Mittagsstunde

Roman

Dörte Hansen

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Nach ihrem Debüt und Überraschungs-Bestseller „Altes Land“ legt die norddeutsche Autorin Dörte Hansen mit „Mittagsstunde“ einen weiteren großartigen Roman vor.

Die Wolken...

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Kommentare zu "Mittagsstunde"

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  • 5 Sterne

    81 von 89 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Leseratte, 25.10.2018

    Das Buch erzählt die Geschichte des in der Gegenwarts ebene 47- jährigen Ingwer Feddersen, der nach Abitur, Studium der Archäologie und Promotion seit 25 Jahren an der Universität in Kiel als Hochschullehrer arbeitet. Genauso lang schon lebt er in einer Dreier WG zusammen mit Ragnhild und Claudius und schafft es diese ganze Zeit nicht, erwachsen zu werden: „Zwei Männer, eine Frau, nichts Halbes und nichts Ganzes.“
    Eigentlich fühlt sich Ingwer in seinem bequemen und einfachen Leben wohl, doch ganz tief innen spürt er, wie unzufrieden und frustriert er ist. Da kommt ihm die Möglichkeit eines Sabbatjahres an der Uni sehr gelegen. Obwohl er nicht damit gerechnet hat, wird es genehmigt und er kehrt in sein Heimatdorf in Nordfriesland zurück, nach Brinkebüll, einem Geestdorf. Er glaubt, er hat dort etwas gut zumachen.
    Seine Großeltern leben noch dort und betreiben mehr schlecht als recht noch den alten Dorfkrug. Ingwers Großmutter Ella ist schon hochgradig dement und Sönke, der Großvater hält tapfer die Stellung. Beide haben, genauso wie das gesamte Dorf ihre Hochzeiten hinter sich. Wann, so fragen sich Dörte Hansen und ihre Hauptfigur, wann hat der Wandel des Dorfes begonnen?

    Und mitten während der Gegenwartshandlung, in der sich Ingwer um seine beiden Großeltern kümmert, wird die Geschichte des Dorfes erzählt. Dörte Hansen macht die Veränderung fest an der Flurbereinigung in den 1970 er Jahren. In dieser Zeit hat sich Merret, Ellas und Sönkes Tochter, in einen Landvermesser, der im Gasthof untergebracht war, verliebt und wird von ihm schwanger. Ella und Sönke ziehen Ingwer, Merrets Sohn, mit dem sie selbst nichts anfangen kann groß. Ziemlich verwirrt in ihrem Geist, wird sie ihr Leben lang immer wieder verschwinden und vom drohenden Weltuntergang warnen.

    Doch auch Ingwer wird nicht in die Fußstapfen seines Großvaters treten. Gefördert vom Dorflehrer Steensen, der über die Jahrzehnte alle Kinder des Dorfes unter seinen Fittichen hat, wird Ingwer ins Gymnasium gehen und dann studieren. Zurück kommt er zu Beginn nur an den Wochenenden, dann aber immer seltener.

    Nun, zum Sabbatical zu seinen Ursprüngen zurückgekehrt, beginnt er für sein Leben und seine Familie eine Bilanz zu ziehen. An vieles erinnert er sich selbst, bei manchem hilft die Autorin als auktoriale Erzählerin nach.

    Und so entfaltet sich eine Geschichte eines alten Bauerndorfs im Wandel der letzten sechs Jahrzehnte. Eine Unzahl von Menschen werden dem Leser vorgestellt, Dorfbewohner und ihre unverwechselbaren und sympathischen Charaktere. Menschen mit Sehnsüchten und noch mehr Geheimnissen, von denen Ella ein großes und lebenslanges besitzt. Im Gegensatz zu den Geheimnissen vieler anderer, die sie als Wirtin über die Jahrzehnte mitbekommen hat, wird ihres niemand anderes jemals erfahren.

    Dörte Hansen wechselt ständig die zeit ebenen und lässt während des Jahres, in dem Ingwer, die Großeltern pflegend, sein eigenes Leben reflektiert und seine große Sehnsucht nach einer echten Partnerin entdeckt, die Geschichte des Dorfes und seiner vielen Bewohner vorbeiziehen. Im Rezensenten, Jahrgang 1954, evozierte der Roman zahllose eigene Erinnerungen und Bilder an sein mittlerweile auch nicht mehr wieder zuerkennendes Heimatdorf und viele schon vergessen geglaubte Menschen, deren Namen aber meist verborgen blieben. Nicht verborgen blieb jedoch ein Gefühl von leiser Trauer und Verlust auf der einen, aber auch Dankbarkeit auf der anderen Seite.
    Ein Roman mit starken und sehr ungewöhnlichen Charakteren, die man lieb gewinnt und die man nicht vergessen kann, wenn man das Buch nach einem wahren Lesemarathon wieder aus der Hand gelegt hat.
    Romane wie „Altes Land“ und „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen, oder etwa das so erfolgreiche „Unterleuten“ von Juli Zeh oder das schwer einzuordnende „Das Feld“ von Robert Seethaler reflektieren auf der Ebene der Literatur jenes unklare Verlustgefühl vieler zeitgenössischer Menschen, das in den letzten Jahren meist unbefriedigend unter dem Stichwort „Heimat“ verhandelt wird.

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    janein
  • 4 Sterne

    15 von 22 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Miss Norge, 21.11.2018

    Mein erster Roman von Dörte Hansen und nach der letzten Seite ist mir klar, das ich den Vorgänger "Altes Land" auch noch unbedingt lesen muss. Die Autorin hat mich in eine Welt entführt, die ich irgendwie noch kenne. Durch manche Erwähnung, auch wenn es nur kurz und knapp war, hat sie bei mir Erinnerungen wachgerufen und ich schwelgte zwischen den Seiten in den alten 1970er Jahren. Ja, vieles habe ich wiedererkannt, das Leben früher auf dem Dorf. Zwar leider nicht auf dem platten Land in Nordfriesland, aber ist das Dorfleben nicht überall gleich? Man lässt Türen offen, die Nachbarn schlurfen herein, manch einer weiß mehr über den Anderen, als dieser selbst und geschnackt wird über Gott und die Welt. Während des Lesens habe ich oftmals das Buch zur Seite gelegt und die Gedanken schweifen lassen. Die Charaktere sind einzigartig ausgearbeitet. Genauso stelle ich mir die Dorfbewohner in Nordfriesland vor, nicht zu gesprächig, alles beobachtend und wenn jemand Neues im Ort auftaucht wird dieser erstmal genau im Auge behalten. Wie benimmt er sich, grüßt er, schnackt er mit den Leuten, passt er sich an, oder will er für sich sein. Alles wird zuerst abgecheckt und dann lässt man ihn am Dorfleben teilhaben, wenn er die Prüfungen gut gemeistert hat. Der Schreibstil ist zwar zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber es passt zu Land und Leute, etwas skurril, oftmals schrullig lustig, aber auch nachdenklich. Dörte Hansen ist eine wunderbare und großartige Geschichten-Erzählerin.

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    janein
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