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Franziska Kurz
vor 4 Wochen
Franziska Kurz

Diese Bücher haben mich 2021 bewegt!

Jedes Jahr wieder gibt es Titel, die sie ganz besonders berühren, die im Gedächtnis bleiben und die sie immer wieder mit Herzblut empfiehlt: Entdecken Sie die Highlights 2021 von Kulturjournalistin/Moderatorin Franziska Kurz(kleines Foto)

Franziska Kurz empfiehlt: Meine Jahres-Highlights 2021!

Ein Beitrag von Kulturjournalistin/Moderatorin Franziska Kurz

Als Moderatorin von "Weltbild liest", Journalistin und Leseratte komme ich jedes Jahr auf ungefähr 300 gelesene Bücher – die, die ich nach 100 Seiten abbreche, weil sie mich einfach nicht einfangen können, nicht mitgerechnet. Und jedes Jahr wieder gibt es Titel, die mich ganz besonders berühren, im Gedächtnis bleiben und die ich immer wieder mit Herzblut empfehle. Meine ganz persönlichen Highlights des Jahres 2021 habe ich hier für Sie zusammengetragen: es geht um mutige Frauen, Schwesterliebe, Magie, Wissen und die Frage, wie unsere Welt zukünftig sein soll und darf. Sind Sie neugierig? Und was gehört zu Ihren persönlichen Buchtipps 2021? Verraten Sie es mir gerne in den Kommentaren!

Diese Bücher haben mich bewegt! Meine Buchtipps 2021

Evie Dunmore: Unerschrocken

Ich liebe Liebesromane, die im 19. Jahrhundert spielen – immer schwankend zwischen puritanischer Schamhaftigkeit und Exzessen hinter verschlossenen Türen. In der „Die Rebellinnen von Oxford“ Reihe geht es um überkommene Moralvorstellungen, starke Frauenfiguren gefangen zwischen gesellschaftlichem Korsett und dem Wunsch, auszubrechen – und die Liebe.
Im zweiten Band (Band 1 heißt "Verwegen") geht es um Lady Lucinda Tedbury, die von ihrer Familie verstoßen wurde, als sie beschloss, sich für die Frauenrechtsbewegung zu engagieren. Unbeirrbar ist sie auf ihrer Mission, Frauen die Freiheit zu bringen, ihnen Recht an ihrem Eigentum auch in der Ehe zu verschaffen und Gerechtigkeit herzustellen. Ihr dabei deutlich im Weg ist Lord Tristan Ballantine, Lebemann und Interessent an einem Verlag, den Lucinda für ihre Sache erwerben will. Tristan und sie haben eine Geschichte seit kindischen Streichen seinerseits bei Besuchen auf dem Anwesen ihrer Familie – und Lucinda verabscheut ihn und seinen Ruf. Aber es könnte sein, dass zwischen ihren Wortgefechten auch etwas anderes schlummert, das uns als Leserinnen sehr glücklich machen kann beim Lesen dieses Schmökers.
Voller Wortwitz, spannenden Charakteren, geschickt eingestreuten erotischen Momenten und Mut hat mich dieser Roman richtig zufrieden zurückgelassen – ich empfehle Ihnen auch Band 1 "Verwegen" (alle Teile können auch getrennt voneinander gelesen werden) und habe Band 3 "Furchtlos" schon auf meiner Merkliste.

Michelle Obama: Becoming

Die ehemalige First Lady der Vereinigten Staaten und gerüchtehalber eine Präsidentschaftskandidatin 2024 hat einen biografischen Bericht darüber verfasst, wie sie wurde, wer sie heute ist. Von der Southside in Chicago bis ins Weiße Haus können wir ihren Lebensweg nachvollziehen. Vieles von ihrem Leben könnte jede und jeder erlebt haben: Spielen und Schwierigkeiten in der Schule, Freundschaft und Liebe, Mutterschaft, Sorgen, Abwesenheiten, Krisen – und wieder zusammenfinden. Erfolg, Misserfolg, Hass, Freundschaft, große Reden und kleine Niederlagen – Projekte und Begegnungen, die ihr Leben bis heute geprägt haben und viele Fotos im Mittelteil machen dieses Buch nicht nur zu einem biografischen, sondern auch zu einem Zeitdokument. Vielleicht eines der inspirierendsten Bücher der letzten Jahre darüber, was als Einzelperson oder als Paar erreicht werden kann mit genug Zielstrebigkeit, Glauben an sich und Liebe.

