vor 3 Wochen

Kurkuma: So gesund ist “das Gewürz des Lebens”

Orientalisches Gewürz- und Heilmittel: So gesund ist “das Gewürz des Lebens”

Kurkuma, „das Gewürz des Lebens“ mausert sich hierzulande gerade zur absoluten Trendzutat für fitness- und gesundheitsorientierte Foodies. Bei Instagram liegt der Hashtag #Kurkuma zwar noch hinter #Ingwer - aber nicht mehr allzuviel! Die Wunderknolle färbt nicht nur goldgelb, sondern verfügt geradezu über magische Kräfte.

Manch einer mag sich im Supermarkt schon gewundert haben, was für braune, wurmartige Dinger da in der Gemüseabteilung liegen, meist nahe beim Ingwer. Was von außen eher unscheinbar aussieht ist Kurkuma, eine Wurzelknolle, die in der asiatischen Küche und Heilkunst schon seit Jahrtausenden eingesetzt wird und auch bei uns immer mehr im Kommen ist. Und das nicht ohne Grund. Das Allroundtalent und Superfood Kurkuma hat viele Vorteile:

  • Es gibt gibt süßen und herzhaften Speisen und Getränken ein ganz besonderes Aroma.
  • Es färbt und zwar ordentlich! Knallgelb, genauer gesagt: currygelb.
  • Außerdem ist Kurkuma gesund und in der indischen Heillehre Ayurveda und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) schon seit Jahrtausenden für seine heilende Wirkung bekannt.

Background-Check

Die frische Kurkuma-Wurzel ähnelt ein wenig dem Ingwer. Das ist auch kein Wunder, denn beide sind enge Verwandte aus der Familie der Ingwergewächse. Im Gegensatz zum brennend scharfen Geschmack des Ingwers kommt Kurkuma mit einem pfeffrig-würzigen und leicht bitteren, erdigen Aroma daher.

Der größte Unterschied der beiden Brüder zeigt sich beim Aufschneiden: Das Innere von Kurkuma ist leuchtend orange und färbt sofort alles gelb, was mit der Schnittfläche in Berührung kommt. Dafür ist das enthaltene Curcumin verantwortlich, das auch für die gelbe Farbe von Currypulver sorgt. Wegen der färbenden Wirkung wird Kurkuma auch Gelbwurz genannt.

Kleiner Exkurs: In Wahrheit kaufen wir im Supermarkt nicht die Kurkuma-Wurzel, sondern die verdickten Abschnitte der Wurzeln, das sogenannte Rhizom. Dieses dient der Pflanze zur Speicherung von Nährstoffen und zur Fortpflanzung.

Tipp: Kurkuma richtig einkaufen – frisch oder getrocknet?

Als Kurkumapulver kennen wir das orientalische Gewürz schon länger, meist als Zutat für Currypulver oder Currypaste. Gemahlenes Kurkuma verliert bei der Lagerung recht schnell das Aroma, jedoch nicht die färbende Wirkung. In Indien und China werden sogar heute noch Kleiderstoffe mit Kurkumapulver gefärbt. Ein guter Hinweis für Sparfüchse: Kurkuma ist ein preisgünstiger Ersatz für das Luxusgewürz Safran, um Speisen wie Risotto oder Paella gelb zu färben.

Wem es jedoch vor allem auf den feinwürzigen Geschmack ankommt, der sollte hochwertiges Kurkumapulver in kleinen Mengen kaufen und schnell verbrauchen.

Fans von Buddha Bowls, Smoothies und Co. schwören allerdings auf frisch geriebene Gelbwurz. Diese besitzt noch das volle, intensive Kurkuma-Aroma und kann ihre gesundheitlichen Pluspunkte komplett entfalten.

