vor 3 Wochen

Der Duft des Sommers im Glas

Der Duft des Sommers im Glas: Mit Liebe einmachen

Saftiges Obst schmeckt im Sommer am besten. Dann haben die Früchte des Gartens ausreichend Sonne getankt und ihre volle Reife entfaltet. Nutzen Sie die geschmackliche Vielfalt dieser Jahreszeit und bereiten Sie daraus Köstlichkeiten zu wie Marmeladen, Gelees oder Rumtopf. Auch ungewöhnliche Kombinationen sind im Trend - Süßes mit Würzigem, aromatische Kräuter in der Frühstückskonfitüre, Kakao und Schokolade gemixt mit Frucht u.v.m. Wir haben Ihnen die besten Tipps und Tricks sowie viel Wissenswertes rund um das Einkochen zusammengestellt, damit Sie das Aroma des Sommers das ganze Jahr über genießen können.

Welche Früchte eignen sich am besten?

Erdbeeren gehören zu den ersten süßen Früchten des Jahres. Bald folgen Kirschen, Himbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren. Im Spätsommer hängen die Bäume voller saftiger Äpfel, Quitten und Pflaumen. Aus all diesen Obstsorten können Sie leckere Marmeladen und Gelees herstellen.

Die goldene Gelierzucker-Regel: Je süßer das Obst, desto weniger Gelierzucker brauchen Sie. Hier genügt ein Verhältnis 1:2 oder 1:3. Bei sauren Früchten wie Stachelbeeren oder roten Johannisbeeren empfehlen wir ein Verhältnis 1:1.

So klappt die selbst gemachte Marmelade:

  • Wählen Sie Schraubgläser mit wiederverwendbarem Metalldeckel, am besten ausgekocht. Das verhindert die Schimmelbildung durch eventuelle Rückstände und verlängert die Haltbarkeit der Marmelade.
  • Verwenden Sie ausschließlich reife Früchte, die einwandfrei sind und keine schadhaften Stellen aufweisen.
  • Geben Sie bei sauren Früchten zusätzlich eine Messerspitze Natron vor dem Kochen hinzu. Das bindet die Säure.
  • Vermischen Sie das Obst mit dem Gelierzucker und lassen Sie die Masse ca. zwei Stunden ziehen, bevor Sie die Marmelade kochen. So entsteht ein schöner Saft.
  • Machen Sie den Geliertest: Nehmen Sie einen kleinen Löffel heiße Marmelade aus dem Topf und lassen Sie die Masse auf einem Teller auskühlen. Wenn sie innerhalb weniger Sekunden fest wird, ist Ihre Marmelade bereit zum Umfüllen.

Exotischer Fruchtkick: Mango-Passionsfrucht-Marmelade
(Foto: Kurt Michael Westermann
, aus dem Band „Die Vorratskammer", Copyright © 2016 & 2014 by Pichler Verlag in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG)

Mango-Passionsfrucht-Marmelade

Vorbereitung: 10 MinutenKochzeit: 10 Minuten
Zutaten
für 8-9 Gläser á 212 ml

700 g reifes Magofruchtfleisch, kleinwürfelig geschnitten
400 ml Veltiner oder Riesling
400 g Passionsfruchtfleisch, von ca. 9 Früchten
1 Pkg. Gelierzucker 3:1
20 ml Zitronensaft
2 EL Vanillezucker
Zubereitung

Passionsfrüchte halbieren, Kerne und Mark mit einem Löffel herauslösen.

Mango, Vanillezucker und Weißwein in einen eher breiten Topf füllen und ca. 10 Minuten weich kochen, pürieren, Gelierzucker und Passionsfrüchte beigeben und unter Rühren ca. 4-5 Minuten bis zur Gelierprobe wallend kochen lassen.

Sofort in vorbereitete Gläser füllen und eventuell mit Alkohol beträufeln, anzünden und verschließen oder Gläser auf den Kopf (Deckel) stellen.

Varianten:

Diese exklusive Marmelade kann man anstelle von Mangos auch mit geschälten Äpfeln oder Birnen zubereiten.

Weißwein druch Orangensaft ersetzen.

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Schon gewusst?

Bereits seit 1979 gibt es EU-weit eine Richtlinie über Konfitüren, Gelees und Marmeladen. Sie gibt an, welche Eigenschaften ein Produkt haben muss, damit es Konfitüre oder Marmelade heißen darf. Im deutschen Sprachraum ist der Begriff „Marmelade“ am häufigsten verbreitet. Traditionell bezeichnet er einen Aufstrich ohne sichtbare Fruchtstücke. Die Konfitüre enthält sichtbare Fruchtstückchen. Gelee ist ein durchsichtiger Aufstrich allein aus dem Saft der Früchte.

