Colette - Eine Fau schreibt Geschichte (DVD)

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Als Sidonie-Gabrielle Colette (Keira Knightley) den erfolgreichen Pariser Autoren Willy (Dominic West) heiratet, ändert sich ihr Leben schlagartig: Sie zieht aus dem ländlichen Frankreich ins turbulente Paris und wird Teil der intellektuellen und...

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  • 2 Sterne

    5 von 9 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    MaRe, 26.05.2019

    aktualisiert am 22.06.2019

    „Colette - Eine Frau schreibt Geschichte“ (im Original: „Colette“) ist eine filmische Kostümfilm-Teilbiografie des US-amerikanischen Filmproduzenten, Filmregisseurs und Drehbuchautors Wash Westmoreland (Jahrgang 1966, u.a. „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ - 2014), die im Januar 2018 beim „Sundance Film Festival“ seine Premiere feierte. Porträtiert wird die französische Schriftstellerin, Varietékünstlerin und Journalistin Colette, die eigentlich Sidonie-Gabrielle Claudine Colette hieß, am 28. Januar 1873 in Saint-Sauveur-en-Puisaye, Département Yonne / Burgund geboren wurde und am 3. August 1954 in Paris starb. Colette, der „großen alten Dame der französischen Literatur der ersten Jahrhunderthälfte“ wurde als erster Frau in Frankreich ein Staatsbegräbnis zuteil.

    Colettes außergewöhnliches, von vielen als skandalös empfundenes Leben bietet überbordend reichhaltigen Stoff, um über das neugierige Wesen und die sensationelle Entwicklung des geerdeten, selbstbewussten Mädchens vom Lande, das von der sich in „Übertreibung“ übenden Pariser Gesellschaft zunächst als bauerntrampelig verspottet wurde, zu einer überaus populären und von vielen Autorenkollegen hochgeschätzten Schriftstellerin, die jedoch, von der universitären Literaturkritik lange Zeit unter Wert gehandelt, um künstlerische Anerkennung kämpfen musste, und über ihre unkonventionelle, in jeder, auch sexueller Hinsicht offene und experimentierfreudige Einstellung und Lebensweise und damit ihre Bedeutung als Stilikone, ihre Vorreiterstellung und bis heute herausragende Bedeutung in puncto Emanzipation der Frau, Feminismus und Gleichstellung Homosexueller zu erzählen.

    Doch statt das gesamte darin liegende Potenzial zu nutzen, pickt sich Westmoreland nur die 13 Jahre von 1892 bis 1905 heraus, die Phase also, in der die 19-Jährige Gabrielle (Keira Knightley) ihrer großen Liebe, dem 30-jährigen Henry Gauthier-Villars (Dominic West, u.a. „The Wire“), einem überdrehten und finanziell notorisch klammen „Literatur-Fabrikanten“ und Salonlöwen, nach Paris gefolgt war, der unter dem Pseudonym „Willy“ literarische Veröffentlichungen verschiedener Art vornahm. Dieser hat sich in den Kopf gesetzt, seinen ersten Roman zu erschaffen, leidet aber unter einer Schreibblockade. Schließlich nutzt er Gabrielles literarisches Talent und heimst mit ihr als Ghostwriterin riesige Erfolge ein. Doch Gabrielle, die sich nun „Colette“ nennt, will sich nicht mit ihrem Schattendasein abfinden und reklamiert sowohl als (Ehe)Frau als auch Autorin Freiheiten und Ansprüche für sich…

    Diese kurze Zeitspanne beschreibt „Colette – Eine Frau schreibt Geschichte“ schauspielerisch sehenswert mit Keira Knightley, die Colette als selbstsichere, starke und zielorientierte, nie unterwürfige Frau gibt, und Dominic West, der ihren Gatten einerseits als Rüpel mit schlechten Manieren, lieblos, lüstern und erfolgs- sowie machtgierig darstellt, andererseits als jemanden, dessen Bestreben es ist, modern, progressiv, expressiv und unkonventionell zu sein, der aber letzten Endes frustriert und in einer Art Dauerblockade in den Konventionen der Zeit und seiner eigenen traditionellen Haltung stecken und gefangen bleibt und Colette als „Schreibsklavin“ hält.

    Einige der zwischen dem Ehepaar gewechselten Dialoge sind spitz und schlagfertig, doch die Schilderung ihrer Charaktere und ihres Verhältnisses zueinander und zu ihrer aufregenden Umgebung voller Künstler und (Möchtegern)Intellektueller hätte einiges mehr an Tiefe und Inspiriertheit verdient gehabt. Gefallen fand ich in diesem Zusammenhang an der Sequenz, in der die sich ändernde öffentliche Wahrnehmung des Paares und der aufkommende Fankult samt Vermarktung Colettes auf allen möglichen Lifestyle-Produkten wie Seifen, Fächern usw. herausgearbeitet wird, womit die kritisch-ironische Betrachtung der Pariser Gesellschaft einhergeht, in der jeder – wie heute- nach dem eigenen, unverwechselbaren Stil sucht, sich aber im Nu von außen beeinflussen und mitreißen lässt. Derlei aber bietet „Colette – Eine Frau schreibt Geschichte“ zu selten.

    Insgesamt setzt der Regisseur auf eine quirlige Inszenierung, die Lebhaftigkeit verströmen soll, aber eher angestrengt, konturlos und ruckartig wirkt, auf Sexszenen, denen es an Seele und Sinnlichkeit fehlt, und auf ziemlich flatterhaft aussehendes „Getanze“, um Colettes Varieté-Affinität auszudrücken. Immerhin sind die Kameraführung (Giles Nuttgens), die Kostüme (Andrea Flesch ) und die Kulissen gelungen.

    Ich halte dem Regisseur zugute, dass er vermutlich viele Menschen erstmals auf diese schillernde, interessante und vielseitig-vielschichtige, ikonografische Frau, der noch heute in mehrfacher Hinsicht eine Vorbildfunktion zukommt, aufmerksam gemacht hat. Bedauerlich ist allerdings, dass er an einer ehrlichen, intensiven Beschäftigung mit ihr, ihrem Werk und ihrer Nachwirkung, an einer Charakter- und Zeitstudie mit Tiefgang nicht interessiert war. Daher ist „Colette – Eine Frau schreibt Geschichte“ leider nicht mehr als ein Hinweis und ein flüchtiges Kennenlernen Sidonie-Gabrielle Claudine Colettes und wird ihrer Komplexität als Mensch nicht annähernd gerecht.

    PS: Das Ende des Films und die Bemerkungen im Abspann suggerieren, Colette hätte den Rest ihres Lebens als Lesbe verbracht. Tatsächlich aber heiratete sie nach ihrer Scheidung von Gauthier-Villars ein zweites Mal, und zwar den ebenfalls geschiedenen Baron Henry de Jouvenel des Ursins (geb. 1876).

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    janein
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