Food pairing - zu diesen Gerichten passt Kurkuma

Kein Curry ohne Kurkuma. Und damit ist nicht die gelbe Gewürzmischung gemeint, sondern das eintopfartige Gericht “Curry”, das vor allem in der asiatischen Küche beliebt ist. Zu folgenden Gerichten harmoniert Kurkuma besonders gut:

  • Currys mit Fleisch, Fisch, Geflügel oder Tofu
  • Gemüse, z.B. gebratener Blumenkohl
  • Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen
  • Risotto, Paella, und Couscous
  • Nudeln (selbstgemachte Pasta) und Lasagne
  • Suppen und Omeletts
  • Aufläufe und Quiches
  • Desserts und Saucen
  • Dips und Aufstriche
  • Fruchtige Smoothies
  • Marmeladen und Chutneys
  • Desserts und Gebäck

Der gelbe Farbstoff Curcumin löst sich übrigens sowohl in kaltem als auch in heißem Fett. Kurkuma harmoniert besonders gut mit diesen Gewürzen:

  • Ingwer
  • Chili
  • Koriander
  • Muskat
  • Zimt

A propos Gesundheit: Kurkuma als Heilmittel

In der ganzheitlichen Heillehre des Ayurveda wird Kurkuma seit jeher zur Stärkung des Immunsystems und bei Beschwerden jeglicher Art verordnet. Vor allem folgende Eigenschaften werden der Wurzelknolle nachgesagt:

  • entzündungshemmend
  • schmerzstillend
  • krampflösend
  • verdauungsfördernd
  • cholesterin- und blutzuckersenkend

Für all diese gesundheitlichen Wirkungen wird der gelbe Farbstoff Curcumin verantwortlich gemacht. Außerdem soll er die Knochendichte erhöhen, vor Alzheimer schützen und vieles mehr. Doch obwohl einige dieser Wundereffekte inzwischen bei anerkannten Wissenschaftlern als gesichert gelten, sollten solche Aussagen immer mit gesunder Skepsis betrachtet werden. Denn in vielen Studien kamen große Mengen an Curcumin zum Einsatz, die nur über spezielle Präparate aufgenommen werden können. Zudem ist nicht gesichert, dass Ergebnisse aus Laborversuchen auf den Menschen übertragbar sind. Eine weitere Hürde: Die Aufnahme von Curcumin im Körper ist sehr begrenzt. Mit Piperin aus schwarzem Pfeffer kann die Aufnahme um ein Vielfaches verbessert werden. In Kapseln wird Curcumin daher häufig mit Piperin kombiniert.

Auch gut zu wissen: Da Curcumin fettlöslich ist, sollten Sie Kurkuma immer zusammen mit Fett verwenden, zum Beispiel mit Oliven- oder Kokosöl, mit Kokosmilch im indischen Curry oder zum Beispiel mit Mandel- oder Kuhmilch in der „Goldenen Milch“, auch Kurkuma Latte genannt.

Heilendes Trendgetränk „Goldene Milch“

Die Kurkuma Latte wurde 2016 von „The Guardian“ zum Trendgetränk des Jahres gekürt und steht auf der Karte von hippen Cafés auf der ganzen Welt. Wie so häufig bei trendigen Lebensmitteln und Getränken ist das Heißgetränk aber alles andere als eine neue Erfindung: In der ayurvedischen Lehre ist die „Goldene Milch“ seit Jahrhunderten als anregendes, reinigendes und heilendes Getränk bekannt. Fans des sonnengelben Trunks genießen das Allround-Heilmittel statt des morgendlichen oder nachmittäglichen Kaffees oder zum Herunterkommen am Abend.

Kurkuma Latte selber machen

Für eine schnelle Kurkuma Latte brauchen Sie folgende Zutaten:

  • eine Tasse Milch oder pflanzliche Milchalternative (Haferdrink, Mandeldrink)
  • einen Teelöffel Kurkumapulver
  • einen halben Teelöffel geriebenem Ingwer
  • eine Prise frisch geriebenen schwarzen Pfeffer und
  • etwas Honig oder Agavendicksaft zum Süßen

Und so geht’s:

  • Alle Zutaten vermischen und erwärmen.
  • Die Mischung etwa zehn Minuten ziehen lassen.
  • Optional vor dem Erhitzen noch einen halben Teelöffel Kokosöl zugeben.
  • Mit etwas Milchschaum garnieren und genießen.

Wenn Sie es ganz eilig haben, können Sie auch fertige Mischungen für die Golden Milk kaufen.