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  • 5 Sterne

    41 von 62 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Leseratte54, 23.11.2022

    Ein literarisch anspruchsvoller Roman über den Wandel einer Inselwelt
    Am 28. September 2022 erschien der dritte Roman von Dörte Hansen -Zur See -. Das festgebundene Buch umfasst 256 Seiten und ist im Penguin Verlag erschienen.
    Die Geschichte spielt auf einer kleinen Nordseeinsel. Die Familie Sander lebt seit fast 300 Jahren in einem kleinen Dorf auf der Insel. Die Mutter Hanne hat zwei Söhne und eine Tochter bekommen. Ihre Tochter Eske arbeitet in einem Seniorenheim für Seeleute und hat große Sorge, dass die Inselkultur verschwindet, während die Touristenströme zunehmen. Ihr Sohn Henrik hat nie auf dem Schiff gearbeitet. Er ist künstlerisch kreativ, sammelt Treibgut am Strand und bastelt davon Dinge, die er an die Touristen verkauft. Ihr ältester Sohn ist gequält von Flutstatistiken und sieht das Ende der Insel, verursacht durch schwere Stürme immer näherkommen.
    Der Roman handelt vom Wandel einer Inselwelt innerhalb eines Jahres. Zur See ist ein Gesellschaftsroman, der von Inselbewohnern erzählt, die teilweise sehr einsam sind, teilweise sehr überfordert sind und teilweise nicht mit dem Wandel der Zeit mitkommen. Auch der Klimawandel und die damit verbundenen drohenden Katastrophen werden thematisiert. Ein ruhig startender Roman, der dann mit voller Wucht laut wird.
    Das Buch hat mich nicht von Anfang an mitgerissen und das Lesen der ersten Seiten war sehr holprig. Ich brauchte einige Zeit und vor allem Ruhe um vollends in die Geschichte eintauchen zu können und die Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen. Zwischendurch wurden mir immer wieder bekannte Erinnerungen an meine Jugend und das Leben an der Küste eingespielt. Dies war unter anderem auch der Grund, warum ich das Buch nicht innerhalb kürzester Zeit lesen konnte. Der Roman ist literarisch anspruchsvoll und keine klassische spannende Geschichte. Mit viel Wärme und der Gabe zwischen den Zeilen lesen zu können, hat mich der Roman im Fazit begeistert.

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  • 5 Sterne

    17 von 23 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    mimitatis_buecherkiste, 31.03.2023

    Die Familie Sander lebt seit fast 300 Jahren von der Seefahrt, weit in die Vergangenheit reicht ihre Spur. Hanne Sander arbeitet im Insel-Museum, das sich im ehemaligen Haus der Großeltern befindet, Jens Sander ist seit zwanzig Jahren nicht da. Die Kinder könnten nicht unterschiedlicher sein, zwei Söhne und eine Tochter und nur der Älteste hat die Tradition fortgesetzt.

    Aus verschiedenen Blickwinkeln näherte sich die Autorin dem Inselleben an. Im Vordergrund stand die Familie Sander, aber auch der Pfarrer, andere Fischer und die ein oder andere Person auf der Insel wurden vorgestellt. Durch die beiläufige, manchmal etwas lakonische Erzählweise entstand eine ungeheure Nähe zu den Charakteren, fast schon einer Intimität gleich. Ich habe bald schon die meisten Personen ins Herz geschlossen, fand es ungeheuer spannend, einem voyeuristischen Zuschauer gleich, durch ihr Leben zu wühlen und zu entdecken, welche Geheimnisse sich verbergen hinter den Fassaden und Mauern. Hierbei gab es oft keine Chronologie, manchmal ergab sich erst durch einen Hinweis, ob ein Ereignis in der Vergangenheit lag, oder es sich um die Gegenwart handelte. Dies klingt verwirrend, war es aber nicht. Es passte gut zu der Art und Weise der Erzählung und hat eine Spannung erzeugt, die mich ganz wunderbar unterhalten hat.

    Familie, Tradition, Fortschritt und Wandel, zusammengefasst in einem großartigen Roman über die Liebe zur See. Wieder einmal hat die Autorin mich eintauchen lassen in eine mir fremde Welt, hat mit meinen Emotionen gespielt und mich gedanklich entführt auf eine Insel in der Nordsee. Dafür gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung von mir.

