen. Auch der Fall ist nicht so hundertprozentig meins, vor allem da das Buch wirklich lange braucht, bis überhaupt mal etwas Spannendes passiert. Da hat man die ersten 100 Seiten schon überschritten, bis das Geschehen so langsam ins Rollen kommt.

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    janein
  • 3 Sterne

    Claudia R., 28.07.2017

    Als Buch bewertet

    Viel Geschichte, wenig Krimi
    Wer bei diesem Büchlein einen klassischen Krimi erwartet, wird enttäuscht sein. Den Leser erwarten zwar im Laufe der Geschichte einige Tote und ein Vermisster, aber seine „kriminelle Fahrt“ nimmt der Roman erst nach der Hälfte auf. Bis dahin erfahren wir viel über die Geschichte und Landschaft der Cevennen, die schon seit der Hugenottenverfolgung Hochburg der Rebellen waren und ihr Erbe bis ins Heute tragen. So findet sich auch Tori, eigentlich Victoria, wieder in einem Dorf, was voll von Geheimnissen aus der näheren und fernen Vergangenheit (beginnend mit der Steinzeit über die Religionskriege bis hin zur Zeit des Widerstandes während des 2. Weltkrieges- weniger wäre hier eindeutig mehr) ist. Gemeinsam mit ihrem kürzlich verstorbenen Mann wollte sie sich eigentlich auf die Suche nach seinen hugenottischen Vorfahren machen. Um ihre Trauer zu verarbeiten, möchte sie an dieser Aufgabe wieder anknüpfen, wird jedoch schnell in den Strudel von Geheimnis und Verrat, Schuld und Sühne hineingerissen. Jedoch gelingt es der Autorin nicht, die kurzzeitig entstandene Spannung für den Leser aufrechtzuerhalten. Immer wieder verliert sie sich in ausschweifenden Beschreibungen der Landschaft, in kulturhistorische und historische Exkurse. Wer nicht so sehr an kriminalistischer Raffinesse und Detektivkunst, sei es durch einen interessanten Ermittler oder auch eine wissbegierige Privatperson, interessiert ist, findet eventuell kurzweilige Lesestunden, ansonsten wird der Leser diese Buches hier nur wenig gewohnte Krimiunterhaltung finden.

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    janein
  • 3 Sterne

    Wencke M., 13.09.2017

    Als Buch bewertet

    Dieses Buch hat die Autorin Cora Stephan unter ihrem Pseudonym geschrieben. Ich hatte seiner Zeit "Ab heute heiße ich Margo" gelesen und war davon sehr begeistert.

    Nun war ich neugierig, wie sich ein Anne-Chaplet-Krimi liest. Ich hatte vernommen, dass sie mehrere preisgekrönte Kriminalromane veröffentlicht hat. Dementsprechend war meine Erwartung an diesen Kriminalroman. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch? Die Erwartungen an den Kriminalroman wurden zwar nicht erfüllt, dafür habe ich eine interessante Geschichte, die in ganz toll beschriebener Landschaft spielt, lesen dürfen. Im Vordergrund steht Tori Godon, sie ist erst 42 Jahre alt, aber schon Witwe. Sie hatten, als ihr Mann Carl noch lebte, in einem Dorf am Fuße der Cevennen ein Haus gekauft. Nun lebt Tori alleine dort und ist auf der Suche nach Carls Ahnen.

    Als ein holländischer Tourist verschwindet, ein älterer Dorfbewohner stirbt und dessen Tod einige Rätsel aufwirft, ist Tori alarmiert. Tori begibt sich auf die Suche nach dem holländischen Touristen. Bald schwebt sie selber in Gefahr.

    Fazit:
    Einen Krimi, wo Ermittler auf der Suche nach Tätern sind, sucht man hier vergebens. Aber dafür findet der Leser hier eine lesenswerte Geschichte, die in einer faszinierenden Landschaft mit interessanten Persönlichkeiten erzählt.

    Bei einem weiteren Teil aus dieser Reihe mit der sympathischen Tori Godon bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.

