vor einem Monat

Organisiere dein Glück: Trendy Zeitplaner

Neue Planer für Ideen, Ziele und Träume: Bullett Journals

Seit zwei Wochen nicht beim Sport gewesen, beim Einkaufen die Milch vergessen und an den Geburtstag der Tante haben Sie auch nicht gedacht? Dann könnte ein cooler Zeitplaner Ihre Rettung sein. Neudeutsch heißten sie Bullet Journal, schön gestaltete, persönliche Notizbücher mit Organisationspunkten (engl.: "Bulletts"), Ihre Rettung sein.

Sie meinen, dafür gibt es doch heute digitale Kalender und Apps fürs Smartphone? Stimmt. Die sind auch zweckmäßig, aber schön ist anders. Wunderschön, fast schon Kunst, sind die angesagten Bullet Journals. Sie sind eine Mischung aus Kalender, To-do-Listen, Notizblock und Tagebuch, die man nach einem bestimmten Schema und mit sehr viel Kreativität selbst gestaltet. Ihr Geheimnis liegt darin, dass man sich mit dem Bullett Journal selbsterziehen kann, bewusste Entscheidungen fürs Leben zu treffen und Ziele zu erreichen, in dem man Gedanken und Aufgaben sortiert - und in dem wir diese Gedanken zu Papier bringen, reflektieren wir über den Sinn der Sache.

Organisiere dich glücklich - Kreativ werden & Ziele verwirklichen

Der Trend zum Bullet Journal - oder kurz Bujo - stammt aus den USA. Er kommt ganz ohne Technik aus, hat aber – nichtsdestotrotz – vor allem in der ästhetischen Welt von Instagram hunderttausende Fans. Sie zeigen mit Fotos ihrer Notizbuch-Kunstwerke, wie schön Organisiertheit aussehen kann. Neben vielen amerikanischen Bujo-Expertinnen (wie „teaandtwigs“ oder „bella_rica_design“) veröffentlichen auch deutsche Insta-Profile (wie “Bujotrulla” oder „fraeuleinfotofee“) dort ihre Inspirationen.

Nicht zuletzt hat eine deutsche Bestsellerautorin dazu beigetragen, dass Bullet Journals zum Phänomen geworden sind: Mona Kasten, die Autorin der Erfolgsreihe „Save me“, „Save you“, „Save us“, lässt ihre Protagonistin Ruby ein ebensolches Notiz-Kalender-Tagebuch führen. Die Einser-Schülerin aus einfachen Verhältnissen will es unbedingt an die Uni von Oxford schaffen. Termine und Aufgaben, aber auch Wünsche, Träume und Gedanken notiert sie in ihrem Bullet Journal.

Das Prinzip ist Selbst-Organisation: Mit Washi-Tape, schönen Stiften und Stickern Struktur in Wünsche und Ziele bringen und im Kalender festhalten

So individuell wie das Leben

Das Spannende am Bullet Journal ist: Es ist so, wie Sie es mögen. Ob minimalistisch und exakt oder lieber kreativ und bunt. Neben täglichen Aufgaben-Listen bietet es Platz für Einkaufslisten, Putzpläne oder so genannte „Habit Tracker“. Hier sieht man auf einen Blick, was man schon geschafft hat und was man noch erreichen will, egal ob beruflich oder im Privatleben. Jedes Bullet Journal ist dabei einzigartig: Junge Mütter notieren sich dort die Stundenpläne der Kinder, eigene Fitnesszeiten und visuelle Erinnerungen. Beliebt ist etwa ein Symbol für eine Wasserflasche, denn das Bujo ist für viele auch ein Tracker auf dem Weg zum gesünderen Lebensstil. Studentinnen notieren Kurse, Noten und zeichnen ihren Schlafrhythmus auf. Und wenn das Leben stressig wird, helfen To-do-Listen, Projektpläne und der Monatsüberblick, um keinen Termin zu vergessen.

Vom Bullet Journal zum Bullet Diary

Wahre Lebenskünstlerinnen tunen ihr Bujo zum Bullet Diary: Aus einem einfachen To Do wird eine schöne Erinnerung. Da steht ein witziger Spruch, den es sich zu notieren lohnt, dort ein kurzer Tagebucheintrag zum Tag. Auch die Kritzelei des Tages findet ihren Platz. Schnell wird aus dem Notizbuch eine Schatztruhe der Erinnerungen: Glücksmomente, das erste Wort des Babys, ein paar eingeklebte Seegräser vom Tag am Meer.

