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vor 2 Wochen

Sehnsucht nach Reisen

Nina Sedano (rechts) bereiste alle Länder dieser Erde. Im Hörbuch „Die Ländersammlerin“ erzählt sie die schönsten Anekdoten. Foto: © privat

Hörbuch-Tipp für alle mit Fernweh: Nina Sedano, eine der meistgereisten Frauen, erzählt von ihren Abenteuern auf der ganzen Welt

Mit 45 hatte sie alle Länder dieser Welt bereist – beinahe aus Zufall! Denn Nina Sedano hatte eigentlich nie vor, eine Länderliste abzuarbeiten. Ganz im Gegenteil, pure Neugier auf das Fremde, eine große Entdeckerfreude, die Liebe zu Natur, Tieren und spannenden Begegnungen mit Menschen aller Kulturen hat Nina Sedano angetrieben, die Welt zu erkunden. 2011 hatte sie alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen bereist und ist damit einer der meistgereisten Frauen der Welt.

Im Hörbuch "Die Ländersammlerin" erzählt sie von den Anfängen ihrer Reiseleidenschaft, von nahen und fernen Zielen (von Nizza bis Nordkorea), Begegnungen, die in Erinnerung bleiben, (abenteuer)lustigen und gefährlichen Episoden, traumhafter Natur, gespickt mit vielen wunderbaren Anekdoten. Unser Hörtipp für alle, die zumindest in Gedanken schon einmal um die Welt gereist sind.

Nina Sedano in Grönland (2018). Foto: © privat

2 Wochen am Hotelpool? Warum Reisen für Nina Sedano so viel mehr ist und an welchem Ort sie es auch länger ausgehalten hätte, verrät die Weltreisende im Interview:

Sie haben alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen bereist. Wie kommt man auf die Idee, alle Länder dieser Welt zu bereisen?

Nina Sedano: Ich bin in Zeiten von DDR und Eiserner Vorhang aufgewachsen. So war es weder mein Kinderwunsch noch mein Jungendtraum alle Länder dieser Welt zu bereisen, von denen es damals weniger als die seit 2011 immerhin 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen gab.
Auch habe ich die Länder, in denen ich herumgereist bin, nicht gezählt. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Erst als ich Anfang 30 war, wurde ich mehrfach von Männern nach der Anzahl der bereisten Länder gefragt. Ich habe diese Frage jedes Mal erfolgreich abgewimmelt, denn die Anzahl war mir unwichtig. Nur mein Weg war mein Ziel bzw. meine kindliche Neugier, mein Hunger auf unsere wunderbare weite Welt wollte gestillt werden.
Eines Tages meinte eine Freundin: 'Nina, du kannst nicht jedes Dorf auf dieser Welt bereisen.' Und ich sagte: 'Natürlich nicht!' Und dachte mir nur für mich allein: 'Hm, nicht jedes Dorf, aber vielleicht jedes Land?' Zu diesem Zeitpunkt war ich immerhin schon Ende dreißig, als ich den Entschluss fasste, es zu versuchen. Nie hätte ich gedacht, mein Ziel mit 45 Jahren tatsächlich zu erreichen.

Turkmenistan, das letzte Land, das Sie bereist haben, gehört für Sie zu den „Top 5“ der merkwürdigsten Länder auf dieser Erde. Warum?

Nina Sedano: Meinem letzten Land, das ich im September 2011 bereist habe, habe ich auch das letzte Kapitel '“Einmarsch“ in die Bastion, die letzte Nation' gewidmet. Es war schwierig und auch an unangenehme Erlebnisse geknüpft, ein Visum für Turkmenistan zu bekommen. Ich hatte einen Aufenthalt von 14 Tagen erbeten. Sie wurden auf 10 Tage reduziert. Auch in eine Region zu reisen, die ich gerne sehen wollte, wurde mir verboten. Warum nicht? Das erfuhr ich nie. Allein durfte ich mich nur in der Hauptstadt Aschgabad bewegen, ansonsten hatte ich sieben Tage einen Begleiter und die letzten 3 Tage eine Begleiterin - außerhalb des Hotels - zu meiner Sicherheit immer dabei.

Für viele bedeutet Reisen ja Urlaub mit Hotel und Pool. Was gehört für Sie zu einem Reiseerlebnis?

Nina Sedano: Da ich oft allein auf eigene Faust in der Welt unterwegs bin, sind für mich gute Erlebnisse mit Menschen und Tieren wichtig, die auch in meinen Geschichten in 'Die Ländersammlerin' vorkommen. Mir liegt es am Herzen, mit Menschen unterschiedlichster Kulturen respektvoll umzugehen, mit ihnen zu kommunizieren und zu lachen. Deshalb spreche ich auch mehrere Sprachen.
Ich schätze Gastfreundschaft sehr, probiere gerne einheimisches Essen (außer Hammelfleisch) und fühle mich überall dort Zuhause, wo ich willkommen bin.
Seit meiner Kindheit liebe ich es, Tiere zu beobachten, sie zu berühren und auch auf einem Pferd durch die Natur zu reiten. Sie lassen mich alle Zeit dieser Welt vergessen, haben mich um viele glückliche Erinnerungen reicher und mein Leben wertvoller gemacht.

Reisesehnsucht bei Weltbild stillen

Haben Sie auf Ihren Entdeckungsreisen schon einmal einen Ort gefunden, an dem Sie gerne geblieben wären / leben würden?

Nina Sedano: Im Mai 1998 war ich in Swakopmund in Namibia. Nach einem Ausritt zum Sonnenuntergang in den Dünen, bekam ich von der Besitzerin eines Reitstalls, die ein paar Jahre zuvor aus Deutschland dorthin ausgewandert war, ein Angebot ihre Pferde am nächsten Tag zu reiten und auch länger zu bleiben. Für Kost und Logis hätte ich das zu gerne getan, musste aber nach meiner Urlaubsreise wieder zurück in die Heimat auf die Arbeit. Auch diese wunderbaren Erlebnisse in Namibia habe ich im Kapitel 'Ein Herz für afrikanische Tiere' verewigt. Sonst freue ich mich aber wieder nach Hause in meine gemütliche Wohnung In Frankfurt zu kommen.

Sie schreiben: Eine Reise in die weite Welt ist immer eine Reise in das eigene Ich. Was haben Sie beim Reisen über sich gelernt? Was macht das Reisen mit uns?

Nina Sedano: Reisen bedeutet für mich Freiheit, Entdeckungs- und Lebensfreude, unserer Erde in ihrer schier unendlichen Vielfalt mit Respekt und Demut zu begegnen, aber vor allem auch mit ihren Ressourcen überall nachhaltig umzugehen. Unser Planet ist für mich das größte Wunder im Weltall. Bis heute haben wir nichts annähernd Vergleichbares im Universum gefunden. Unsere Erde mit ihrer wunderbaren Natur schenkt uns Lebewesen alles, was wir für unsere Zeit auf ihr benötigen - und noch so viel mehr. Die Weltkugel ist unser größter kostbarster Schatz, den wir alle gemeinsam, aber auch jeder für sich allein, schätzen und unbedingt noch mehr schützen sollten.

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