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  • 5 Sterne

    25 von 29 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    sommerlese, 08.04.2023

    Als Buch bewertet

    Eine berührend erzählte, mitreißende Liebes- und Lebensgeschichte

    David Safier erzählt die Geschichte seiner Eltern, die mit seinem Vater Joscho in Wien 1937 beginnt, die Gefängnisse der Gestapo mit seiner Tochter überlebt und schliesslich nach Palästina zieht, von wo aus er später zur See fährt. David Safiers Mutter Waltraut wächst in Bremen als Arbeitertochter auf, sie erlebt die Kriegszeit, die Trümmerjahre und das Wirtschaftswunder, wird Verkäuferin und verwitwet sehr früh. Dann lernt sie den über zwanzig Jahre älteren Seemann Joschi kennen und auch wenn vieles gegen eine gemeinsame Beziehung spricht, entscheiden sich beide füreinander, erleben glückliche Tage und auch dramatische Schicksalsschläge.

    "Solange man an jemanden denkt, ist er nicht ganz tot." Zitat Seite 455

    David Safier hat mich bisher mit seinen humorvollen Romanen begeistern können und beweist mit diesem Roman, dass er auch ernste Themen anpacken und gut umsetzen kann. Er erzählt in dem Buch seine Familiengeschichte, er selbst kommt darin allerdings kaum vor. Vielmehr geht es um das Schicksal seines jüdischen Vaters Joschi, der den Holocaust überlebte und nach Israel auswanderte.

    Die glaubhaft erzählte Familiengeschichte wird aus den zwei Perspektiven der Eltern David Safiers erzählt, zur besseren Unterscheidung in verschiedener Schrift, was mir besonders gut gefallen hat. Durch die offene Beschreibung an Emotionen, Schwächen, Fehlern und unterschiedlichen Erlebnissen habe ich die schwierigen Schicksale, das starke Band der Liebe, das Familienleben und die gehüteten Geheimnisse der Eltern Safier sehr intensiv miterleben dürfen und deshalb die Lektüre absolut genossen. Die historisch bedingten Grausamkeiten muss man aushalten können, doch immer wieder blitzt in der Geschichte ein Funke der Hoffnung auf, auch wenn man es kaum glauben mag. Durch die menschliche Beobachtungsgabe David Safiers werden die Personen in diesem Roman lebendig und spürbar. Und sein Humor durchzieht auf feine Art die Erzählung an den passenden Stellen.

    Die packende Geschichte bekommt mit den tragischen Erlebnissen des Holocaust eine düstere Atmosphäre, doch David Safier baut auch viele lebendige und fröhliche Momente der Familie mit ein, sodaß man den Roman ohne Tränen zu vergießen lesen kann. Ich habe die Liebe und den Zusammenhalt der Eltern bewundert, aber auch Waltrauts Stärke, sich mit aller Kraft um die Familie zu kümmern und alles zu regeln. Denn Joschi war nie der Vater, der beruflich Fuß fassen konnte, so sehr er es auch versuchte. Bei der Erzählung wurde mir vor allem klar, wie groß das Leid sein muss, wenn wie bei Joschi die ganze Familie ausgelöscht ist und man neu beginnen muss. Diese Wunden heilen nie und nur die Liebe hat den Menschen der Familie Safier neue Hoffnung gegeben.

    Dieser Roman hat mich in eine Zeit eintauchen lassen, die den Menschen viel abverlangt hat. Doch die Liebe ist das Band, dass Menschen zusammenführt und Grausamkeiten überstehen lässt. David Safier ist ein berührender Roman gelungen, der seine Eltern stolz machen würde. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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  • 5 Sterne

    17 von 24 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Bücherfreundin, 09.04.2023

    Als Buch bewertet

    Mitreißende und berührende Familiengeschichte
    Von David Safier, den man eher als Verfasser humorvoller Bücher kennt, habe ich bislang noch kein Buch gelesen. In "Solange wir leben" erzählt der Autor die berührende Lebensgeschichte seiner Eltern.

    Die Handlung beginnt im Jahr 1997 mit der Beerdigung von Davids Vater und springt zurück in die Jahre 1937/1938. Wir lernen den jüdischen Studenten Joschi kennen, den Sohn eines Schneiders, der mit seinen Eltern in Wien lebt. Als die Verhaftungen und Deportationen beginnen, werden Joschi und sein Vater von der Gestapo verhaftet. Joschis Schwester Rosl gelingt es, nach Palästina auszureisen und später auch Joschi die Flucht dorthin zu ermöglichen. Joschi baut sich in Palästina ein neues Leben auf. Er arbeitet in einem Kibbuz und in einem Hotel, bevor er sich zur Armee meldet, und er verliebt sich in Dora, eine Auschwitz-Überlebende. Die beiden heiraten. Als die Ehe in eine Krise gerät, heuert er als Zahlmeister auf einem Schiff an. Bei einem Aufenthalt in Bremen lernt er Waltraut Behrens kennen und lieben. Die 20 Jahre Jüngere ist verwitwet und hat eine kleine Tochter. Nach der Scheidung von Dora heiraten Joschi und Waltraut.
     