Beliebt sind auch die neuen Varianten, sogenannte "Mood Tracker", bei denen besonders viel mit Zeichnungen und Farben gearbeitet wird. Die Youtuberin Sissi Kandziora (Typisch Sissi - leichter leben & glücklich sein) zum Beispiel nutzt unter anderem auch Bullet Journals, um ihrer großen Fangemeinde zu zeigen, wie man sein Leben genau so organisiert, wie es einem passt. Lothar Seiwert, Bestsellerautor von "Simplyfy your life", gibt in "Start your Bullett Journal" Anregungen, wie man mit Hilfe von Bulletts die wichtigen Ziele im Leben ausfindig macht, Dinge, die für einen selbst wirklich zählen, und die richtige Prioriäten zu setzen - erstrangig, zweitrangig, nachrangig.

Ganz praktisch: Was braucht man für das Bullet Journal?

Im Prinzip nicht viel:

  • Ein Notizbuch
  • Stifte, ganz nach Belieben
  • Optional: Leuchtstifte und Marker, Washi-Tape und andere Design-Elemente

Index, Key und Bullet Points: die Hauptelemente des Bullet Journals

Hauptelement und Rückgrat des Planers ist das Inhaltsverzeichnis, der Index. Dieses wird auf die ersten Seiten platziert und hilft dabei, Ideen, Notizen und Einträge schnell wieder zu finden.

Nach dem Index folgt der Key (Schlüssel). Hier legt man fest, welche Symbole man für welche Aufgaben und Termine wählt. Zum Beispiel kann ein Kreis für Geburtstage stehen, ein Strich für Termine und ein Punkt für Aufgaben. Sternchen markieren besonders wichtige Einträge. Alles was erledigt ist, wird durchgestrichen. Dann klappt‘s auch mit der Übersicht.

Tipp von Jasmin Arensmeier ("Gestalte dein Journal mit der Bullett Methode"): Nutze für das erste Journal ein kleines Kärtchen, auf dem die wichtigen Symbole zur Kennzeichnung notiert sind und befestige es mit einer Büroklammer oder Washi Tape auf der aktuellen Seite. Dann musst du nicht immer den Schlüssel suchen und prägst ihn dir schnell ein.

Index und Key sind sozusagen das Herzstück jedes analogen Trackers. Danach geht es an die Jahres- und Monatsübersicht, gefolgt vom Wochenkalender und allen zusätzlichen Listen, die man gerne verwenden möchte.

Elemente für Ihr persönliches Bujo:

  • Index und Key (als Inhaltsverzeichnis und Zeichenerklärung)
  • Jahres-, Monats- und Wochenüberblicke
  • To-do-Listen
  • Einkaufslisten und Haushaltsbudget
  • Listen mit Wünschen und Zielen für die Zukunft
  • Listen für das Glück und die innere Balance (z.B. Dankbarkeitslisten für mehr Wohlbefinden)
  • Reiseziele
  • Selfcare-Routine
  • Komplimente
  • Geburtstagsgeschenke
  • Gelesene Bücher
  • Lieblingslieder
  • Erinnerungen für mehr Gelassenheit im Leben
  • Glücksmomente (inklusive Fotos)
  • Gute-Laune-Zettel und visuelle Aufzeichnungen
  • Liste für die ersten Worte der Kinder
  • Bücher-, Film- und Serienlisten mit Rezensionen
  • Trainingslisten und Sport-Zielsetzung
  • sog. Habit-Tracker (Gewohnheiten) für einen gesünderen Lebensstil
  • Mood-Tracker und Mondphasen
  • und noch viel mehr...

Minimalistisch oder kreativ: So gestaltet man sein Bullet Journal

Genauso wie der Aufbau ist auch die Gestaltung des Bullet Journals völlig frei wählbar. Während die einen ihr Bullet Journal lieber schwarz-weiß minimalistisch gestalten und sich auf wichtige Aufgaben und Listen beschränken, lassen die anderen ihrer Kreativität freien Lauf und gestalten aufwendige bunte Seiten zu jedem Aspekt ihres Lebens. Je ansprechender es gestaltet ist, desto mehr Spaß macht es, das Bujo täglich zu nutzen.

Da der Planer anfangs völlig leer ist, kann man vor dem Beginnen leicht überfordert sein. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Anleitungen und Vorlagen im Internet, an denen man sich orientieren kann. Unter dem Stichwort #bujo oder auch #bujoinspiration finden sich bei Instagram viele Inspirationen.

Wer hat Lust, es einmal selbst mit einem Bullet Journal zu versuchen? Wir wünschen viel Spaß!