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  • 5 Sterne

    Marielle J., 18.05.2024

    Toller Roman mit einer ganz besonderen, stimmungsvollen Sprache, die die Geschichte bildgewaltig zum Leben erweckt.

    Was das Auge des Wals erzählt

    Da sind die fünf Sanders - Hanne und Jens mit ihren drei erwachsenen Kindern Ryckmer, Eske und Henrik. Sie leben ein Inselleben vor der Nordseeküste und wir dürfen sie ein Jahr lang dabei begleiten. Und dann ist da noch der Inselpastor, der die Balance finden muss zwischen seiner Ehe und der Arbeit in der Kirche.


    Dörte Hansen lässt uns in „Zur See“ tief blicken in die Seelen der Sanders und des Inselpastors. Die Charaktere könnten verschiedener nicht sein, und ganz bestimmt findet man sich selbst in einem der Inselbewohner*innen wieder.

    Mit großer Sorgfalt und ganz viel Feingefühl gelingt es der Autorin, die Gefühle jedes Einzelnen authentisch und nachvollziehbar aufs Papier zu bringen. Selbst wenn ich eine Figur zuerst auch noch so verschroben fand, entwickelte ich im Laufe der Kapitel Verständnis und Empathie.

    Eine Museumsführerin, ein Vogelwart, ein Fährkapitän, eine Altenpflegerin, ein Strandgutkünstler und ein Pastor - verschiedener geht es kaum und dennoch teilen sie ähnliche Wünsche und Sorgen.

    Es ist das starke Heimatgefühl, das alle sechs eint. Die Verbundenheit mit der Insel und das Bröckeln des Fundaments. Durch den Klimawandel, durch den Tourismus, durch das harte Inselleben, durch familiäre Katastrophen, durch den Verlust von Tradition und Sprache, durch Missverständnisse und Suchtprobleme, durch eine Kindheit ohne Halt und Wärme - durch all dies gerät die Inselwelt ins Wanken.

    Ein wahres Highlight war für mich das Kapitel des Wals, das so wunderbar zeigte, dass das wichtige Erbe und das Seemannswissen der Inselbewohner*innen schon längst nicht mehr so präsent sind, wie sie es erwartet hätten und nach außen hin verkörpern möchten. Außerdem steht der Wal in meinen Augen für ein Omen, für einen Wink des Schicksals und für eine Wendung - was mir unglaublich gut gefallen hat.

    Eine riesige Empfehlung für einen Roman, der in einer unfassbar atmosphärischen Sprache ein Meisterwerk aus Bildern schafft mit der perfekt gewichteten Brise Melancholie.

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  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Hortensia13, 29.12.2023

    In der Nordsee gibt es eine kleine Insel mit zwei Dörfer. Die Fähre vom Festland braucht, je nach Wellengang, eine Stunde. Seit Jahrhunderten lebt auf dieser Insel die Familie Sander. Während der Vater auf Seefahrt ging, zog Hanne die drei Kinder allein auf. Nun hat der Älteste sein Kapitänspatent verloren, die Tochter pflegt im Seniorenheim Seeleute und Witwen und der Jüngste liebt das Meer so sehr, dass er aus dessen Treibgut Kunst macht. Die Zeiten ändern sich und auch die Familie Sander merkt, dass auch der Wandel bei ihnen keinen Halt macht.

    Diese Geschichte ist besonders. Die Autorin erzählt in einem poetisch anmutenden Schreibstil vom Wandel der Seefahrerleute, der Inselkultur, dem aufkommenden Inseltourismus und dem Kampf zwischen Tradition und Moderne. Die Charaktere sind so eigenwillig wie die See, manchmal sehr rau oder auch still und friedlich. Ich finde das Buch zeigt sehr gut auf, dass nicht alles Alte schlecht und Neue gut ist oder umgekehrt. Jede Zeit hat ihre eigenen Hürden, aber auch Vorteile.

    Mein Fazit: Dieser Roman ist sehr atmosphärisch geschrieben und erzählt bewegenden von den Schicksalen einiger Nordseeinselbewohner. 5 Sterne.

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