    Der Autor erzählt die Geschichte seiner Eltern aus zwei Perspektiven. Wir folgen Joschis Leben ab den dreißiger Jahren und begleiten aus der zweiten Perspektive Waltraut, die mit ihren Eltern und ihrem Bruder Klaus in Bremen lebt. Die Familie Behrens verliert während des Krieges ihr Hab und Gut und lebt fortan in einem Eisenbahnwagen. Waltraut wird Verkäuferin in einem Kaufhaus und heiratet Friedrich, einen Freund aus Kindertagen.

    Das in großartigem Sprachstil verfasste Buch hat mich gefesselt und tief berührt. Schonungslos und mit großer Offenheit erzählt der Autor nicht nur von der großen Liebe zwischen seinen Eltern, sondern auch von den Schattenseiten. Er lässt uns teilhaben an vielen glücklichen Momenten im Leben des Paares, den Höhen und Tiefen, den Schicksalsschlägen. Das innige Verhältnis zu Rosl wird auf eine harte Probe gestellt, weil Joschi eine Nichtjüdin geheiratet hat. Joschi, der seinerzeit sein Studium wegen der nationalsozialistischen Herrschaft nicht beenden konnte, versucht immer wieder, beruflich Fuß zu fassen. Waltraut unterstützt ihn dabei stets und opfert sich für ihre Familie auf. In David Safiers Buch geht es neben dem beruflichen Scheitern auch um Schuldgefühle und Alkoholprobleme. Die Geschichte seiner Eltern, die er so offen und doch voller Liebe und stellenweise mit feinem Humor erzählt, wird mich noch lange beschäftigen. 

    Es hat mir sehr gut gefallen, dass im Buch die verschiedenen Perspektiven durch unterschiedliche Schriftarten hervorgehoben wurden. Neben zwei Fotos auf dem ansprechenden Cover sind weitere Familienfotos auf den ersten und letzten Buchseiten zu sehen.

    Klare Leseempfehlung von mir für diese mitreißende und berührende Familiengeschichte!

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  • 5 Sterne

    Marianne, 25.05.2023

    Als Buch bewertet

    Der Drehbuchautor David Safier ist für seine humoristische Romane bekannt. Dieses Buch ist eher ernst. Obwohl er nicht viel mit seinen bereits verstorbenen Eltern über ihre Vergangenheit gesprochen hat, zeichnet er hier ein gelungenes Bild ihres Lebens.

    Joschi ist zu Beginn des Krieges ein junger Mann, der mit seiner Familie in Wien lebt. Er genießt Frauenbekanntschaften, ist mitten im Studium und liebt seine Heimat. Doch dort wird es für seine jüdische Familie immer unangenehmer – und zum Schluss gar bedrohlich. Seinen Vater kann er nicht retten, und um sein eigenes Leben zu bewahren, muss er alles, was ihm lieb ist, zurücklassen.

    In Palästina gelingt ihm ein Neuanfang, auch wenn ihn Schuldgefühle plagen. Warum hat er überlebt und so viele andere nicht? Seine innere Unruhe kann er selbst mit Alkohol nicht ertränken.

    Zu Beginn des Krieges ist Waltraud noch ein kleines Mädchen. Sie erleidet schreckliche Bombennächte, die Angst um Bruder und Vater, die Zerstörung ihres Zuhauses. Als ihr Glück mit einem wunderbaren Ehemann und einer Schwangerschaft perfekt scheint, bricht alles auseinander.

    Jahre später begegnen sich Joschi und Waltraud. Sie erleben zusammen die Nachkriegsjahre in Deutschland, bemühen sich um ein Einkommen für ihre wachsende Familie, ringen um eine gemeinsame Identität. Was bedeutet es in Deutschland Jude zu sein? Wie lebt man mit dem Schmerz und den Schuldgefühlen der Vergangenheit? Welches Erbe gibt man seinen Kindern weiter?

    Es macht Spaß dieses Buch zu lesen. Auch wenn die Geschichte von Joschi und Waltraud nicht besonders außergewöhnlich ist, werden beide so gut beschrieben, dass man beim Lesen einfach wissen muss, wie es weitergeht. Ganz nebenbei erfährt der Leser dabei, wie ein kleines Kind die Schrecken des Krieges erlebt, was es bedeutet fast jeden in der Familie zu verlieren, und wie tragische Entscheidungen unser Leben erschweren können.

    Persönlich stimme ich den Glaubensvorstellungen des Autors nicht zu. Die Frage wird gestellt: Wie kann Gott gleichzeitig gut und allmächtig sein, angesichts des unermesslichen Leides im Zweiten Weltkrieg? Warum hat er nicht eingegriffen? Das weiß ich auch nicht, und ich verstehe Gott nicht. Aber mir ist klar, dass der Schöpfer des Universums so unerklärlich für mich sein muss, so weit jenseits all meiner Vorstellungen, dass ich ihn nicht verstehen muss, um an ihn zu glauben und ihn zu lieben. Wie ein Kind, dass die großen Rätsel des Lebens dem liebevollen Vater überlässt, glaube ich fest daran, dass Gott gut und allmächtig ist, auch wenn ich sein Tun nicht begreife.

    Fazit: Ich stimme dem Autor nicht bei allem zu, und doch finde ich dieses Buch so gut geschrieben und lesenswert, das ich es gerne weiterempfehle!

