vor 3 Wochen

Ist Kaffee gesund? Oder nur ein leckerer hallo-wach-Kick?

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Cappuccino oder lieber einen doppelten Espresso? Aus Tassen in charmanter Nostalgie-Optik schmeckt der morgendliche Kaffee besonders gut.

Der Deutschen liebster Muntermacher

Mmmhh, frischer Kaffee..., wie das duftet! Der Deutschen liebster Muntermacher: rund 150 Liter Kaffee lässt sich ein Kaffee-Liebhaber in Deutschland durchschnittlich im Jahr schmecken. Das aromatische Gebräu ist damit tatsächlich beliebter als Wasser und Bier. Und es wird zunehmend nicht zuhause am Kaffeetässchen genippt, mittlerweile werden über 40 Prozent der getrunkenen Kaffeemenge unterwegs genossen. Was viele Kaffee-Genießer immer wieder umtreibt, ist die Frage: Ist Kaffee gesund? Und wie viel davon kann ich täglich problemlos trinken?

Kaffee-Geheimnisse - 6 Fragen und Antworten

1. Ist zu viel Kaffee ungesund?

Was nachgewiesen ist: Kaffee macht wach. Die anregende Wirkung ist neben dem aromatischen Geschmack der Hauptgrund, der uns regelmäßig zum Kaffee-Getränk greifen lässt. Denn durch das enthaltene Koffein wird unser vegetatives Nervensystem angeregt. Weil dadurch der Körper mehr Stresshormone bildet, sind wir innerlich in einer Art Alarmbereitschaft. Wie stark, das ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt von seiner genetischen Veranlagung ab.

Es ist also auch ganz individuell zu beantworten, wie viel Kaffee gesund ist. Manche Menschen werden bei viel Kaffeegenuss nur wach, andere zwar wach, aber auch hibbelig und richtig unruhig. Zu viel Koffein kann im schlimmsten Fall sogar Angstsymptome auslösen. Kleiner Trost: Die nervös machende Wirkung des Koffeins lässt bei regelmäßigem Kaffeegenuss schnell und nachhaltig nach.

2. Kann man süchtig nach Kaffee werden?

Zuerst: Kaffee gilt nicht als Droge, weil durch ihn kein Dopamin (Glücksbotenstoff) im Gehirn ausgeschüttet wird. Doch wer regelmäßig Kaffee trinkt und damit an eine bestimmte Menge Koffein täglich gewöhnt ist und ihn dann plötzlich weglässt, kann durchaus „Entzugserscheinungen“ verspüren, wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder eine erhöhte Reizbarkeit. Ob das Koffein im Kaffee eine Person süchtig machen kann, hängt von weiteren Faktoren ab: dem Alter, dem Gesundheitszustand, der Verträglichkeit und von diversen Lebensumständen.

Wer unsicher ist, kann die Wirkung testen: Verzichten Sie testweise auf Ihre gewohnte Kaffeemenge. Wenn Sie mit körperlichen Beschwerden reagieren, sollten Sie Ihren Kaffeekonsum kontinuierlich reduzieren.

3. Hilft Kaffee bei der Verdauung?

Das Koffein im Kaffee regt die Produktion von Säure im Magen an und sorgt damit auch dafür, dass die Nahrung schneller in den Darm wandert. Hilfreich kann das vor allem am Morgen sein, um den Darm in Schwung zu bringen, und ihn leichter zu entleeren. Wenn der Magen, beispielsweise nach einem mehrgängigen Menü, schon sehr voll ist, hinkt die Verdauungsthese aber: Ein Espresso nach dem Essen ist leider nicht in der Lage, die Verdauung zu beschleunigen oder Magen und Darm zu entlasten.

4. Macht Kaffee schlaflos?

Ja und Nein. Denn wer Kaffee nicht gewöhnt ist oder nur selten trinkt und dann spätabends noch einen Espresso oder eine ungewohnt große Menge genießt, wird die wachhaltende Wirkung deutlich spüren und schwerer in den Schlaf finden. Aber da Koffein die Gefäße erweitert und damit das Gehirn und die Schlafzentren besser durchblutet werden, kann regelmäßigen Kaffeetrinkern eine Tasse des schwarzen Gebräus am Abend durchaus beim Einschlafen helfen.

