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Schlank für Faule

Abnehmen leicht gemacht mit Dr. med Carsten Lekutat I Interview und Linsensalat Rezept

INHALT

Warum wollen wir eigentlich schlank sein?

Trotz Body Positivity und vielen Aufmunterungen, man solle zu seinen (überflüssigen) Pfunden stehen: die allermeisten von uns wollen lieber rank und schlank sein. Ein schlanker und definierter Körper gilt automatisch als gesund und fit. Sich leicht und beweglich zu fühlen stärkt das Selbstbewusstsein und hebt die Stimmung, nicht nur, aber gerade in der beginnenden Bade-Saison. Es hat sich zudem gezeigt, dass idealgewichtige Menschen weniger anfällig sind für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und schwere Verläufe bei Infektionskrankheiten. Auch passende Kleidung findet sich problemloser. Keine Frage: schlank sein fühlt sich gut an.

Abnehmen leicht gemacht - ohne leere Versprechungen

Kein Wunder also, dass viele Menschen gerne ihr Übergewicht loszuwerden möchten. Über 70% der Frauen und fast die Hälfte der Männer in Deutschland wollen abnehmen und investieren dafür über 2,5 Milliarden Euro jährlich in Diätprodukte. Weltweit ist der Diät-Markt sogar satte 420 Milliarden Dollar schwer. Von Low Carb über Stoffwechsel-Diät bis Paleo sind unzählige Diätformen am Start.

Leider geht bei vielen ein leerer Magen oft mit leeren Versprechungen einher: 5 Kilo weg in einer Woche! Schlank im Schlaf ohne Ernährungsänderung. Morgens ein Ingwerwasser verbrennt 1000 Kalorien! Klingt alles vielversprechend, stammt aber leider aus dem Reich der Märchen. Wahr dagegen ist, dass ein sichtbarer Gewichtsverlust bei jedem/r Abnehmwilligen klappen kann, wenn man das Ganze mit Köpfchen angeht.

Abnehmen ist nur der Anfang

Die Gewichtsreduktion ist immer nur der erste Schritt. Entscheidend ist, das erreichte Traumgewicht auch langfristig zu halten, ohne sich ständig kasteien zu müssen. Viele haben festgestellt, dass das Abnehmen selbst gar nicht so schwer war, aber das Schlankbleiben gestaltete sich anstrengend. Resultat: die verlorenen Kilos waren in Kürze wieder drauf – nicht selten inklusive einiger Bonus-Kilos. Der allseits bekannte JoJo-Effekt hat schon so manche(n) zur Verzweiflung gebracht. Nicht ohne Grund sind in Deutschland zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen nachhaltig übergewichtig.

Schlüssel zum Erfolg: Individuelle Einflussfaktoren erkennen

Hier setzt der aus dem TV bekannte Arzt und Stoffwechselexperte Dr. med. Carsten Lekutat an. "Schlank für Faule" heißt sein aktueller Ratgeber, in dem er das Problem des kurzfristigen Gewichtsverlusts mit einhergehender Wiederzunahme in den Fokus stellt. "Schlank für Faule" deshalb, weil das Leben zu kurz ist, um sich andauernd mit Diätversuchen zu quälen.

Sein Therapiemotto lautet: Iss nicht weniger, iss das Richtige. Abnehmen leicht gemacht also, um das Erreichte dann auch ohne großen Stress halten können. Aus eigener Erfahrung setzt Dr. Lekutat nicht auf kurzfristige Scheinlösungen, sondern auf ein ganzheitliches Konzept zur Gewichtskontrolle, das uns lebenslang ohne großen Aufwand begleiten kann.

Einfach abnehmen mit Gewichtskontrolle

Um sein Gewicht erfolgreich zu halten, muss man die medizinischen Ursachen für Übergewicht kennen und erkennen. In seinem Buch erläutert Dr. Lekutat, dass unser Körpergewicht maßgeblich durch Hormone, Stoffwechsel, Schlaf, Bewegung und von der Psyche beeinflusst wird. Und natürlich spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Aber welche dieser Einflussfaktoren für Abnehmwillige besonders stark ins Gewicht fallen, ist individuell sehr verschieden. Daher bringen standardisierte Diätprogramme für den Einzelnen wenig. Dr. Lekutat rät zu einer genauen Diagnostik und gibt konkrete Anleitungen, wie mit schlauer Gewichtskontrolle dauerhaft und stressfrei Gewicht verloren wird.