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  • 5 Sterne

    Elisabeth U., 05.04.2023

    Als Buch bewertet

    Bisher konnte ich mit den überspitzt ironischen Büchern von David Safier nicht viel anfangen. Doch dieser zum Teil sehr authentische Roman hat mich sehr überzeugt und ich habe ihn mit sehr großem Interesse gelesen. Erzählt wird die Geschichte von Davids Vorfahren, die vor vielen Jahren aus Polen nach Wien kamen. Joschis Vater verdiente sich als Schneider mehr recht als schlecht sein Geld, während die Mutter die beiden Kinder Rosl und Joschi betreute. Waltraud, 20 Jahre jünger als Joschi, erlebte den Krieg in Bremen in einer Arbeiterfamilie, nach dem Krieg fristeten sie ihr Dasein in einem Eisenbahnwaggon. Joschis Eltern wurden während des dritten Reiches getötet wie auch fast alle seiner Verwandten in den KZs umkamen. Lediglich eine kleine Cousine überlebte den Holocaust. Rosl und er konnten sich noch rechtzeitig nach Israel absetzen. Dort konnte Joschi nie richtig Fuß fassen, arbeitete als Barmann, als Soldat bis er dann letztendlich zur See fuhr. Seine Ehe mit Dora blieb kinderlos. Noch während seiner Ehe lernte er Waltraud kennen und lieben, die inzwischen eine junge Witwe mit einer kleinen Tochter war. Während seiner Ehe mit Waltraud versuchte er es mit verschiedenen Gaststätten und Bars, er bliebt jedoch ein erfolgloser Geschäftsmann bis hin zum Konkurs. Während dieser Ehe wurde sein langersehnter Sohn David geboren. Das Ehepaar Safier kam allerdings wirtschaftlich nicht mehr auf die Beine. Das Buch beginnt 1937 und endet mit dem Tod von Waltraud 2005. Der Autor läßt uns hier tief in die Seele der jüdischen Familie blicken, er zeigt immer wieder auf, dass sein Vater das Verlassen seiner Heimat nicht verwunden hat und beruflich konnte er nie mehr so richtig Fuß fassen. Seine wunderschöne Mutter war hier die Starke, sie tat alles, damit die Familie es besser hatte, als sie in ihrer Jugend. Joschi liebte seine Frau abgöttisch und auch mit seiner Stieftochter hatte er ein gutes Verhältnis. Hier dürfen wir Zeuge werden, mit welchen Wunden sich die Kriegsgenerationen herumzuschlagen hat und trotz des Wirtschaftswunders immer wieder die Angst zurückblieb. Safier schreibt sehr eindrucksvoll, seine Sprache ist gut zu lesen und zur Unterscheidung von Waltraud und Joschi sind die Seiten in verschiedener Schrift geführt. Mir hat das sehr gefallen. Am Anfang und Ende des Buches sehen wir verschiedene Fotos der Familie Safier. Ich hätte hierzu gerne eine Bildunterschrift gehabt. Nach der Lektüre habe ich noch lange nachgegrübelt. Ein Buch, das Einblick in die deutsche Geschichte gibt.

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  • 5 Sterne

    Ursula U., 15.05.2023

    Als Buch bewertet

    David Safier, bekannt durch humorvolle Romane und Drehbücher zu Fernsehserien, beschreibt in diesem Buch die Geschichte seiner Eltern. Seine Mutter Waltraut, bei Kriegsbeginn gerade drei Jahre alt, wuchs in Bremen auf, sie kam aus ärmlichen Verhältnissen und lebte mit ihren Eltern und dem älteren Bruder Klaus einige Jahre in einem Eisenbahnwaggon in dem auch Ratten hausten. Einen Schulabschluss hat sie nicht geschafft, aber sie war eine Löwin, sie kämpfte für das, was sie wollte. Und sie wollte Verkäuferin bei Karstadt werden. In Kindertagen war Friedrich ihr Freund, sie verloren sich aus den Augen, verliebten sich, und als sie schwanger wurde heirateten sie. Friedrich starb, noch bevor Gabi geboren wurde.
    Der Vater Joschi hat es 1939 als 23-jähriger gerade noch geschafft von Wien nach Palästina, jetzt Israel, zu flüchten. Außer ihm hat nur seine Schwester Rosl überlebt, die ganze Familie wie auch seine schwangere Freundin sind dem Holocaust zum Opfer gefallen. Ohne abgeschlossene Ausbildung und sehr unstet versuchte er sich in vielerlei Tätigkeiten, als Barkeeper, beim Militär und als Spion. Dora, die das Konzentrationslager überlebte, wurde seine Frau, doch sie blieb kinderlos und litt so sehr darunter, dass Joschi die Flucht ergriff und zur See fuhr. In Bremen traf er auf Waltraut und es passierte, was er sich nicht vorstellen konnte. Aus Liebe zog er nach Bremen, ins Land der Täter, er heiratete eine Christin und sie bekamen ihren Sohn David. Die Höhen und Tiefen, die Rückschläge im beruflichen und privaten Bereich aber auch das immer wieder Aufstehen beschreibt David Safier in sehr persönlicher Weise, ernst, doch auch mit Passagen, in dem der jüdische Humor seines Vater zu erkennen ist. In zwei verschiedenen Schrifttypen gedruckt weiß man, aus welcher Sichtweise gerade erzählt wird. Ein hoch interessantes Buch.

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  • 5 Sterne

    eight_butterflies, 14.04.2023

    Als Buch bewertet

    David Saphier ist für seine humoristischen Werke bekannt. „Solange wir leben“ hingegen hat einen wahren und ernst zu nehmenden Hintergrund. Es ist die Geschichte seiner Eltern und damit auch seine Geschichte.