5. Trocknet Kaffee den Körper aus?

Lange wurde geglaubt, das Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht. Dabei ist es dem Wasserhaushalt im Körper egal ist, ob eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wasser getrunken wurde. Wer Kaffee trinkt, scheidet 84 % der aufgenommenen Flüssigkeit innerhalb eines Tages über den Urin wieder aus, ein Wassetrinker behält nur drei Prozent mehr Flüssigkeit bei sich.

Aber Achtung: wegen der anregenden Wirkung von Koffein auf Herz und Kreislauf sollte der Durst nicht mit Kaffee gelöscht werden.

6. Ist Kaffee ungesund, weil er den Körper übersäuert?

Das hängt vom täglichen Kaffeekonsum ab. Weil Kaffee viel Kalium enthält, ist seine Wirkung im Körper bei maßvollem Genuss eher basisch. Doch Koffein und Röststoffe wirken sich bei einem Konsum von mehr als zwei Tassen täglich säuernd auf den Urin aus, weil das Koffein die Bildung biogener Amine erhöht. Werden sie wieder abgebaut, entsteht Säure im Körper. Basische Ernährung mit viel Obst und Gemüse sorgen wieder für Gleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt.

Hingucker in Küche oder Essecke: Das Bildertrio mit Uhr weist charmant darauf hin, dass Zeit für eine Kaffeepause ist …

Cappuccino? Lecker, aber laaaangweilig!

Die angesagten Coffee-Drinks 2020:

Superfood Coffee

Kurkuma, Maca, Lucuma - sogenannte Superfoods sollen als kleine Nährstoffwunder für zusätzliche Energie sorgen. Zu feinem Pulver verarbeitet streut man sie in oder über die fertige Kaffeespezialität. Ein belebendes und leckeres Topping, das nicht nur die Optik des Kaffeedrinks verschönert, sondern im besten Fall auch die Stimmung heben und sogar Anti-Aging-Effekte bewirken soll.

Egg Coffee

Der Klassiker aus Vietnam soll 2020 auch hierzulande einen echten Aufschwung erleben. Zutaten sind starker (vietnamesischer) Kaffee, gezuckerte Kondensmilch, Zucker und Eigelb. Ein echter Hingucker, der vor allem Kaffeeliebhaber überzeugt, die es gerne süß mögen: das cremige Trendgetränk erinnert geschmacklich an Tiramisu.

Blue Pea Flower Coffee

Jetzt wird's blau: Im Mix mit Espresso und Milch wird aus dem Tee der Blue Pea Flower eine leckere und außergewöhnliche Kaffeekreation, die durch ein tolles blaues Farbenspiel besticht. Und zudem extra lecker schmeckt... Ausprobieren!

Black Latte

Black is beautiful: Direkt aus einem trendigen Coffeeshop in New York kommt dieser tiefschwarze Kaffeeshake-Genuss, der eiskalt genossen wird. Der Erfinder gibt sein Rezept nicht wirklich preis, nur soviel: man mischt zu zwei doppelten Espressi ca. einen Esslöffel 90%igen holländischen Kakao. Dazu kommt etwas Milch, am besten Hafer- oder Mandelmilch, weil Kuhmilch den Kaffee zu sehr aufhellt. Eiswürfel dazugeben und gut durchschütteln. Aus dem Shaker fließt dann schwärzester Kaffee. Fehlt nur noch die Sahne, auch sie wird mit dunklem Kakao vermischt und aufgespüht. Wer möchte, süßt seinen Black Latte nach Bedarf.

Übrigens: der Name Black Latte steht auch für Kaffee, der mit Aktivkohle zubereitet wird. Damit sollen Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt gebunden werden, was einen Entgiftungseffekt haben soll. Rezepte oder fertige Kaffeemischungen dazu gibts im Internet.

Mehr als nur Kaffee - Trends für experimentierfreudige Genießer:

Coldbrew & Ice Brew Coffee

Auch in diesem Jahr bildet wieder die Zubereitungsart Coldbrew die Grundlage für viele Kreationen. Der mit kaltem Wasser über grob gemahlenem Pulver gebraute, extramilde Kaffee trifft jetzt zum Beispiel trendgerecht auf Gin oder zerkleinertes Obst und Gemüse.

