Der Hexenjäger

Historischer Roman

Astrid Fritz

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Ein fanatischer Inquisitor, eine junge Frau, eine erbarmungslose Hexenjagd
Schlettstadt im Elsass 1484: Margaretha, die Mutter der jungen Krämertochter Susanna, liegt tot in der Stube aufgebahrt. Bruder Heinrich, päpstlicher Inquisitor und Prior...

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  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    leseratte61, 16.12.2018

    Der Hexenhammer und seine Entstehung

    Inhalt:

    Schlettstadt im Elsass im Jahre 1484: Ein trauriger Moment in dem Leben der Kramersfamilie Mittnacht, als die Mutter tot in der Stube aufgebahrt ist. Da sie unter Schwermut litt, wird auch sofort der Verdacht laut, dass sie freiwillig aus dem Leben schied. Eine Todsünde laut der Kirche. Glücklicherweise gibt es noch Bruder Heinrich, den Prior des Predigerordens, der dafür sorgt, dass Mutter Margaretha doch mit kirchlichem Segen bestattet wird. Er kümmert sich in der Folge väterlich um die Tochter der Toten. Susanna nimmt diese Fürsorge gerne an, da sie vor vielen Problemen einer jungen Frau der damaligen Zeit steht.

    Doch hat der Prior ihr Vertrauen wirklich verdient, oder wird es zum Verhängnis für Susanna?

    Die anfängliche Fürsorge des Priors schlägt bald in Wahn um und er lässt Susanna nicht mehr aus den Augen. Bruder Heinrich ist inzwischen Inquisitor, der die brandgefährliche Sekte der Hexen vernichten will. Susanna erkennt leider viel zu spät die schlimmen Absichten des Inquisitors.

    Kann sie seinen üblen Machenschaften entkommen?

    Fazit:

    Diesen Roman um die Figur des Dominikanerbruders Heinrich Kramer wollte ich unbedingt lesen, da mich dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte interessiert. Gerade das Leben des „Henricus Institoris“ = Heinrich Kramer möchte ich verstehen, da er der Verfasser eines Werkes ist, das erst nach seinem Tod zu seiner Blüte aufsteigen konnte und viele Menschen ins Verderben riss. Um seinem Werk die nötige Autorität zu verleihen, gibt Kramer seinen Mitbruder Jakob Sprenger als weiteren Verfasser an. Erst die im Jahre 1631 erschienene „Cautio Criminalis“ von dem Jesuiten Friedrich von Spee führte langsam zu einem Umdenken. Langsam nahm die Aufklärung Schwung auf.

    Doch langsam. Was hat dieses wirre Werk (Hexenhammer) mit dem vorliegenden Buch zu tun?

    Die Geschichte um Susanna, eine fiktive Figur, wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Der eine Strang handelt von Susanna und ihrem sehr schweren Stand als teilweise sehr naiver junger Frau, die in den richtigen Momenten allerdings auch zu kämpfen versteht. Ich habe mit Susanna gebangt und gelitten, sie war eine sehr sympathische Protagonistin.

    Der zweite Strang baut Stück für Stück das Leben des Heinrich Kramer auf, so dass es für die Leser verständlich wird, wie solch ein wirrer, frauenfeindlicher Charakter entstehen kann.

    Heinrich war seit frühester Kindheit mit Susannas Mutter befreundet, die sein Werben jedoch nie annahm. Heinrich bleibt verletzt zurück und konzentriert sich mehr denn je auf seinen Aufstieg im Dominikanerorden. Nach dem Tod von Margaretha kümmert er sich anfangs um Susanna, von der er sich nach kurzer Zeit allerdings verfolgt fühlt, da er ihren Reizen nicht wiederstehen kann. Er nähert sich ihr in unlauterer Art an und wird wieder abgewiesen. Als sie den Weg ins Kloster nicht geht, bleibt für Heinrich nur die Schlussfolgerung, dass sie genau wie ihre Mutter eine Hexe sein muss. Der Leichnam der Mutter wird auf das Betreiben des Priors aus ihrem Grab entfernt und auf dem Acker verbrannt. Diese Schande lastet nun auf dem Leben der gesamten Familie Mittnacht. Für Susanna wirkt sich das Verhalten des Priors besonders schlimm aus, da eine Verfolgungsjagd beginnt. Susanna soll brennen.

    Ob sie entkommen kann? Lest selbst.

    Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen. Durch den schönen Schreibstil der Autorin konnte ich sehr schnell in die Handlung eintauchen und wurde von ihr gefesselt. Die Figuren werden langsam aufgebaut und liebevoll beschrieben, dies betrifft auch die Protagonisten in den Nebenhandlungen.

    Wieder einmal blieb ich angesichts der Macht der damaligen Kirche sprachlos zurück. Das Leben der Frauen in dieser Zeit war wertlos und sie waren nur dazu da, den Männern jederzeit zu Willen zu sein und viele Kinder zu gebären. Auch die Grausamkeit des Hexenwahns hat mich wieder einmal schockiert. Wie wenig war nötig um in die ungerechten Mühlen der Kirche und der Justiz zu geraten.

    Ich empfehle dieses Buch gerne weiter an Liebhaber von historischen Romanen, da die Geschichte einer erfundenen Figur mit toller Recherche unterlegt wurde.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Dante, 30.11.2018

    „Ob es das gibt oder nicht, überlasse ich dem Höchsten“

    Heinrich Kramer ist ein echter Sonderling. Seit frühester Kindheit erlebt er ständige Demütigungen durch die Frauen in seinem Umfeld, auch seine große Liebe Margarete weist ihn zurück. So stellt sich für ihn schnell heraus, dass die „Frau“ Ursprung allen Übels in der Welt ist. Er widmet sein Leben der Kirche und nimmt neben dem das Amt des Priors auch die Stellung als Inquisitor sehr ernst. Als er von Margaretes Tod erfährt, gerät sein Leben aus den Fugen. Margarete litt an Schwermut und somit sind die Umstände ihres Ablebens mehr als fragwürdig. Er beschließt sich neben der Verfolgung der Hexen auch dem Seelenheil von Susanna, Margaretes Tochter zu kümmern. Als Susanna seine fast väterlichen Bemühungen unheimlich erscheinen und sie sich zunehmend bedrängt fühlt entzieht sie sich ihm und so nimmt das Übel seinen Lauf...

    Die Geschichte ist in angenehmer ruhiger und bildhafter Weise erzählt. In dem Roman begleitet man sowohl Heinrich Kramers als auch Susannas Lebensweg. Erstaunt verfolgt man die Entwicklung der Geschehen und erlebt Heinrich Kramer als geschickten, redegewandten Strategen der selbst den Papst dazu bringt ihn und Jakob Sprenger zum „Generalinquisitor“ zu benennen. So glaubt er auch seinem ärgsten Kritiker den „Wind aus den Segeln“ zu nehmen. Doch Heinrich Kramer trifft auf vielerlei Hindernisse und macht sich mehr Feinde als Freunde. So beschließt er die ultimative Anleitung zur Enttarnung von Hexen zu verfassen, den berüchtigten „Hexenhammer“ der nach seinem Tod zum regelrechten „Regelwerk“ der Hexenverfolgung wird.

    Insgesamt ein prima erzählter, spannender und gut recherchierter Roman, der den Leser fesselt und im tiefe Einblicke in die Gedankenwelt des Heinrich Kramers und der damaligen Zeit ermöglicht. Einfach toll!

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    janein
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