Der Trafikant (DVD)

Für Hörgeschädigte geeignet. 110 Min.

Robert Seethaler

Durchschnittliche Bewertung
4Sterne
2 Kommentare
Kommentare lesen (2)

4 von 5 Sternen

5 Sterne0
4 Sterne2
3 Sterne0
2 Sterne0
1 Stern0
Alle 2 Bewertungen lesen

Schreiben Sie einen Kommentar zu "Der Trafikant".

Kommentar verfassen
Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel (Simon Morzé) verlässt sein Heimatdorf am Attersee, um beim Wiener Trafikanten Otto Trsnjek (Johannes Krisch) in die Lehre zu gehen. Zu den Stammkunden des kleinen Tabakladens zählt auch der bereits von...

Produkt empfehlen

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen – siehe i.
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen – siehe i.
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie durch einen Klick auf das i.


DVD14.99 €

In den Warenkorb

lieferbar

Bestellnummer: 6117790

Auf meinen Merkzettel
Buch dabei = versandkostenfrei
Für versandkostenfreie Lieferungen*:
Buch oder eBook mitbestellen!
* Mehr zu den Bestellbedingungen
Ihre weiteren Vorteile
  • Selbstverständlich 14 Tage Widerrufsrecht
  • Per Rechnung zahlen

Das könnte Ihnen auch gefallen

Kommentare zu "Der Trafikant"

Sortiert nach:relevanteste Bewertung zuerst
Filtern nach:alle
Alle Kommentare
  • 4 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    MaRe, 23.04.2019

    Der österreichische Regisseur Nikolaus Leytner (Jahrgang 1957, u.a. „Ein halbes Leben“ - 2008, „Die Auslöschung“ - 2013) hat 2018 mit „Der Trafikant“ den gleichnamigen Roman des österreichischen Autors Robert Seethaler (Jahrgang 1966, u.a. „Ein ganzes Leben“ - 2014) aus dem Jahr 2012 verfilmt.

    Die Hauptrolle als Franz Huchel vom Attersee übernahm der Österreicher Simon Morzé (u.a. seit 2009 in „Schnell ermittelt“ oder „Einer von uns“ - 2015). Außerdem sind der Schweizer Bruno Ganz (u.a. „Der Große Kater“ - 2010, “In Zeiten abnehmenden Lichts“ - 2017) als Sigmund Freud in einer seiner letzten Rollen und der Österreicher Johannes Krisch (u.a. “Gleißendes Glück“ - 2016, “Die Protokollantin“ - 2018, „Die Toten von Salzburg – Mordwasser“ - 2019) als Trafikant Otto Trsnjek zu sehen.

    Im Jahr 1937, kurz vor dem „Anschluss“, der Eingliederung Österreichs an das nationalsozialistische „Deutsche Reich“, wird der 17-Jährige Franz von seiner lebensklugen Mutter Margarete (Regina Tritsch, u.a. „Hotel“) vom verwunschenen Attersee weg und nach Wien geschickt, um in der Großstadt bei dem Trafikanten Trsnjek, einem Bekannten aus einem „verplanschten Sommer“, in die Lehre zu gehen.

    Franz macht nicht nur Bekanntschaft mit dem (oft schon das bevorstehende Unheil ankündigenden) Lärm und dem Trubel der Hauptstadt oder mit „Genuss, Lust und Laster“, die ein Trafikant (Zeitungs- und Tabakwarenhändler) an seine Kunden verkauft, sondern auch mit dem weltberühmten „Deppendoktor“, dem Psychoanalytiker Sigmund Freud. An ihn wendet sich „Burschi“ Franz in seiner emotionalen Verwirrung, als er sich in die rätselhafte Anezka (Emma Drogunova) verliebt, bevor alle vom Strudel der politischen Ereignisse mitgerissen werden…

    „Der Trafikant“ bleibt nah an der Buchvorlage (das Drehbuch schrieb Klaus Richter wie schon für „Jud Süss - Film ohne Gewissen“ aus dem Jahr 2010) und erzählt aus Franz‘ Perspektive. Daher steht sein Innenleben im Mittelpunkt und die politisch beunruhigende Lage wirkt im Hintergrund und von dort aus immer stärker auf ihn ein.