Wer auf sein Gewicht achten möchte, darf Linsen ab jetzt gerne öfter auf den Tisch bringen: Die kleinen Kraftpakete punkten mit hochwertigem Protein und komplexen Kohlehydraten, sind aber bemerkenswert kalorienarm

Linsensalat Rezept

Hätten Sie's gewusst? Rote Linsen sind nicht nur sehr sättigend, sondern auch sehr gesund. Besonders in ungeschälter Form enthalten die kleinen Hülsenfrüchte viele wertvolle Nährstoffe wie Eisen, Zink, Folsäure, Magnesium sowie B-Vitamine. Damit sind sie echte Nervennahrung. Denn die B-Vitamine tragen zu einem gesunden Nervensystem bei und unterstützen die Bildung von roten Blutkörperchen. Zudem verfügen Linsen über einen hohen Proteinanteil und stellen damit eine wertvolle Eiweißquelle für Vegetarier und Veganer dar.

Besonders lecker und schnell zubereitet sind sie in Form von einem Linsensalat Rezept. Wie sie mediterranen Pfiff an die Hülsenfrüchte bekommen, lesen Sie gleich hier:

Rezept: Mediterraner Linsensalat mit Hähnchen (aus "Schlank für Faule")

Vorbereitung: Minuten Kochzeit: / benötigte Zeit insgesamt: 45 Minuten
Zutaten
für 2 Personen
150 g rote Linsen
200 g Hähnchenbrustfilet
1 rote Paprika
1 kleine Zwiebel
2 Zweige Thymian
500 ml Geflügelbrühe
300 ml Gempsebrühe
1 EL neutrales Pflanzenöl
1 EL Honig
1 EL Balsamessig
Peffer
Salz
Zubereitung
  1. Die Geflügelbrühe in einem großen Topf aufkochen. Das Hähnchenfleisch mit einem großen Küchenpapier abtupfen, dann in die Geflügelbrühe legen und ca. 20 Minuten gar ziehen lassen.

  2. Inzwischen die Linsen in einem Sieb waschen und abtropfen lassen. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Das Öl in einem kleinen Topf erhitzen, die Zwiebeln darin glasig anschwitzen. Die Linsen dazugeben, kurz mitanschwitzen, dann die Gemüsebrühe angießen. Die Linsen offen ca. 15 Minuten gar köcheln lassen.

  3. Die Paprika waschen, putzen, halbieren und von Stielen und Kernen befreien. Dann in kleine Stücke schneiden und nach ca. 10 Minuten Garzeit zu den Linsen geben.

  4. Die Hähnchenbrust aus der Brühe nehmenz, gut abtropfen lassen und mit einer Gabel in Stücke zupfen.

  5. Den Thymian waschen, trocken schütteln und die Blättchen abzupfen. Honig, Essig und Thymianblättchen zu den Linsen geben und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die Hähnchenstücke unter die Linsen heben und servieren.

Quelle: Schlank für Faule, Dr. med. Carsten Lekutat, Weltbild, 2022

Abnehmen leicht gemacht - schlank werden und bleiben mit Weltbild

Hat selbst ordentlich Kilos verloren: Dr. Carsten Lekutat rät zu einer genauen Diagnostik und gibt konkrete Anleitungen, wie mit schlauer Gewichtskontrolle dauerhaft Gewicht reduziert wird. Foto rechts: © Anne Hufnagl

Schlanksein ist soo anstrengend... Wirklich? Dr. med. Carsten Lekutat zeigt einen neuen Weg

Abnehmen leicht gemacht allein durch kluges Essen, mehr Kontrolle und positives Denken? Das klingt zwar logisch und durchdacht, aber wie einfach ist es wirklich in der Praxis umsetzbar? Wir haben den Experten Dr. med. Carsten Lekutat zu 5 Themen persönlich befragt und interessante Antworten bekommen:

Erfolgreiche Gewichtskontrolle hat viele Ursachen. Woher weiß ich, welcher Einflussfaktor für mich der wichtigste ist? Welche Rolle spielt das Mindset?

