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vor einem Monat

Sein vielleicht wichtigstes Buch

Moderator, Arzt, Wissenschaftsjournalist und Bestsellerautor ("Glück kommt selten allein ...", "Wunder wirken Wunder") Dr. Eckart von Hirschhausen verbindet medizinische Inhalte mit Humor und nachhaltigen Botschaften. Sein neues Buch heißt "Mensch, Erde" und klärt auf, warum die Klimafrage auch eine Frage der Gesundheit ist. Foto: © Dominik Butzmann

Warum es JETZT Zeit ist, die Welt "enkeltauglich" zu machen. Das neue Buch "Mensch, Erde" von Eckart von Hirschhausen

Über drei Jahre hat Deutschlands Bestseller-Arzt Nummer eins, Eckart von Hirschhausen, an seinem neuen Buch gearbeitet: "Mensch, Erde. Wir könnten es so schön haben" titelt es und ist gleichzeitig auch Hirschhausens feste Überzeugung: Es gibt einen Weg aus der Krise, wenn wir ihn JETZT gemeinsam gehen! "Enkeltauglich" wolle er diese Welt hinterlassen, so Hirschhausen, der sich für eine medizinisch und wissenschaftlich fundierte Klimapolitik engagiert. Die Brisanz liegt für den Mediziner auf der Hand: "Wir müssen nicht nur die Erde retten, sondern uns!" sagt er, denn unsere Gesundheit hänge direkt vom Klima ab.

Wie genau, das schildert Hirschhausen mit gewohnt humoristischem Augenzwinkern im neuen Buch – seinem vielleicht wichtigsten. Weil es trotz – oder gerade wegen – vieler (Fun-)Facts, persönlicher Fotos und Ausschnitten aus seinem Bühnenprogramm nicht nur zum Staunen und Schmunzeln, sondern eben auch zum Nachdenken anregt.

Eckart von Hirschhausen im Talk mit Franziska Kurz bei #weltbildliest

Der "Bühnenkünstler", wie er sich selbst nennt, war Ende Juni zu Gast bei unserer digitalen Eventreihe #weltbildliest und bezauberte und unterhielt das Publikum, obwohl er doch "schwere Kost" bot. Von zuhause aus sprach er mit Literaturjournalistin Franziska Kurz über den Klimawandel und die Menschen, und beantwortete Fragen aus dem Publikum. Dass er nicht der ordentlichste Mensch ist sondern ein leidenschaftlicher Sammler von Papier und anderem, erzählte er ganz plakativ. "Da wurde Ihre Wohnung ja ordentlich verwüstet",habe die Polizei nach einem Wohnungseinbruch zu ihm gesagt, "doch in dem Zimmer war der Einbrecher gar nicht", so Hirschhausen mit einem Grinsen.

Sympathischer Humor gepaart mit Ernsthaftigkeit. Mit vielen beeindruckenden Grafiken und dem live zur Gitarre gesungenen "What a wonderful world" brachte er viel Nachdenkliches in die Nachmittagsstunde. "Es liegt an uns, wie es mit der Welt weitergeht" - Eckart von Hirschhausen will nicht einfach zuschauen, hier können Sie den Talk nachsehen:

Inwiefern hängt unsere Gesundheit vom Klima ab und warum ist Eckart von Hirschhausen kein besserer Mensch als andere?

„Mensch, Erde – wir könnten es so schön haben“ ist ihr siebtes Buch – ist es vielleicht auch ihr wichtigstes?

Eckart von Hirschhausen: Zum Scherz habe ich hinten auf das Buch geschrieben: „10% weniger lustig als früher“. Was ich damit meine: Die Welt hat sich seit „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“ verändert – und ich mich auch. Als Arzt, Wissenschaftsjournalist und Gründer der „Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen“ ist es mir ein Herzensanliegen geworden, dass wir alle Kraft darauf verwenden, nicht weiter unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Denn unsere großen Themen und Krisen hängen zusammen und können nur gemeinsam gelöst werden. Und Lösungsvorschläge gibt es! Entweder muss man darüber verrückt werden, dass wir sie nicht umsetzen, oder eben etwas tun. Ich habe mich für letzteres entschieden.