Praktische Helfer für selbst gemachte Marmelade:

  • Kirsch- und Pflaumenentsteiner
  • Trichter zum Befüllen der Gläser
  • Passiergerät für Gelees
  • Pürierstab

Gläser schön beschriften und verzieren

Selbstgemachte Marmeladen und Gelees sind eine super Geschenkidee. Setzen Sie die Gläser elegant in Szene, indem Sie sie individuell beschriften und verzieren. Für die Beschriftung eignen sich Etiketten, die Sie selbst gestalten, beispielsweise mit bunten Stiften, Stempeln oder Handlettering. Verzieren Sie die Gläser mit quadratischen oder bunten Stoffresten, die Sie über den Deckel binden. Mit einer Konturenschere zaubern Sie aus dem Stück Stoff im Nu eine raffinierte Dekoration.

Trauen Sie sich: Marmelade mal anders

Das Tolle an Marmeladen und Gelees: Sie bieten unzählige Variationsmöglichkeiten. Von fruchtig bis raffiniert scharf, süß bis würzig, exotisch und ungewöhnlich, kombinieren Sie nach Herzenslust und probieren Sie aus, was Ihnen schmeckt:.

  • Veredeln Sie Ihre Brombeermarmelade mit Lavendelblüten (sparsam verwenden)
  • Kombinieren Sie Rhabarber mit Erdbeeren und Vanille – ein Traum
  • Mixen Sie Erdbeeren mit Honigmelone - ungewöhnlich fein
  • Einen extra runden Geschmack ergeben Kirschen mit Amaretto
  • Probieren Sie Apfelkonfitüre mit Zimt und Kardamom – einfach himmlisch
  • Wie wäre es mit einer Kombination aus Himbeeren und Thymian?
  • Ideal zum Frühstück: eine Konfitüre aus Kirschen und Espresso
  • Exotischer Kick: eine Kombi aus Bananen, Ananas und Kokosraspeln
  • Cocktailfreunde wagen sich an an eine Mojito-Marmelade aus Limettensaft, weißem Rum, Minze, abgeschmeckt mit Rohrzucker
  • Leckeres für die Winterzeit: Orangen-Kirsch-Marmelade mit weihnachtlichen, bzw. Lebkuchen-Gewürzen

Wie lange hält sich Marmelade eigentlich?

Mit Zucker aufgekochte Marmelade können Sie ungeöffnet bis zu zwei Jahre aufbewahren. Dabei gilt: Je höher der Zuckergehalt, desto länger die Haltbarkeit. Für die Lagerung eignet sich ein kühler und dunkler Ort. Weckgläser und Gläser mit Bügelverschluss sind nicht ganz so lange haltbar. Hier empfiehlt sich von Anfang an eine Lagerung im Kühlschrank. Ist die Konfitüre einmal angebrochen, sollten Sie das Glas ebenfalls im Kühlschrank aufbewahren.

Beschwipste Früchte

Die süßen Früchte der Sommerzeit können noch viel mehr als nur Marmelade. Eine weitere Möglichkeit, um sie lange haltbar zu machen, ist die Kombi mit Alkohol. Gerade Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, auch Quitten und schwarze Johannisbeeren geben ihre Aromen gerne an die hochprozentige Flüssigkeit ab, in der sie schwimmen. Beim legendären Rumtopf fügen Sie neue Früchte je nach Saison hinzu: angefangen bei den Erdbeeren und Himbeeren über Johannisbeeren und Mirabellen bis zu Nüssen und Orangen in der Winterzeit.

So gelingt ein Rumtopf:

  1. Geben Sie 500 g gesäuberte Früchte in eine große verschließbare Schüssel oder einen speziellen Rumtopf, zusammen mit 500 g Zucker.
  2. Lassen Sie die Masse etwa 30 Minuten ziehen und übergießen Sie anschließend die Früchte mit hochprozentigem Rum (mind. 54 Vol.- % Alkohol), bis sie vollständig bedeckt sind. Oben schwimmendes Obst mit einem Teller beschweren.
  3. Lassen Sie den Rumtopf ca. 4 Wochen an einem dunklen Ort ziehen. Schauen Sie regelmäßig nach, ob die Früchte noch ausreichend mit Flüssigkeit bedeckt sind. Ansonsten Rum nachgießen.
  4. Dann jeden Monat die neuen Früchte hinzufügen, mit jeweils 250 ml Rum und 250 g Zucker.

Alternativ können Sie die einzelnen Obstsorten in jeweils einem Einweckglas ansetzen und vor dem Servieren in eine große Schüssel geben.

Mit diesen natürlichen Konservierungsmethoden genießen Sie die aromatischen Früchte aus Ihrem Garten oder vom Wochenmarkt das ganze Jahr über. Und falls die Marmelade im Winter zur Neige gehen sollte, können Sie aus Tiefkühlobst ganz schnell Ihre Vorräte auffüllen.