    Saphiers Vater Joschi war Jude und floh 1939 aus Wien nach Israel, wo bereits seine Schwester Rosl auf ihn wartete, lebte ein ereignisreiches Leben und landete schließlich wieder in Deutschland. Von der großen Familie seiner Eltern blieb nach der NS-Zeit nur eine Cousine übrig. Zu den beiden überlebenden Frauen hatte Joschi zeitlebens eine enge Bindung.

    Saphiers Mutter Waltraut war 20 Jahre jünger als Joschi, erlebte in Deutschland Krieg, Trümmerjahre und Hunger. Von Waltrauts Mutter stammt auch einer der Aussprüche zum Titel des Buches. Nach einem Bombenangriff auf Bremen sagt sie „Solange wir am Leben sind und ein Dach über dem Kopf haben, ist alles gut.“ Als Waltraut Joschi kennenlernte, war sie Anfang Zwanzig und Witwe.

    David Saphier kommt in diesem Buch marginal vor, denn er ist das jüngste Kind. Betont bescheiden und zurückhaltend nimmt sich David Saphier selbst aus dem Mittelpunkt des Geschehens, um der Lebensleistung seiner Familien mehr Raum zu geben. Der Titel „Solange wir leben“ zeugt von der Verbundenheit, welche in dieser Familie Bestand hatte.

    David Saphier erzählt in seiner gewohnt prägnanten und schnörkellosen Weise. Das Motto der Mutter „Leben heißt leiden“ ergibt sich folgerichtig aus den Ereignissen des Lebens, die hier als Lebens- und Leidensgeschichte dargestellt werden. Eindrücklich und feinfühlig erhalten die Eltern und deren Familien ein literarisches Denkmal, eine Stimme und eine Wertschätzung. Es entsteht eine Geschichte, die traurig ist, still bewegt, betroffen macht, tief geht und im Kern die wahre Liebe im Leben spiegelt. David Saphir kann auch Ernst.

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  • 5 Sterne

    Simone F., 12.04.2023

    Als eBook bewertet

    David Safier erzählt in "Solange wir leben" die Lebensgeschichte seiner Eltern Waltraut und Joschi. Wie viel davon wahr ist, bleibt unklar; wenn man etwas googelt, so erwähnt Safier in Interviews immer wieder, dass seine Eltern mit ihm nicht über ihre Vergangenheit gesprochen hätten (etwa Focus 2016, in "Er sprang dem Tod oft von der Schippe": Safier über das Leben seines Vaters: "Erzählt hat er mir von dieser Zeit: nichts. Seinen Lebenslauf habe ich mir aus Halbsätzen, Erzählungen seiner Schwester und Recherchen gebastelt."). Für mich entstand der Eindruck, dass die wesentlichen Daten stimmen und viele Lücken gerade aus den frühen Jahren mit schriftstellerischer Freiheit gefüllt wurden.

    Der Roman beginnt im Jahr 1937 und erzählt bis ins Jahr 2005 in zwei parallelen Handlungssträngen die sehr bewegte und von Schicksalsschlägen geprägte Geschichte von Joschi und Waltraut. Joschi hat als Jude fast seine ganze Familie im Holocaust verloren und Waltraut wächst als Kriegskind in ärmlichen Verhältnissen auf. Es war für mich faszinierend, die beiden und ihr Umfeld über nahezu ihr ganzes Leben zu begleiten und zu sehen, wie sie  sich verändern und entwickeln und sich immer wieder ihrem Leben und dem Schicksal stellen.

    David Safiers Schreibstil ist ganz wunderbar zu lesen, es gelingt ihm, jede Figur in all ihren Facetten darzustellen, und ich konnte sie mir lebhaft in all ihren Eigenheiten, in ihren liebenswerten und auch herausfordernden Charakterzügen vorstellen.

    Das Buch zeigt, wie wenig im Leben planbar ist und wie sehr sich das Leben manchmal von dem unterscheidet, was wir uns in jungen Jahren erträumen. Es erzählt von großen und schmerzlichen Verlusten, vom kleinen Glück und von der Liebe, die uns im Leben antreibt.

    Ein berührendes und sehr lesenswertes Buch.

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  • 5 Sterne

    Simone F., 12.04.2023

    Als eBook bewertet

    David Safier erzählt in "Solange wir leben" die Lebensgeschichte seiner Eltern Waltraut und Joschi. Wie viel davon wahr ist, bleibt unklar; wenn man etwas googelt, so erwähnt Safier in Interviews immer wieder, dass seine Eltern mit ihm nicht über ihre Vergangenheit gesprochen hätten (etwa Focus 2016, in "Er sprang dem Tod oft von der Schippe": Safier über das Leben seines Vaters: "Erzählt hat er mir von dieser Zeit: nichts. Seinen Lebenslauf habe ich mir aus Halbsätzen, Erzählungen seiner Schwester und Recherchen gebastelt."). Für mich entstand der Eindruck, dass die wesentlichen Daten stimmen und viele Lücken gerade aus den frühen Jahren mit schriftstellerischer Freiheit gefüllt wurden.

