Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt, Mhairi McFarlane

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt

Roman

Mhairi McFarlane

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Nach "Wir in drei Worten", "Vielleicht mag ich dich morgen" und "Es muss wohl an dir liegen" beglückt die gebürtige Schottin ihre Leserinnen mit einem wunderbaren neuen Liebes-Roman, der vor Romantik und Witz nur so sprüht...

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Kommentare zu "Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt"

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  • 4 Sterne

    33 von 46 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Tanja P., 03.04.2017

    Das Buch beginnt da, wo Liebesgeschichten normalerweise aufhören – auf einer Hochzeit mit dem Kuss des Bräutigams. Nur küsst Jack leider nicht seine frischgebackene Ehefrau Charlotte sondern seine Kollegin Edie, die er monatelang angeflirtet hat. Natürlich überrascht Charlotte sie und Edie wird als alleinig Schuldige hingestellt – ein Shitstorm ohne gleichen auf Facebook und Twitter beginnt und fast alle Freunde sagen sich von Edie los. „Ein echter Freund war jemand, dem du dich sogar in einem vollgekotzen Morgenmantel zeigen würdest.“ (S. 186)
    Um sie aus der Schusslinie zu bringen, beauftragt ihr Chef sie mit dem Ghostwriting der Autobiografie des berühmten Schauspielers Elliot Owen. Dazu muss sie von London zurück in ihre Heimatstadt Nottingham ziehen, aus der sie nach der Schule regelrecht geflohen ist. Dort muss sich Edie mit ihrer aggressiven und militant vegetarischen Schwester Meg, ihrem verbitterten Vater und natürlich dem neurotischen Elliot auseinandersetzten.

    „Irgendwie hatte ich mir das (Buch) anders vorgestellt“ – denn vor allem im ersten Drittel herrscht eine extrem depressive Grundstimmung. Edie wird vom Weltschmerz gebeutelt. Dieser ergibt sich aus ihrer trostlosen Situation zu Hause und den Nachrichten ihres schwulen „Freundes“ Louis, welcher sie über die Hetzkampagnen auf Facebook und Twitter auf dem Laufenden hält. Edie war mir hier viel zu selbstzerstörerisch. Sie nimmt nur noch das Schlechte um sich herum wahr und kann Gutes nicht mehr erkennen. Z.B. weiß sie, dass Louis sich an ihrem Schmerz weidet und blockiert den Kontakt trotzdem nicht. Außerdem hofft sie, dass Jack endlich zugibt, dass er der Hauptschuldige war – was dieser natürlich nicht macht. Dazu kommt der Stress mit ihrer zickigen Schwester, welche sie nur mit Samthandschuhen anfasst, statt ihr mal ordentlich die Meinung zu sagen, und auch bei Elliot hat sie keinen guten Start. Dabei hat dieser den gleichen zynischen Humor wie sie und beide verbergen ein trauriges Familiengeheimnis.
    Lange sind nur Edies beste Freundin Hannah und ihr alter Schulfreund Nick ein Silberstreifen am Horizont.
    Die herrlich skurrile Nachbarin Margot ist ein weiterer Lichtblick und meine Lieblingsfigur des Buches. Sie streitet sich als einzige fröhlich mit Meg (das ist ihr Lebenselixier) und gibt Edie ungefragt Ratschläge. Eine tolle Frau.

    Mhairi McFarlanes andere Bücher waren deutlich leichter. Hier hingegen gibt es kaum einen Protagonisten, der nicht unter einem Trauma oder zumindest Verlust leidet. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen. Es wirkt erschreckend real, wie die Hetze gegen Edie nach und nach fast ihr Leben zerstört. Mir war nicht bewusst, wie perfekt soziale Medien geeignet sind, wenn man jemanden richtig fertig machen möchte. Im Gegenzug dazu wird aber auch dargestellt, wie wichtig gute Freunde sind und dass man erst in solchen Augenblicken merkt, wer wirklich dazu gehört. Hut ab für die gelungene Umsetzung dieses schwierigen Themas.

    Wer locker leichte Frauen-Unterhaltungsliteratur erwartet, wird von diesem Buch sicher enttäuscht. Aber wer einen tiefgründigen Roman zum Thema soziale Netzwerke und dem Umgang mit deren unerwünschten Nebenwirkungen sucht und trotzdem gut unterhalten werden möchte, liegt bei diesem Buch genau richtig.

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    janein
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