Dr. Carsten Lekutat: Das Problem ist, dass Menschen sehr unterschiedlich und individuell sind. Was den einen Menschen übergewichtig macht, führt bei einem anderen zu keiner nennenswerten Gewichtszunahme. Daher gibt es kein Geheimrezept, oder „die Diät für jeden“, die für jeden helfen würde. Es ist daher wichtig, seine eigene Ernährungshistorie zu betrachten und aus seinen früheren Fehlern und Erfolgen zu lernen.
Motivation und Mindset sind wichtig, aber keinesfalls alles.

Das Problem mit unserer Motivation ist, dass sie im Alltag relativ schnell nachlässt. Wir brauchen daher etwas anderes: eine Strategie!

Kann erfolgreiche Gewichtskontrolle in jedem Alter gelingen, oder muss ich z.B. im fortgeschrittenen Alter auf besondere Dinge achten?

Dr. Carsten Lekutat: Eine erfolgreiche Gewichtskontrolle kann in jedem Alter gelingen. Und auch bei jedem Ausgangsgewicht. Egal, ob ich 3 kg oder 30 kg zu viel auf der Waage habe. Wichtig ist nur, dass die Ernährungserhebung individuell auf den Menschen abgestimmt sein muss.

Psyche und Stress sind wichtige Faktoren. Wie kann ich in einer stressigen Lebensphase Gewichtszunahme verhindern?

Dr. Carsten Lekutat: Nicht jeder Mensch nimmt bei psychologischer Belastung oder Stress zu. Es gibt einige Menschen, die zum Beispiel auch Gewicht verlieren. Wenn man allerdings zu den zunehmenden Menschen gehört, dann ist es besonders wichtig, erst einmal zu verstehen, dass es nicht nur die Ernährung ist, die ein Übergewicht erzeugen kann, sondern auch unsere psychologische Verfassung. Leider sind auch hier die Maßnahmen, die zur Gewichtsreduktion ergriffen werden müssen, sehr individuell.

Häufig hilft es allerdings, den psychologischen Stress mithilfe einer simulierten Kampf- oder Fluchtbewegung für den Stoffwechsel zu entschärfen.

Kurz gesagt: eine ausreichende Dosis an Bewegung in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme.

Warum sollte ich zur Gewichtskontrolle regelmäßig auf die Waage steigen (kann ich nicht meinem Gefühl vertrauen)?

Dr. Carsten Lekutat: Auch wenn auf vielen Lebensmittelverpackungen Kalorienangaben zu finden sind, stimmen diese nicht mit den Kalorien überein, die wir durch den Verzehr aufnehmen. Zu viele Wechselwirkungen unterschiedlicher Lebensmittel gibt es und auch die Aufnahme in unseren Körper ist individuell sehr unterschiedlich.

So kann es sein, dass ein Schnitzel am Morgen gegessen eine ganz andere Energie dem Körper zuführt, als wenn man es abends essen würde.

Auf der anderen Seite können wir auch unseren Energieverbrauch nicht wirklich hinreichend einschätzen. Wenn wir aber nicht genau wissen, was wir zuführen und was wir verbrauchen, ist die einzige Möglichkeit, die Zielgröße im Auge zu behalten: unser Körpergewicht. Und dafür benötigen wir eine Waage.

Stichwort „Schlank bleiben“: Wie kann ich mein Wunschgewicht langfristig halten, obwohl mein Partner nicht mitzieht?

Dr. Carsten Lekutat: Das Halten des Gewichtes, auch innerhalb einer Diät, ist einer der Kernpunkte für eine langfristige Gewichtskontrolle. In den Plateauphasen zwischen den einzelnen Abnehmphasen werden schlanke Menschen gemacht. Es ist natürlich besonders schwierig, wenn das soziale Umfeld nicht mitzieht. Allerdings muss man sich klar vor Augen führen: Nicht der Partner, nicht die Mutter, nicht das Wetter und nicht der Koch im Restaurant ist letztendlich dafür verantwortlich, wie ich mich ernähre. Sich in seiner eigenen Energiekontrolle egoistisch von anderen abzugrenzen und die eigene Verantwortung zurückzugewinnen ist ein wesentlicher Punkt, um dauerhaft normal gewichtig zu bleiben.

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