    Der Roman beginnt im Jahr 1937 und erzählt bis ins Jahr 2005 in zwei parallelen Handlungssträngen die sehr bewegte und von Schicksalsschlägen geprägte Geschichte von Joschi und Waltraut. Joschi hat als Jude fast seine ganze Familie im Holocaust verloren und Waltraut wächst als Kriegskind in ärmlichen Verhältnissen auf. Es war für mich faszinierend, die beiden und ihr Umfeld über nahezu ihr ganzes Leben zu begleiten und zu sehen, wie sie  sich verändern und entwickeln und sich immer wieder ihrem Leben und dem Schicksal stellen.

    David Safiers Schreibstil ist ganz wunderbar zu lesen, es gelingt ihm, jede Figur in all ihren Facetten darzustellen, und ich konnte sie mir lebhaft in all ihren Eigenheiten, in ihren liebenswerten und auch herausfordernden Charakterzügen vorstellen.

    Das Buch zeigt, wie wenig im Leben planbar ist und wie sehr sich das Leben manchmal von dem unterscheidet, was wir uns in jungen Jahren erträumen. Es erzählt von großen und schmerzlichen Verlusten, vom kleinen Glück und von der Liebe, die uns im Leben antreibt.

    Ein berührendes und sehr lesenswertes Buch.

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  • 5 Sterne

    Frau M. aus M., 27.04.2023

    Als Buch bewertet

    Keine Geschichte vom Ponyhof
    Die Geschichte der eigenen Famile romanhaft zu erzählen, ist eine schöne Form, die Geschichten, die das Leben schreibt, für gute Literatur zu nutzen. David Safier gelingt das besonders gut. Seine Familiengeschichte ist eine besondere und doch gleichzeitig eine für die Zeit typische.
    Der Roman erzählt abwechselnd aus der Perspektive von Vater und Mutter.
    Der Vater Joschi wächst als assimilierter Jude in Wien auf. Nach der Machtergreifung der Nazis gelingt es ihm mit Hilfe seiner älteren Schwester nach Palästina zu fliehen. Die Mutter Waltraud ist zwanzig Jahre jünger und erlebt die Naziherrschaft als kleines Mädchen in Bremen. Durch einen der Bombenangriffe verliert die Familie ihre Wohnung. Viele Jahre müssen sie in einem alten Eisenbahnwaggon leben.
    Als sich Joschi und Waltraud begegnen, haben beide schon schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Joschi ist sofort unsterblich verliebt, aber noch verheiratet. Für Waltraut ist es zunächst nur Spielerei. Aber die beiden kommen nicht mehr voneinander los. Ihr Leben ist von sehr guten Phasen und sehr schlimmen Phasen geprägt. Doch Joschi und Waltraut halten zusammen wie Pech und Schwefel und gehen ihren gemeinsamen Weg bis zum schwierigen Ende.
    Der Roman ist sehr intensiv erzählt. Wir erleben, welche Hürden Joschi und Waltraut zu nehmen haben. Ehrlich und sehr emotional wird nichts beschönigt. Anhand der Familiengeschichte wird auch Zeitgeschichte erzählt. Der Leser ist mittendrin dabei, erkennt womöglich auch einige Parallelen in der eigenen Familie.
    Es ist ein wunderbares Buch über die Kraft der Liebe und die Prüfungen im Beziehungsmarathon einer besonderen Liebe.

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  • 5 Sterne

    Frau M. aus M., 09.05.2023

    Als Buch bewertet

    Keine Geschichte vom Ponyhof
    Die Geschichte der eigenen Famile romanhaft zu erzählen, ist eine schöne Form, die Geschichten, die das Leben schreibt, für gute Literatur zu nutzen. David Safier gelingt das besonders gut. Seine Familiengeschichte ist eine besondere und doch gleichzeitig eine für die Zeit typische.
    Der Roman erzählt abwechselnd aus der Perspektive von Vater und Mutter.
    Der Vater Joschi wächst als assimilierter Jude in Wien auf. Nach der Machtergreifung der Nazis gelingt es ihm mit Hilfe seiner älteren Schwester nach Palästina zu fliehen. Die Mutter Waltraud ist zwanzig Jahre jünger und erlebt die Naziherrschaft als kleines Mädchen in Bremen. Durch einen der Bombenangriffe verliert die Familie ihre Wohnung. Viele Jahre müssen sie in einem alten Eisenbahnwaggon leben.
    Als sich Joschi und Waltraud begegnen, haben beide schon schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Joschi ist sofort unsterblich verliebt, aber noch verheiratet. Für Waltraut ist es zunächst nur Spielerei. Aber die beiden kommen nicht mehr voneinander los. Ihr Leben ist von sehr guten Phasen und sehr schlimmen Phasen geprägt. Doch Joschi und Waltraut halten zusammen wie Pech und Schwefel und gehen ihren gemeinsamen Weg bis zum schwierigen Ende.
    Der Roman ist sehr intensiv erzählt. Wir erleben, welche Hürden Joschi und Waltraut zu nehmen haben. Ehrlich und sehr emotional wird nichts beschönigt. Anhand der Familiengeschichte wird auch Zeitgeschichte erzählt. Der Leser ist mittendrin dabei, erkennt womöglich auch einige Parallelen in der eigenen Familie.
    Es ist ein wunderbares Buch über die Kraft der Liebe und die Prüfungen im Beziehungsmarathon einer besonderen Liebe.