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Anika Landsteiner: So wie du mich kennst

Karla ist in Unteroberheim geblieben, in Franken, ihr Leben lang. Ihre jüngere Schwester, Marie, wanderte aus in die USA und machte sich einen Namen als Fotografie-Star in New York. Nun ist Marie tot. Vor ein Auto gelaufen, obwohl ihre Ampel auf Rot stand. Karla ist allein mit ihrer sprachlosen Familie und macht sich auf, um Maries Wohnung aufzulösen, noch einmal deren Freunden zu treffen und den ersten Schritt hinaus aus der lähmenden Trauer zu machen. Dann entdeckt sie auf dem Laptop ihrer Schwester einen Ordner mit verstörenden Fotos – und weiß nicht mehr, was sie denken soll. Ganz langsam hinterfragt sie, was sie über ihre Schwester zu wissen meinte. Und lernt dabei vieles.
Anika Landsteiner hat mit „So wie du mich kennst“ die Geschichte einer Schwesterbeziehung geschrieben, wie ich sie so noch nie gelesen habe. Genau hinsehend, manchmal schmerzhaft, sehr gut beobachtet und nahe gehend. Gerade deshalb würde ich es allen Schwestern und Freundinnen empfehlen – viel zu oft denken wir, wir kennen die, die wir lieben in- und auswendig. Und wissen doch nicht, wie es in ihnen aussieht. Ob sie heilen oder innen zerbrochen sind. Ob sie nachts weinen oder lächelnd träumen. Und was es mit ihnen macht, wenn sie bestimmte Dinge beobachten.
Lesen Sie dieses Buch, leihen Sie es aus – und dann reden Sie darüber.

Brigid Kemmerer: Ein Fluch so ewig und kalt

Eines Nachts steht Harper Schmiere für ihren Bruder Jake mitten auf den Straßen einer Stadt in den USA, als sie sieht, wie ein bewusstloses Mädchen entführt wird. Sie stürzt sich auf den Mann, der sie verschleppen will und wird an Stelle der Anderen durch eine magische Spalte in ein Reich jenseits unserer Welt gezogen. Dort trifft sie den Kronprinzen von Emberfall, der immer wieder eine Jahreszeit Zeit hat, um ein Mädchen aus unserer Welt in sich verliebt zu machen, ansonsten geht sein Fluch in eine neue Runde – seit mehr als 300 Malen.
Harper ist wütend und verwirrt – und doch beschließt sie, wenn schon nicht dem Prinzen, so doch seinem Volk zu helfen, dass mit ihm unter diesem Fluch leidet. Denn immer, wenn es keine Liebe gibt, erscheint ein Ungeheuer und es sterben Menschen. „Ein Fluch so ewig und kalt“ ist eine modernere Version von "Die Schöne und das Biest" mit mehr Mut, Widerspenstigkeit und einer bösen Zauberin. Ein wunderbares Märchen, das mit einem fiesen Cliffhanger am Ende aufwartet.
Band 2 „Ein Herz so dunkel und schön“ und Band 3 „Ein Schwur so mutig und schwer“ sind auch schon erschienen und gingen genauso toll weiter – viel Spaß beim Entdecken dieser magischen Jugendbuchtrilogie.

Jenny Kleeman: Roboterland. Wie wir morgen lieben, leben, essen und sterben werden

Haben Sie die freundlichen Roboter gesehen auf den Technikmessen und davon gelesen, dass sie bald Hilfsdienste verrichten sollen in Hotels oder Krankenhäusern? Und haben Sie vielleicht schon einmal darüber nachgedacht, wie sich diese Technik einfügen würde in unser Leben, zum Beispiel während Sie die Serie "Humans" gesehen haben?
Jenny Kleeman hat mit Wissenschaftlern, Entwicklern und Gründern gesprochen, die an dieser und anderen Techniken arbeiten. Mit (hauptsächlich) Männern, die an perfekten Sexrobotern arbeiten, mit solchen, die mit Hilfe von Maschinen Fleisch wachsen lassen. Mit Entwicklern, die Ektogenese (die Schaffung neuen Lebens außerhalb des Körpers) möglich machen und auch mit solchen, die Maschinen erschaffen, die uns unser Leben freiwillig beenden lassen.
Was die Technik heute alles prototypisch schon möglich macht, ist uns (oder mir, die "Roboterland" sprachlos gelesen hat) oft nicht bewußt. Aber wir sollten, so zumindest meine Erkenntnis nach der Lektüre, darauf achten, wer diese neuen Möglichkeiten entwickelt, wer sie nutzen möchte und was die Beweggründe dahinter sind.
So argumentieren einige Unternehmer, die “clean meat”, also sauberes Fleisch, für das kein Tier sterben musste, damit, dass sie das Tierleid beenden wollen – und andere damit, dass Fleisch ein Grundbedürfnis wäre. Oder die Hersteller von Sexrobotern sagen, dass sie so jedem/r eine PartnerIn verschaffen können – und übersehen dabei, dass sie zu einem Frauenbild beitragen, dass auf stiller Duldung, Verfügbarkeit und immer währendem Anspruch auf Sex beruht, was sehr gefährlich sein kann.
"Roboterland" ist ein klug recherchiertes Sachbuch, das uns fragt, in welcher Welt wir leben wollen und wem wir die Wahl überlassen, was die Möglichkeiten von morgen sind.

Franziska Kurz ist seit Juli 2020 Moderatorin bei #Weltbildliest. Seit 2015 bereichert sie mit ihrem Blog "franzi liest" die wunderbare Welt der Bücher und Buchfans. Als Literatur- und Kulturjournalistin ist sie regelmäßig zu Gast bei Radio und TV und schreibt für zahlreiche Frauen- und Lifestyle-Magazine. Das "Münchner Kindl" bezeichnet sich selbst als buch- und wortverliebt, als Taschensammlerin und Spasüchtige. Mehr von ihr auf www.franzi-liest.de.

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