"Keiner kann sich seine eigene Außentemperatur kaufen. Noch nicht einmal Privatpatienten." (Eckart von Hirschhausen)


Die Kapitel sind nach den Grundbedürfnissen des Menschen gegliedert. Warum?

Eckart von Hirschhausen: Weil ich mich mit dem Körper am besten auskenne, und jeder Leser einen hat. Gesundheit beginnt nicht mit Tabletten, OPs und Beatmungsmaschinen, sondern mit Atmen, Essen und Trinken bei erträglichen Außentemperaturen. Die Klimakrise ist nichts Abstraktes, sondern beeinflusst jeden gesundheitlichen Aspekt von jedem von uns, und nicht irgendwann sondern jetzt und hier. Feinstaub beeinträchtigt das Atmen, Mikroplastik das Trinken, industrielle Landwirtschaft unser Essen und Hitze setzt unsere Temperaturregulation massiv unter Druck. Wir leben nicht in einem luftleeren Raum, sondern als Menschen auf der Erde in einem Körper, der Bedürfnisse hat und der den Naturgesetzen unterliegt. Keiner kann sich seine eigene Außentemperatur kaufen. Noch nicht einmal Privatpatienten.

Eckart von Hirschhausen und mehr bei Weltbild entdecken

Das klingt sehr ernst, eine Art Weckruf?

Eckart von Hirschhausen: Ja, aber ich mache niemandem einen Vorwurf, weil ich, als ich vor drei Jahren mit meiner Recherche begonnen habe, ganz vieles auch nicht wusste. Auf meiner Reise habe ich inspirierende Menschen getroffen, war in Moorgebieten, am Meer, im Wald, auf Kongressen, in Forschungseinrichtungen und Ministerien. Das alles hätte ich mir nie träumen lassen. Aber selbstverständlich ist das Buch bei aller Ernsthaftigkeit auch so wie meine Fans das von einem typischen „Hirschhausen“ auch erwarten dürfen: Es gibt überraschende Grafiken, persönliche Fotos, witzige Zitate und Ausschnitte aus meinem Bühnenprogramm, also immer auch etwas zum Schmunzeln, denn bei diesem Thema werden wir mit unseren eigenen Widersprüchlichkeiten konfrontiert.

Ich bin selbst auch nicht frei von diesen und kein besserer Mensch als andere. So bekenne ich mich in dem Text über „Zeug“ auch dazu, viel mehr anzuhäufen, als ich brauche. Nicht als Messie, sondern wie ich es liebevoll nenne als „Sammler ohne festgelegtes Themengebiet“. Das Buch endet mit einem ganzen Kapitel voller Lösungen, und auch einer Challenge, bei der man sich und andere aktivieren kann, aber ich möchte ja noch nicht alles verraten. Aber ich hoffe, jeder, der „Mensch Erde“ liest, findet etwas für sich Bedeutsames, etwas zum Staunen und Weitererzählen. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass weltweit Sand knapp wird, dass alle Nutztiere von Menschen doppelt so viel wiegen als die Menschen selbst und das Lachgas ganz unlustige Nebenwirkungen hat.

Warum haben Sie dieses Buch jetzt geschrieben?

Eckart von Hirschhausen: 2020 war das wärmste Jahr, das wir je in Deutschland hatten, und alle reden nur über Corona. Viele merken jedoch, dass etwas Grundlegendes nicht stimmt und nicht von alleine besser wird. Dabei gönne ich das, was meine Generation an Unbeschwertheit genießen durfte, auch allen, die nach uns kommen mögen. Ich mag das Wort „enkeltauglich“. Wenn ich 2050 gefragt werden sollte, was hast du 2021 eigentlich gemacht, damit wir in den entscheidenden Jahren noch die Kurve bekommen, möchte ich antworten können: Ich habe versucht eine Sprache und Bilder zu finden, die die Menschen bewegen, ohne die Hoffnung und den Humor zu verlieren. Und die Mut und Lust machen auf Veränderung. Denn wir könnten es hier auf Erden echt schön haben. Schöner und gesünder als jetzt.

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