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  • 5 Sterne

    Helgofred, 29.04.2023

    Als eBook bewertet

    Wer kennt sie nicht -die Bestseller von David Safier wie z. B. Mieses Charma, Jesus liebt mich oder die Miss Merkel-Reihe. Fürs Fernsehen schrieb der Drehbuchautor auch u. a. Nikolaus, Die Camper und Mein Leben und ich. Alles von seinem einmaligen Humor und seiner Lebensfreude geprägt. Da ist es um so spannender, wenn er andere Stimmungen schreibt. Davon konnte ich mich schon bei seinem Roman "28 Tage" überzeugen. Dieses Buch fand ich seinerzeit schon sehr gelungen umso mehr war ich auf sein neues Buch "Solange wie Leben" gespannt.

    David Safier erzählt uns mit viel Feingefühl die Lebensgeschichte seiner Eltern. Beginn der Story ist das Jahr 1937 und man erlebt nicht nur die deutsch-jüdische Geschichte, sondern auch eine ergreifende Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die altermässig 20 Jahre trennt , und die sich doch finden. die gemeinsam die Höhen und Tiefen des Lebens erleben. Diese besondere Liebe zwischen den Beiden, aber auch due Liebe vom "schreibenden'Sohn zu seinen Eltern ist für den Leser unheimlich bereichernd und anrührig.

    Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Man kann der Handlung wunderbar folgen. Der Spannungsbogen wird wunderbar gehalten, so dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt.

    Vor den Charakteren und ihrer Geschichte habe ich großen Respekt, sicher auch ein Grund, weil sie einfach wunderbar dargestellt sind. Es ist leicht zu ihnen einen Bezug aufzubauen.

    David Safier hat selber zu diesem Buch gesagt: 'Nie wäre ich auf due Idee gekommen, über meine Eltern zu schreiben, wenn.sie nicht das Leben von großen Romanfiguren geführt hätten."

    Dem ist nicht hinzuzufügen!

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  • 5 Sterne

    buch_lesen_more, 25.04.2023

    Als Buch bewertet

    Mein Fazit:
    Wo ist Heimat, wenn man keine mehr hat?

    Es handelt vom Lebensweg David Safiers Eltern - vom Anfang bis zum Ende. 1937/38 fängt die Geschichte mit 2 Erzählsträngen an: in Wien lebt der lebenshungrige Jude Joschi mit seiner Familie, bedroht durch die Nazis; in Bremen lebt das Kind Waltraut mit ihrer Familie bedroht von Bombenangriffen.

    Toll geschrieben, liest sich flüssig, und ich habe alle Gefühle durch: Ich habe geschmunzelt, ich habe gezittert, ich habe geflucht, ich war geschockt, ich hatte Angst, ich habe mitgefühlt, ich hatte Hunger, ich war wütend, ich war entsetzt, ich habe gelacht und ich habe lange bittere Tränen geweint .... Mehr geht nicht.

    Ich finde es unglaublich mutig so ein Buch zu veröffentlichen, wo die eigene Familie nicht mit ruhmvollen Erfolgen glänzen kann, sondern eher eine Berg- und Talfahrt der Niederlagen, Rückschläge und fast des gänzlichen Untergangs aufzeigt. Aber immer herrscht die schier unerschütterlich Liebe zwischen Joschi und Waltraut! Waltraut, die unermüdliche Löwenmama - großes Kino! Schade, dass sie doch oft alleine ihre Kämpfe austragen musste: Leben ist leiden.
    Das Buch ist keine leichte Kost, und ich würde es kein zweites Mal lesen. Nicht, weil es mir nicht gefallen hat, sondern weil mir das Gefühlskarussell in mir einfach zu viel war, da bin ich zu "weich". Das Cover ist schön gestaltet und passt zum Buch. Großen Respekt an David Safier, uns so tief in seine Familiengeschichte einblicken zu lassen!!

    Ich empfehle das Buch mit 5/5 Sterne
    [Rezensionsexemplar / @vorablesen]

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  • 5 Sterne

    Gisela E., 06.07.2023

    Als Buch bewertet

    Hat mich tief berührt

    David Safier erzählt die Geschichte seiner Eltern, von der Kindheit an bis zum Tod des Vaters und später der Mutter. Für seinen Vater beginnt die Erzählung im Wien des Jahres 1937, wo die Judenverfolgung auch in seine Familie hineinreicht. David Safiers Mutter wächst in Bremen als Tochter eines Werftarbeiters auf. Bis sich die Lebenswege der beiden begegnen, haben sie bereits einiges erlebt. Ihr erstes Aufeinandertreffen lässt noch nicht darauf schließen, was alles sie noch miteinander erleben werden.

    Das Buch beschreibt die Familiengeschichte des Autors David Safier, von dem ich bisher seine humorvollen Erzählungen gelesen habe. Dieses Buch ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Erlebnissen seiner Eltern, es steckt viel Liebe in seinen Worten, Liebe für die beiden Menschen, denen er sein Leben verdankt. So entsteht eine sehr feinfühlige und emotional geprägte Erzählung über zwei Schicksale, wie sie das Leben während und nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb. Die Geschichte erzählt sich aus den Sichtweisen der Eltern, was man sehr schnell erkennen kann durch das unterschiedliche Schriftbild. Safiers feiner Humor, der sich in kleinen Anekdoten entlädt, relativiert dabei die Schwere, die so manche Teile der Geschichte ausstrahlen, ohne sie zu entwerten.

