Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit (DVD)

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Inspiriert von einer wahren Geschichte! Die beeindruckende, faszinierende und bis heute topaktuelle Geschichte der Ikone Ruth Bader Ginsburg, eine der ersten Richterinnen am US-Supreme-Curt. Smart, eloquent und mit sehr viel Biss - so...

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Kommentar zu "Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit"

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    MaRe, 09.09.2019

    aktualisiert am 12.09.2019

    Schon die erste Einstellung dieses Teil-Biopics von Mimi Leder (Jahrgang 1952, u.a. die Kinofilme „Deep Impact“ 1998, „Das Glücksprinzip“ = “Pay it Forward“ 2000, „The Code – Vertraue keinem Dieb“ = „Thick as Thieves“ 2009 oder die Fernsehserien „Emergency Room – Die Notaufnahme“ 1994, „The Leftovers“ 2014–2017) gibt die Tonart und das Thema dieses Spielfilms vor: kraftvoll und zielstrebig kämpft eine zierliche Frau in einer Männerwelt gegen das traditionelle Menschenbild und die Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau.

    Im Jahr 1956 nimmt die 23-jährige Ruth Bader Ginsburg (am 15. März 1933 in Brooklyn, New York City als Joan Ruth Bader geborene Tochter einer aus Österreich in die USA eingewanderten jüdischen Familie, gespielt von Felicity Jones , z.B. „Inferno“, „Rogue One: A Star Wars Story“ - jeweils 2016) als eine von nur neun Frauen ihr Jurastudium an der Havard University auf, an der auch ihr Ehemann Martin „Marthy“ Ginsburg (geboren am 10. Juni 1932 in Brooklyn, New York, gespielt von Armie Hammer, z.B. „Call Me By Your Name“ - 2017) Rechtswissenschaften studiert. Beide haben eine gemeinsame, einjährige Tochter namens Jane. Bei jeder Gelegenheit wird Ruth zu verstehen gegeben, dass sie statt eines Studien- oder Arbeitsplatzes den für sie gesellschaftlich vorgesehenen Platz an der Seite ihres Mannes als Hausfrau und Mutter ihres Kindes einzunehmen habe. Doch Ruth und Marthy sind sich einig, einen anderen Weg einschlagen zu wollen: Sie kämpfen um Ruths berufliche Anerkennung und streiten darüber hinaus für die verfassungsmäßige Gleichstellung von Männern und Frauen.

    Das Drehbuch zu diesem Liebes- und Justizdrama, „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“, das im Original „On the Basis of Sex“, also „Auf der Basis des Geschlechts“ heißt, stammt aus der Feder des Drehbuchautors und Ginsburgs Neffen Daniel Stiepleman. Die Idee, aus den prägenden Episoden im Leben seiner Tante Ruth einen Kinofilm zu machen, kam ihm aufgrund einer Trauerrede auf der Beerdigung seines Onkels Martin Ginsburg (verstorben am 27. Juni 2010). Ruth Bader Ginsburgs typische, trockene Antwort auf seinen Plan lautete, so berichtet er: „Wenn du so deine Zeit verbringen willst...“.

    Mit zeitlichen Sprüngen vom Jahr 1956 ins Jahr 1959 und von dort ins Jahr 1970 gewährt der Film im Schnelldurchlauf einen Überblick zu ihrem Familienleben, beruflichem Werdegang, ihren Stationen als Juristin und Professorin, den Rechtsfällen und Ungerechtigkeiten, die sie beschäftigen sowie den Schwierigkeiten, die es privat wie beruflich zu meistern gilt. Den dramaturgischen Höhepunkt bildet eine Berufungsverhandlung vor dem 10. Berufungsgericht, die Ruth Bader Ginsburgs Karriere-Durchbruch bildet(e) – daher rührt der doppeldeutige deutsche Titel.

    Ruth und Marthy leben „vertauschte Rollen“, da er sich, obwohl selbst zu einer Koryphäe als Steuerrechtsanwalt werdend, um den Haushalt kümmert, und beide riskieren damit zur damaligen Zeit einiges.

    Felicity Jones zeigt Ruth als ehrgeizige, beharrliche, resolute, zu sich und anderen, vor allem gegenüber der pubertierenden Tochter Jane (Cailee Spaeny) strenge, schlagfertige, von Widersachern als „anstrengend“ bezeichnete Kämpferin und selbstbewusste Vorreiterin, die mit ihrem Wesen in keinster Weise ins Klischee als „Heimchen am Herd“ passt, welches ihr von außen aufgezwängt werden soll. Zugleich macht Jones deutlich, dass Ruth immer wieder mit sich ringt und sich Beherrschtheit abverlangt, Zornes- oder Wutausbrüche unterdrückt, wenn sie persönlichen Angriffen und Unverschämtheiten oder Herabsetzungen ausgesetzt ist, da sie nichts bringen und zu nichts führen würden und sie stattdessen an den Verstand und die Vernunft ihres Gegenübers appellieren und mit Argumenten überzeugen will.

    Im Unterschied zur ernsthaften, oft verbissenen Ruth, so zeigt Armie Hammer als Marthy, versteht dieser es, angespannte Situationen zu entschärfen und dem Leben Wärme und Leichtigkeit zu verleihen. Beide funktionieren hervorragend als Gespann auf gleicher Wellenlänge mit einander ergänzendem Humor.

    Fazit: „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“ ist rasant erzählt und handelt daher manches sehr schnell ab. Der „echten“ Ruth Bader Ginsburg, die am Ende des Films kurz zu sehen ist, lag am Herzen, dass die juristische Thematik korrekt wiedergegeben wird. Für mich ist diese relativ leichtgängige Biografie vor allem auch ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich zwei starke Persönlichkeiten durch Liebe auf Augenhöhe und gegenseitige Unterstützung sozusagen unschlagbar machen können.

    PS: Ruth Joan Bader Ginsburg ist seit 1993 „Beisitzende Richterin“ (Associate Justice) am Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, und wird dem liberalen beziehungsweise „linken“ Flügel zugerechnet. Trotz ihrer zahlreichen ernsthaften Erkrankungen (zuletzt im August 2019 an Bauchspeicheldrüsenkrebs) denkt sie bisher nicht daran, sich von diesem Amt zurückzuziehen.

    Wer sich ein eigenes, tiefer gehendes und umfassenderes Bild von dieser außergewöhnlichen Person, die zur Ikone und Popkultfigur wurde, und ihrem Anliegen machen möchte, sollte sich den lohnenden, ihr gesamtes Leben erfassenden Dokumentarfilm „RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit“ aus dem Jahr 2018 anschauen, der Interviews mit ihr selbst und Einschätzungen vieler Weggefährten bzw. Beschreibungen von Verwandten enthält.

    Noch eine Beobachtung zum Schluss: Das Kostüm, dass Felicity Jones als Ruth bei der Berufungsverhandlung trägt, verweist mit seinem Kragen auf die Jabots (eine Mischung aus Tuch und Kragen, die um den Hals gelegt werden), die Ruth Bader Ginsburg in verschiedenen Ausführungen besitzt - unter anderem gehört ein „dissent jabot“ dazu, das sie zu ihrer Amtsrobe trägt, wenn sie von der Mehrheit abweichende Meinungen kundtut und erläutert, was in letzter Zeit immer öfter passierte.

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    janein

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