Meine geniale Freundin - Staffel 1 (DVDs)

 
 
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MEINE GENIALE FREUNDIN beruht auf dem gleichnamigen ersten Band der vierteiligen Romanreihe des Weltbestsellers von Elena Ferrante. Unter der Regie von Saverio Costanzo („Hungry Hearts") folgt das achtteilige Drama Elena Greco (Elisa del...
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MEINE GENIALE FREUNDIN beruht auf dem gleichnamigen ersten Band der vierteiligen Romanreihe des Weltbestsellers von Elena Ferrante. Unter der Regie von Saverio Costanzo („Hungry Hearts") folgt das achtteilige Drama Elena Greco (Elisa del...

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Kommentar zu "Meine geniale Freundin - Staffel 1"

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    8 von 12 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    MaRe, 02.09.2019

    aktualisiert am 04.09.2019

    Elena Greco erfährt, dass ihre beste Freundin Lila Cerullo spurlos verschwunden ist. Seit Jahrzehnten verbindet sie eine besondere, auf schier unerklärliche Weise beängstigend magische Beziehung. Lilas Verschwinden nimmt Elena zum Anlass, ihrer beider Lebensgeschichte(n) zu Papier zu bringen.

    Die intensive Freundschaft der ungleichen Mädchen beginnt in den 1950er-Jahren während der Schulzeit in Neapel. Die groß gewachsene, blonde, brav-schüchterne und schulisch begabte Elena „Lenù“ (in jung von Elisa Del Genio, älter von Margherita Mazzucco gespielt), Tochter eines Gerichtsschreibers, ist fasziniert von der kleinen, dunkelhaarigen Lila “Lì“ (in jung von Ludovica Nasti, älter von Gaia Girace dargestellt), der Tochter eines Schuhmachers, ihren großen, ausdrucksstarken Augen, ihrer wilden, resoluten, wehrhaften, Art, ihrer enormen Intelligenz und Fantasiebegabung. Elena möchte genauso sein wie sie, ihre beste Freundin – die zugleich ihre größte Rivalin ist.

    Die 8 Folgen à ca. 60 Minuten umfassende Serie „Meine geniale Freundin – Staffel 1“ (italienischer Originaltitel: „L’amica geniale“ = „Die geniale Freundin“) stammt aus dem Jahr 2018 und von Regisseur und Drehbuchautor Saverio Costanzo (Jahrgang 1975, „Die Einsamkeit der Primzahlen“ = „La solitudine dei numeri primi“ - 2010). Sie ist die in Koproduktion von HBO und dem italienischen TV-Sender RAI entstandene Verfilmung des gleichnamigen ersten Romanbands Elena Ferrantes („L’amica geniale“, erschienen 2011) über eine eigenwillige Mädchenfreundschaft. Diese ist nicht von Leichtigkeit, Fröhlichkeit, gemeinsamem Lachen und Spielen geprägt, sondern vom in fahlen Farben gemaltem und beschriebenem Ernst des Lebens in dem tristen, staubigen und bedrohlichen, bildungsfernen, ja sogar bildungsfeindlichen Mikrokosmos des ärmlichen, über einen Tunnel erreichbaren Neapolitanischen Viertels (auf Italienisch = „Rione“) „Sanità“, in dem sie leben, von der Notwendigkeit, hart zu arbeiten und zu lernen, von Konkurrenz, Eifersucht und den Träumen, eines Tages den kargen, entbehrungsreichen Lebensbedingungen und den durch sie geformten, oft strengen Menschen zu entfliehen.

    Die adaptierte Serie bleibt nahe an der Romanstruktur und schildert die weit in die Vergangenheit zurückreichenden Ereignisse aus der Sicht und Erinnerung der Hauptfigur Elena „Lenù“ Greco, die als Schriftstellerin und Erzählerin dient. Aus dem Off lässt sie uns Zuschauer am Revuepassierenlassen und Niederschreiben ihrer damaligen Gedanken, Beobachtungen, Eindrücke, Gefühle teilhaben und macht das Ambivalente, die Anziehungskraft und Hass-Liebe zwischen sich und Lila spürbar und nachvollziehbar, wie sehr und weshalb die unsichere Elena das selbstbewusste, zuweilen einschüchternde Energiebündel Lila, ihre Willensstärke bis hin zur Dickköpfigkeit, ihre Zielstrebigkeit und ihren Ehrgeiz, in allem die Beste zu sein, bewundert, bestaunt, beneidet, sodass phasenweise ihr Leben, Fühlen und Denken von Lila bestimmt, zum Teil sogar „überschattet“ wird. Umgekehrt erläutert Elena aber auch, welche Bedeutung Elena für Lila hat(te).