    Dieses Buch hat mich tief berührt, sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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  • 5 Sterne

    Anja R., 17.04.2023

    Als Buch bewertet

    Berührt und regt zum Nachdenken an

    In diesem Roman erzählt Autor David Safier die Geschichte seiner Familie. Im Zentrum steht das Leben seiner Eltern. Es handelt sich also um eine sehr private Erzählung, die im Jahr 1937 einsetzt. Hier beobachtet man David Safiers Vater Joschi, der in Wien lebt und durch den beginnenden Nationalsozialismus großen Gefahren ausgesetzt ist. Das Schicksal führt Joschi nach Palästina, wo er als Soldat und Spion arbeitet, um später zur See zu fahren. Bei einem Landgang lernt er die zwanzig Jahre jüngere Waltraut kennen und lieben. In einem zweiten Handlungsstrang erfährt man außerdem einiges aus Waltrauts Leben, die in Bremen als Arbeiterkind aufwuchs und beobachtet wie es ihr in den Kriegsjahren und den Zeiten des Wiederaufbaus ergangen ist. 

    Das Buch beginnt mit Joschis Beerdigung. Danach beginnen die Rückblicke in Joschis und Waltrauts unterschiedliche Leben. Man erfährt private Details, die der Autor einfühlsam schildert. Man verfolgt gebannt den Schilderungen und taucht in das Familienleben ein. Dabei beobachtet man einige Schicksalsschläge, aber auch schöne Momente. Die Charaktere wirken äußerst lebendig. Man fiebert mit ihnen mit und hat das Gefühl, ganz persönliche Einblicke zu bekommen, die berühren und zum Nachdenken anregen. 

    Ein äußerst persönlicher Roman, der berührt und zum Nachdenken anregt.

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  • 5 Sterne

    AnnaMagareta, 03.04.2023

    Als Buch bewertet

    Autobiografische Familiengeschichte

    In „Solange wir leben“ berichtet der Autor David Safier über das Leben seiner Familie. Im Mittelpunkt stehen dabei seine Eltern – seine Mutter Waltraut und sein Vater Joshi.

    Er beginnt 1997 mit der Beerdigung seines Vaters und geht dann zurück in das Jahr 1937 von dem aus er chronologisch mit Zeitsprüngen die Geschichte seiner Familie erzählt und mit seinem Epilog im Jahr 2005 endet.

    Neben tiefen Einblicken in die Familiengeschichte erfährt man einiges über die politische Lage und die Auswirkungen auf die Bevölkerung.
    Safiers Vater war Jude, musste 1938 aus Wien fliehen. Seine Mutter wurde1936 geboren und ist in Bremen, mitten im Krieg aufgewachsen. Das Leben von Waltraut und Joshi war alles andere als leicht.

    Durch den lebendigen Schreibstil wird durch hier ein Stück Geschichte lebendig, für den Autor ein Stück sehr persönliche Geschichte mit Höhen und Tiefen, die Emotionen weckt und das wahre Leben beschreibt.

    Sehr gelungen sind die Innencover auf denen sich Familienfotos des Autors befinden, wodurch das Buch noch persönlicher wirkt.

    David Safier hat mich schon mehrfach mit seinen Romanen begeistert. Dieses Buch ist nun ganz anders, viel persönlicher, intensiver aber mindestens genauso lesenswert wie seine anderen Werke.

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  • 5 Sterne

    Langeweile, 16.04.2023

    Als Buch bewertet

    Ich kenne David Safier von vielen Büchern, die eine starke humoristische Prägung haben.Dass er auch ernste Romane schreiben kann, hat er vor einigen Jahren mit dem Buch „28 Tage lang“ bewiesen. Im vorliegenden Roman geht es um die Lebensgeschichte seiner Eltern, hauptsächlich jedoch seiner Mutter, die im Jahre 1937 beginnt und sich bis zum Jahr 2005 erstreckt. Er führt uns dabei von Wien über Palästina und zurück nach Deutschland. Krieg,Holocaust, Zusammenbruch, Trümmerjahre,Judenhass und vieles andere wird auf eine emotionale Weise präsentiert. Es geht aber in erster Linie um die Liebe zwischen Waltraut und Josef(Joschi),den sie als junge Witwe mit kleiner Tochter,kennenlernt.Er ist verheiratet,mehr als zwanzig Jahre älter und Waltraut ist seine große Liebe.Ihr Leben ,dass von Höhenflügen,Abstürzen und vielen Schicksalsschlägen geprägt ist,wird wie in einem Film vorgeführt.

    Der Autor vermischt sehr gekonnt,seine private Familiengeschichte mit den realen Ereignissen,welche das Weltbild in dieser Zeit bestimmten.Dabei gelingt es ihm hervorragend,nicht nur den Protagonisten,sondern allen vorkommenden Personen,einen angemessenen Rahmen zu geben und sich selbst dabei im Hintergrund zu halten.
    Mich hat das Buch sehr bewegt,ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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  • 5 Sterne