Noch cooler wird's mit dem Ice Brew Coffee: Er wird zwar mit heißem Wasser aufgebrüht, aber dann tropft der gefilterte heiße Kaffee direkt auf Eiswürfel. Das schnelle Abkühlen des Kaffees verringert die Bitterstoff-Extraktion und der eher bittere Geschmack von „kaltem Kaffee“ wird frisch-fruchtig - gerade im Sommer eine wunderbare Erfrischung.

Eine weitere Variante des beliebten Coldbrews ist Nitro-Kaffee. Für seine Zubereitung wird dem kalt gebrühten Kaffee Stickstoff zugesetzt. Das Ergebnis? Ein sprudelig-schaumiger und besonders cremiger, weicher, leicht süßlicher Coffee-Genuss, der ganz getrost auf Milch und Zucker verzichten kann. An dieser Stelle: Hallo, Bikinifigur!

Bullet Proof Coffee: Fettes zum Abnehmen

"Butter bei die Fische", okay, aber das klingt nun wirklich exotisch: Butter in den Kaffee? Tatsächlich, beim Bulletproof Coffee („kugelsicherer Kaffee“) wird Filterkaffee ein bis zwei Esslöffel Butter (Ghee oder Kokosöl) zugegeben. Das soll Energie spenden, richtig lange satt machen und so sogar beim Abnehmen unterstützen. Doch Vorsicht: das fettreiche Koffein-Getränk soll statt einem reichhaltigen Brötchen-Frühstück genossen werden, sonst funktioniert der Gewichtsverlust nicht. Auch wissenschaftlich belegt sind die Gesund-Benefits des Bulletproof Coffees noch nicht. Trotzdem lieben viele Menschen seinen runden, weichen Geschmack und trinken ihn als Frühstücksersatz.

Coff-Tea: eine geschmackvolle Verbindung

Heute muss sich keiner mehr zwischen Kaffee oder Tee entscheiden, denn Coff-Tea verbindet beide Lieblingsgetränke zu einem innovativen Genuss-Highlight. Der „Yuangyang“ schwappt aus China zu uns herüber und besteht aus einer Kombination von Kaffee und Milch-Tee (am besten eignet sich schwarzer Tee) im Mischungsverhältnis drei zu sieben. Freilich darf das Mischungsverhältnis je nach Vorliebe justiert werden. Tipp: Einfach mal beim nächsten Treffen die Freundinnen mit einem aromatischen Kaffeetrend-Getränk wie Coff-Tea überraschen, leckere Muffins oder Cupcaks dazu - wenn das mal nicht alle mit neuem Geschmackserlebnis glücklich macht!

Mushroom Coffee: der Heilsbringer

Pilze im Kaffee? Bitte was?! Ja, richtig gelesen. Mushroom Coffee (ent-)hält, was er verspricht. Und zwar eine ganze Armee an immunstärkenden Eigenschaften: Dank der zugesetzten Heilpilze wie Reishi, Chaga oder Igel-Stachelbart weist diese Trendkreation einen hohen Anteil an Antioxidantien, Aminosäuren und anderen entzündungshemmenden Eigenschaften auf, soll konzentrationsfördernd sein und sogar das Immunsystem unterstützen. Keine Angst, niemand muss jetzt selbst Pilze züchten, das lösliche Kaffeepulver mit Pilzextrakten gibt es abgepackt zu kaufen. Die Australier haben diesen Trend zuerst für sich entdeckt, nun füllt er auch unsere Tassen.

Coffee Lemonade: Wachmacher mit Frischekick

Ein besonders kreativer und erfrischender Trend ist Coffee Lemonade. Wie bitte, Kaffee in einer Limonade? Aber ja doch, servieren Sie den Wachmacher mit Frischekick doch mal als willkommene Abwechslung bei der nächsten Sommerparty, zumal sich Coffee Lemonade auch genial für Cocktails eignet - Ihre Gäste werden staunen. Auch für diese Kreation dient der Coldbrew (siehe oben) als Basiszutat, dazu kommen (wer's mag) ein Spritzer Kohlensäure und als erfrischende Note ein Hauch von Frucht.

Unbedingt mal ausprobieren! Hier ist ein leckeres Rezept dazu:

Coffee Lemonade: Wachmacher mit Frischekick

Vorbereitung: 5 Minuten MinutenKochzeit: 0 Minuten
Zutaten
250 ml Coldbrew Coffee
50 ml Mandelmilch
1 TL Zitronensirup oder Zitronensaft
Crushed Iced
zur Deko: Zitronenscheiben
Zubereitung

Für diese erfrischende Kreation dient der Coldbrew (siehe oben) als Basiszutat.