    Elena und Lila sind in dieser Serie ebenso Akteurinnen wie Beobachterinnen ihrer selbst, der anderen, der Umgebung und der stattfinden, teils beunruhigenden Vorgänge und sich allmählich vollziehenden Veränderungen im Viertel. Vermutlich wegen dieser Betrachter- und Analystenstellung ist die Inszenierung bewusst recht statisch gehalten. Die Kamera fixiert die handelnden Personen und ihre Gespräche und erfasst zusätzlich die klaustrophobische Enge im „Rione“, macht das Gefängnishafte des Lebens darin begreifbar.

    Die Figuren wurden sehr gut, teils mit wechselnden Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt, wirken aber ebenfalls wegen der filmischen Umsetzung bisweilen steif, starr und ein wenig leblos. Hinzu kommt, dass die Dialoge in der deutschen Synchronisation vor allem, solange die Mädchen noch klein sind, manchmal hölzern eingesprochen wurden.

    Elena und Lila sind sowohl optisch als auch vom Charakter her und bezüglich ihrer jeweils unterschiedlichen, aber ausgeprägten Sensorik für Vorgänge in ihrem Umfeld wunderbar getroffen.

    Wenn man sich erst einmal in diese Machart, inszenatorisch und filmtechnisch das Historische hervorzuheben (besonders liebevoll sind der Vorspann mit den Fotografien und der in unterschiedlichen Farben unterlegte Abspann gestaltet), eingefunden und die vielen mitwirkenden Personen, ihre (Kose)Namen und (familiären) Verbindungen sortiert hat, verfolgt man gebannt und auch dank der energischen Titelmusik und passgenau eingesetzten Musikuntermalung mitfiebernd das Geschehen und nimmt regen Anteil am Schicksal aller in dieser atmosphärisch immens dichten und dunklen ersten Staffel von „Meine geniale Freundin“.

    Mein Fazit fällt daher folgendermaßen aus: Bedächtig, reduziert, historisierend und dadurch etwas statisch umgesetzt, ist „Meine geniale Freundin - Staffel 1“ eine eindringliche, atmosphärische, bitter-herbe, ebenso bewegte wie bewegende und bedrückende Freundinnen- wie Familien-und Stadtviertel-„Schicksals-Geschichte“, die ich als ungewöhnliche und sehenswerte Bebilderung des zugrundeliegenden Romans bezeichnen möchte und als sehenswert einstufe, egal, ob man die Buchvorlage kennt oder nicht.

    PS: Die erste Staffel der Drama-Serie wurde bereits in über 50 Länder verkauft. Die Produktion einer zweiten Staffel, die auf Ferrantes zweitem Romanband mit dem Titel: „Storia del nuovo cognome. L’amica geniale volume secondo“ aus dem Jahr 2012 beruht, der auf Deutsch „Die Geschichte eines neuen Namens“ heißt, wurde bestätigt. Ich freue mich darauf!

    Als Zusatzmaterial bietet die DVD einige Interviews (mit dem Regisseur, der Kostümdesignerin, dem Szenenbildner), einen Einspieler zu „Vom Buch zum Film“ und vor allem eine Dokumentation von 53 Minuten „Meine wirklich geniale Freundin“, in der vor allem die beiden Hauptdarstellerinnen Margherita Mazzucco und Gaia Girace rund um die Dreharbeiten begleitet werden.

    Neapels Stadtviertel "Sanità" grenzt im Süden direkt an die Altstadt. An der Via Foria gelegen befinden sich das "Archäologische Nationalmuseum Neapel" und die "Piazza Cavour". "Sanità" gilt als ein traditionelles und ursprüngliches, charakteristisches Viertel Neapels. Ursprünglich wurde es von Adligen und Reichen bewohnt, mit der Zeit wurde es ein Armenviertel, in dem die Mafiaorganisation "Camorra" Anhänger rekrutiert. Mit seinen engen Gassen und seiner Vitalität ist es dennoch sehr sehenswert und wurde immer wieder als Filmkulisse genutzt. In dieser Serie jedoch wurde es selbst aufwendig nachgebaut.

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    janein

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