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    janein
  • 3 Sterne

    raschke64, 24.07.2017

    Als Buch bewertet

    Tori lebt nach dem Tod ihres Mannes weiterhin im Süden Frankreichs. Die Gegend ist rau und so richtig gehört sie zum Dorf noch nicht dazu. Eigentlich wurden sie nur über die Vorfahren ihres Mannes, die Hugenotten waren, akzeptiert. Dann verschwindet ein junger Holländer, ein alter Mann aus dem Dorf stirbt und auch sie selbst hat so einige Probleme...

    Ich bin von dem Buch doch etwas enttäuscht. Ich lese gern Bücher der Autorin und ich mag auch solche regionalen Krimis, in denen man viel von der Gegend erfährt. Nur hier war es mir dann doch zu viel und quasi alles ausgewälzt in vielen Einzelheiten bis ins allerkleinste Detail. Hugenotten, Widerstand gegen die Nazis, heutige Vorbehalte der Franzosen gegen Deutsche, alles wurde. ineinander vermischt und war teilweise mit Klischees behaftet. So hieß der Hund der Nachbarin von Tori „natürlich“ Hitler, so wurde sie kaum von den Leuten gegrüßt ... Ich habe Frankreich anders kennengelernt. Gefühlt jedes Mal, wenn Deutsche im Buch Wein tranken, wurde erklärt, dass Franzosen nicht mit den Gläsern aneinander stoßen. Der Krimi kam jedenfalls für mich viel zu kurz und war gänzlich ohne Spannung, das Ende nicht realistisch für die heutige Zeit.
    Wer etwas über die Gegend erfahren will, ist mit dem Buch gut bedient, für Krimiliebhaber würde ich keine Empfehlung aussprechen.

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    janein
  • 3 Sterne

    Jeanette H., 18.08.2017

    Als eBook bewertet

    Die Hugenotten-Verfolgung und der Widerstand gegen die Deutschen im zweiten Weltkrieg sowie die Geschichte des fiktiven Dörfchen Bellevilles nehmen in diesem Buch sehr viel Raum ein. Dadurch war es mir oft zu langatmig. Besonders zu Beginn dauert es fast 100 Seiten, bis die Geschichte allmählich Fahrt aufnimmt. Meiner Meinung nach ist es der Autorin nicht gelungen, die durchaus interessanten Informationen in einen spannenden Kriminalfall zu verpacken. Stattdessen wirkt das Buch überladen, wozu auch die detaillierten Informationen über die Umgebung beitragen, die an einen Reiseführer erinnern.
    Der "Kriminalfall" nimmt nur einen geringen Teil der Geschichte ein und wird meiner Ansicht nach nicht wirklich befriedigend aufgelöst. Hinzu kommen einige unerklärliche Elemente, die ich in einem Krimi recht unpassend finde.
    Die trauernde Witwe Tori und die anderen Hauptfiguren waren mir durchaus sympathisch. Sie könnten interessante Reihencharaktere werden. Aufgrund meiner aufgeführten Kritikpunkte werde ich weitere Bände der Reihe jedoch nicht lesen.

    Mein Fazit: Ein langatmiges Buch, das mit geschichtlichen und regionalen Informationen überfrachtet ist. Der mysteriöse Kriminalfall nimmt nur einen kleinen Teil ein und wird nicht befriedigend aufgelöst. Ich vergebe drei von fünf Sternen.

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    janein
  • 3 Sterne

    Langeweile, 19.10.2017

    Als Buch bewertet

    Tori Gordon ist mit 42 Jahren frisch verwitwet und lebt in einem alten Haus in Belleville,am Fuße der Cevennen in Südfrankreich.
    Als eines Tages der niederländische Höhlenforscher Adriaan, der sich in der Pension ihrer Freundin Eva einquartiert hatte, spurlos verschwindet, ist Toris Neugierde geweckt. Als sie erfährt ,dass der Verschwundene mit Didier ,einem alten Eigenbrötler ,ein längeres Gespräch geführt hat und dieser kurz darauf einen tödlichen Unfall erleidet, vermutet sie einen Zusammenhang.
    Sie macht sich auf den Weg, um eine Spur von Adriaan zu finden und stürzt zufällig in die gleiche Höhle,in welcher sich auch Adriaan befindet.
    Ihre Rettung haben die Beiden nur Toris treuem Hund zu verdanken.