Und so einfach geht’s: Den Kaffee mit Mandelmilch, Zitronensaft und dem Crushed Ice in einen Mixer geben, kurz durchmixen und anschließend langsam in dekorative Gläser gießen.

Hübsch macht sich eine Zitronenscheibe als Dekoration.

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Draft Coffee: einen frisch Gezapften, bitte!

Jetzt wird es eng an der Bar. Erst Craft Beer - jetzt fließt auch Draft Coffee aus dem Zapfhahn! Für diese Variante des Cold Brew wird der heiß gebrühte Kaffee schnell abgekühlt – und zwar so, dass kein Sauerstoff an ihn herankommt. Kaffee-Experten bescheinigen diesem Kaltgetränk ein tolles Aroma und einen besonders intensiven Kaffeegeschmack - und natürlich macht es auch was her, Kaffee aus dem Zapfhahn zu servieren.

Chi-Kaffee: damit die Lebensenergie fließt

Chi heißt übersetzt "Lebensenergie" und auf die soll das gleichnamige Kaffeegetränk anregend einwirken. Bestehend aus löslichem geröstetem und grünem Kaffee plus Akazienfasern, die als Ballaststoffe dienen, regt der Chi-Kaffee sanft die Tätigkeit von Magen und Darm an. Angereichert mit Magnesium trägt diese Kaffeevariante zur Unterstützung des Energie-Stoffwechsels bei, mit Calcium zum Knochenaufbau, auch Guarana, Ginseng oder dunkler Kakao sind als Kombis beliebt, die auch als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet werden können. Der Chi-Kaffee kann mit heißem oder mit kaltem Wasser zubereitet werden.

Das Geheimnis liegt in der Röstung

Die gute Wirkung von Kaffee hat mit der Röstung zu tun, nicht mit dem Koffein: Je dunkler der Kaffee und die Röstung, desto besser für das Gehirn (gegen Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson) fanden kanadische Forscher heraus. Danach entstehen beim Rösten sogenannte Phenylindane, die giftige Eiweißablagerungen hemmen. Besonders viel von den guten Inhaltsstoffen stecken in dunkel-schwarzen Espressobohnen. Das berichtet die Zeitschrift Plus.

Wenn es mal schnell gehen muss: Koffein auf Knopfdruck

So geht's: Kaffeevollautomat richtig reinigen

Bei vielen bleibt morgens kaum Zeit für eine ausführliche Kaffeezeremonie. Der Retter in der Not heißt „Kaffeevollautomat“. Er zaubert mit nur einem Knopfdruck herrlich duftenden, frischen Kaffee in Tasse oder Becher. Damit das auch so bleibt, sollte der Automat regelmäßig gereinigt werden. Dazu hier einige Tipps:

  1. Wassertank: Wer ihn regelmäßig mit warmem Wasser und ein wenig Spülmittel reinigt, kann sich oft den Entkalker sparen.
  2. Kaffeebohnenbehälter: Dasselbe gilt für den Kaffeebohnenbehälter. Dieser sollte nach Möglichkeit gereinigt werden, wenn alle Bohnen aufgebraucht sind.
  3. Brühgruppe: Diesen Teil bitte ausschließlich mit warmem Wasser reinigen bzw. die Rückstände abspülen.
  4. Milchaufschäumer: Hier empfiehlt sich die Spülung mit warmem Wasser nach jeder Benutzung, denn dieser Teil neigt am schnellsten zu Unreinheiten und Verkeimung.

Wer auf eine sorgfältige Reinigung seines Vollautomaten achtet, wird lange Genussfreude an ihm haben – und ist damit bestens für morgendliche Energiekicks oder den nachmittäglichen Kaffeeklatsch gewappnet.

Ob Coldbrew aus dem Zapfhahn oder mit extravaganten Aromen verfeinert: Das Jahr 2020 lässt Kaffeegenießer mit einer großen Auswahl an innovativen Trendkreationen ganz sicher in den siebten Genusshimmel abheben. Also schnell ein Plätzchen im Lieblingscafé oder dem neuen Coffeehouse sichern und zwischen Crema und Crushed Iced ins Schwelgen kommen. Alle bereit? Wir sind es auf alle Kaffeefälle!