    Juliane B., 11.05.2023

    Als Buch bewertet

    Dieses Buch überzeugt mich durch den eindringlichen Schreibstil, die besonderen Charaktere und die Handlung, die mich tief berührt. Das Leben und die Liebe von Joschi und Waltraut durch alle Höhen und Tiefen ist sehr gut erzählt. Die Figuren sind mir sofort sehr nah, mit ihrem starken Charakter und ihren Eigenheiten. Beide Leben gehen ans Herz. Joschi, der seine Familie durch den Holocaust verliert und sich in Israel mühsam ein neues Leben aufbaut. Das Leid und der Schmerz der Menschen klingen noch lange nach und beschäftigen mich sehr. Waltraut hat ebenso Schicksalsschläge und persönliches Leid zu verkraften. Die beiden begegnen sich und beginnen eine Beziehung, in die beide erst gar nicht so richtig passen. Doch das Leben schreibt seine eigene Geschichte. Auch die anderen Figuren, Friedrich, Dora, Waltrauts Mutter und und und sind facettenreich und tiefgründig. Der Schreibstil begeistert mich wirklich. Die Geschichte wird mit vielen Zwischentönen und manch kleinem Witz erzählt, beim nächsten Satz bleibt dem Leser aber das Lachen im Halse stecken. Dieser Stimmungswechsel macht den Roman umso eindringlicher. Ein Buch, das besonders ist und mich in Gedanken sicher noch lange begleiten wird.

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  • 5 Sterne

    erul, 09.04.2023

    Als Buch bewertet

    Sehr tragisch, bewegend und berührend

    Das schlichte Cover passt sehr gut zu dem Roman.

    Der Schreibstil von David Safier ist absolut flüssig, mitreißend und spannend. Der Erzählstil ist beeindruckend emotional, voller Gefühl, sehr gut zu lesen.

    David Safier erzählt in dem berührenden Roman die Geschichte seiner Eltern - seinem jüdischen Vater Joschi und seiner Mutter Waltraut. Joschi hat mit seinen Eltern und seiner Schwester in Wien gelebt. Aufgrund der Nazis musste er im Jahr 1938 nach Israel fliehen. Er ist 20 Jahre älter als Waltraut. Waltraut wurde im Jahr 1936 geboren, stammt aus ärmlichen Verhältnissen und lebt mit ihren Eltern in Bremen-Walle. Sie kämpft wie eine Löwin und bekommt die Lehrstelle in der Parfümerie bei Karstadt.
    Als Waltraut und Joschi sich das erste Mal sehen, ist sie bereits Witwe mit ihrer kleinen Tochter Gabi. Joschi ist noch mit Dora verheiratet.

    Die authentische Familiengeschichte ist sehr emotional und hat mich von Beginn an gefesselt. David Safier lässt uns mitfühlen an dem schrecklichen und traurigen Schicksal der Familie.
    Auf den Coverinnenseiten sind einige Fotos der Familie zu sehen.
    Absolut lesenswert!

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  • 5 Sterne

    begine, 15.04.2023

    Als Buch bewertet

    Kein einfaches Leben


    Bücher des Bremer Schriftstellers David Safier habe ich schon einige Male gelesen.
    Sein neuer Roman Solange wir leben ist meiner Meinung nach sein Bester. Zumindest hat er mir sehr gut gefallen. Sein Schreibstil ist einfühlsam und locker.
    Es ist ein Roman über seine Eltern. Es hört sich ehrlich an, er verschönt nichts.
    Sein Vater Joschi ist aus Wien und Jude. Durch die Zeit des Dritten Reiches ist er gezeichnet. Er und seine Schwester können sich nach Israel retten. Seine Zeit dort ist interessant geschildert. Die Liebe führt den Schwerenöter nach Bremen.

    Die Mutter des Autoren, Waltraud, ist zwanzig Jahre jünger, sie wächst in Bremen-Walle auf, ihre Eltern sind Arbeiter, die ausgebombt wurden.

    Da ich ein paar Jahre in Bremen lebte konnte ich einige Stationen genau nachempfinden. Auch die Atmosphäre im Bremer Ratskeller ist realistisch.

    David Safier hat seine Familie glaubhaft dargestellt. Die Schicksale der Personen sind oft ganz schön krass.
    Teilweise traurig, aber auch mit lustigeren Passagen.

    Alles in Allem war es ein tolles Buch.
    Ich wünsche mir weitere Romane des Autors.

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  • 5 Sterne

    harakiri, 05.04.2023

    Als Buch bewertet

    Leben ist Leiden
    David Safier ist bekannt durch seine humorigen Bücher. Dass er auch anders kann, beweist er in seinem neuen Buch „Solange wir leben“, in dem er die wechselvolle Geschichte seiner Eltern erzählt.
    Joschi ist Jude, Waltraut Deutsche. Joschi ist 20 Jahre älter als Waltraut und hat schon eine bewegte Vorgeschichte als er auf die Liebe seines Lebens trifft. Doch kann diese Liebe Bestand haben?
    Dieses Buch hat mich sehr berührt. David Safier beschreibt ein Leben voller Hochs und Tiefs. Von Judenverfolgung über Seefahrerjahre bis hin zu Schritten in die Selbständigkeit. Man merkt dem Buch die Liebe des Autors zu seinen Eltern einfach an und liebt und leidet mit den Charakteren mit.

    Tief bewegend fand ich auch den Satz: „Statt womöglich zusammen 100 Safiers und Klaprodts gab es nur noch David“ – dieser Satz sagt so viel aus. Er transportiert in wenigen Worten das ganz Leid, das die Juden damals erdulden mussten.

    Fazit: Wer so viel erlebt und erleidet muss in einem Buch gewürdigt werden. Das ist Safier hervorragend gelungen und ich freue mich, dass er sich an diesen großen Schritt herangewagt hat.

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