    Meine Meinung:
    Zu Beginn der Geschichte erfuhr man einiges über die kurze Ehe von Tori, den Hauserwerb in Frankreich und die einigermaßen skurillen Bewohner des kleinen Ortes Belleville.
    Der schönen Landschaft und den geschichtlichen Hintergründen wurde ein großer Rahmen eingeräumt.
    Auch wenn es einige Todesfälle gab, entsprach das Buch in keiner Weise den Anforderungen, welche man an einen Krimi stellt.
    Für Liebhaber Frankreichs, die außerdem Interesse an der Geschichte des Landes haben, eine Leseempfehlung, für Krimileser eher ungeeignet.

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    janein
  • 3 Sterne

    Simone G., 25.07.2017

    Als Buch bewertet

    Tori lebt nach dem Tod ihres Mannes alleine in Belleville. Als eines Tages der Höhlenforscher Adriaan verschwindet steht die Idylle des Dorfes Kopf. Der alte Didier Thibon wird eines Tages von seienm Neffen tod aufgefunden, angeblich ist er die Kellertreppe hinunter gestürzt. Die Polizei nimmt dieses zu den Akten - Fall abgeschlossen. Aber Tori traut dem Fieden nicht. Nachdem nun weitere Wochen vergangen sind und Adriaan immer noch nicht aufgetaucht ist begibt sic sich auf die Suche. Sie findet ihn und nun hat sie in ein weiteres Wespennest gestochen...

    Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Allerdings habe ich erst gedacht ich lese eine Abhandlung über de Hugenotten und ihre Geschichte, bis dann im letzten Drittel der eigentliche Krimi begann. Dieser ist in seiner Handlung recht gut, aber an Ende hin eigentlich ungeklärt. Ich gebe nach meinem Empfinden 3 Sterne.

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    janein
  • 3 Sterne

    Lilofee, 07.09.2017

    Als Buch bewertet

    In tiefen Schluchten
    von Anne Chaplet
    erschienen am 17. August 2017
    im KiWi Verlag

    Tori Godon ist frisch verwitwet und lebt in
    der wilden und schönen Landschaft des Vivarais in
    Südfrankreich. Als nach und nach zwei Menschen
    verschwinden wird Tori unruhig. Sie fängt an nachzuforschen
    und gerät dabei selber in große Gefahr.

    Anne Chaplet hat eine wunderbare Art zu schreiben.
    Sie nimmt uns mit in das wunderschöne Südfrankreich.
    Ihre Beschreibungen sind atmosphärisch dicht.
    Das Französiche Lebensgefühl und das Flair wird wunderbar
    lebendig.
    Die Landschaft wird wunderschön und sehr ausführlich
    beschrieben und die südfranzösischen Dorfbevölkerung wird
    sehr authentisch dargestellt.
    Die Handlung ist sehr interessant aber leider nur mäßig spannend.
    Eine sehr schöne Geschichte über das Leben in Südfrankreich
    aber kein wirklich spannender Kriminalroman.

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    janein
  • 3 Sterne

    josefine r., 25.09.2017

    Als Buch bewertet

    In tiefen Schluchten befasst sich mit Tori, die Aufgrund der Herrkunft ihres Mannes mit ihm ausgewandert ist, und nun im Süden Frankreichs lebt. In Deutschland war sie als Anwältin tätig, doch nun versucht sie das Leben wieder zu genießen und den Tod ihres Mannes zu verarbeiten. Es speilt in einer verschworenen Dorfgemeinschaft, die einige Geheimnisse haben, die schon seit Jahrzehnten bewahrt werden. Die Dorfgeschichte spielt eine tragende Rolle und wird später mit einem Kriminalfall untermauert. Ich persönlich fand den Einstieg sehr langatmig, doch komischer Weise wird man irgendwann von den Geschehnissen eingelullt und als dann die Situationen eskalieren steigt die Spannung exponentiell. Die Protagonistin ist sehr sympathisch und man fühlt mit ihr mit. Generell ist dies ein gutes Buch, dass einfach einen Moment braucht um warm mit dem Leser zu werden.

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    janein
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