    Der in verschatteter Optik mit zahlreichen Metaphern (Spinne und ihr „Lebensfaden“, Schaukelmotiv) gehaltene Film mit den knappen, geschmackvoll geschliffenen und reich nuancierten Dialogen beschreibt die Unruhe und Ungewissheit, auch im Sinne von (anfänglicher) Unwissenheit und Unbedarftheit in Franz‘ Person bezüglich dessen, was das Leben (mit sich) bringt anhand von atmosphärischen Kontrasten zwischen Innen- und Außenaufnahmen, wobei folgerichtig der Schwerpunkt auf akribisch und liebevoll eingerichteten und aufgenommenen Interieurs als Spiegel für Franz‘ Seele und sein „Sich-Nicht-Mehr-Auskennen“ liegt.

    Überhaupt spielt das Motiv der Spiegelung eine große Rolle und findet seine Symbolik unter anderem in einer Scherbe, mit der Franz die Sonnenstrahlen ablenkt und „Blendzeichen“ aussendet oder in Über- und Unterwasserbildern des Attersees.

    Franz‘ Eindrücke, Empfindungen, Vorahnungen werden in dunkel-mystischen (Tag/Alp)Träume visualisiert und stellen nicht nur bildlich den immensen Einfluss vor Augen, den Freud auf Franz ausübt, sondern unmissverständlich einen Bezug zu Freuds Traumtheorie her, die dieser in seinem grundlegenden Werk „Die Traumdeutung“ erläutert hat.

    Dass dieser Film seine intelligente und eindringliche aktuelle Botschaft so leise und kunstvoll sowie ganz und gar ohne Holzhammer oder Plakatives anbringt, gefällt mir - mögen andere den Stil auch als bieder bezeichnen. Denn derart subtile Schilderungen von Umbruchsituationen, dass und wie sich allmählich und zunächst kaum merklich politische und gesellschaftliche Veränderungen in den Alltag einschleichen, sich erstaunlich schnell darin und in den Köpfen, dem Verhalten und der Sprache der Menschen breitmachen und festsetzen und Reaktionen nach sich ziehen, die von Wegschauen über Denunziation und Kollaboration zu Suizid, Emigration oder verschiedenen Formen des Widerstands reichen, sprechen Menschen direkter und tiefer an, erklären viel unmittelbarer, erschrecken und rütteln mehr auf als laute Töne es könnten, weil sie den Adressaten Raum für eigene Gefühle und Interpretationen geben. Auch die „Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)“ hat „Der Trafikant“ mit dem „Prädikat: besonders wertvoll“ versehen „vor dem Hintergrund des Erstarkens von Rechtspopulisten in Österreich (dort sogar mit Regierungsbeteiligung) und Deutschland“, da er „unversehens aktuelle Bezüge bekommen“ habe und dadurch seine Wirkung noch verstärkt werde.

    Die Schauspielleistungen sind exzellent: ob Simon Morzé als zartfühlender Junge an der Schwelle zum Mannwerden, ob Johannes Krisch als zupackender, in seinen Werten gefestigter Trafikant Otto Trsnjek oder Bruno Ganz als väterlich-gutmütiger, körperlich und geistig geschwächter Sigmund Freud.

    Fazit: Für mich ist „Der Trafikant“ eine künstlerische, fantasievolle, feinsinnige, atmosphärisch reiche, wegen aktueller Bezüge nachdenklich stimmende, wundervoll gespielte filmische Bereicherung, die ich sehr gerne als „Nischenfilm“ weiterempfehle.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
Alle Kommentare

Mehr Bücher des Autors

Weitere Empfehlungen zu „Der Trafikant (DVD)