The Favourite - Intrigen und Irrsinn (DVD)

Ausgezeichnet mit dem Golden Globe 2019 und Oscar 2019 für die Beste Hauptdarstellerin (Olivia Colman). 115 Min.

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England befindet sich im frühen 18. Jahrhundert im Krieg mit Frankreich, doch Entenrennen und der Genuss von Ananas erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die gebrechliche Königin Anne (Olivia Colman) sitzt zwar auf dem Thron, doch ihre...

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Kommentar zu "The Favourite - Intrigen und Irrsinn"

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    5 von 8 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    MaRe, 05.07.2019

    Der griechische Regisseur Yorgos, auch Giorgos oder Georgios Lanthimos (Jahrgang 1973) ist ein Meister darin, das Absurde und irgendwie auch Schreckliche im scheinbar Alltäglichen offenzulegen. Dies bewies er in seinen bisherigen Spielfilmen „Dogtooth“ - 2009, „The Lobster“ - 2015 und „The Killing of a Sacred Deer“ - 2017 und untermauert es in seinem dritten englischsprachigen Film „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ (im Original „The Favourite“, die „Favoritin“), das am 30. August 2018 im Rahmen der „Filmfestspiele von Venedig“ Weltpremiere feierte. Durch eine leichte Verschiebung der Perspektive auf sein historisches Sujet, die Person und Regentschaft Königin Annes, gehört dieser, sein erster Kostümfilm zu den ungewöhnlichsten seines Genres.

    Sich überwiegend an die historischen und privaten Fakten haltend, sie jedoch auf unorthodoxe Weise schildernd, etwas überzeichnend und Gerüchten Raum gebend bzw. sie nährend, bewirkt er mit seinen Drehbuchautoren Deborah Davis, die übrigens neben Jura auch Geschichte studierte, und dem Australier Tony McNamara, dass das Geschehen am englischen Hof in „The Favourite“, ob die Privatsphäre oder die Weltpolitik betreffend, fremdartig und absonderlich erscheint.

    Anne Stuart (* 6. Februar 1665 im St James’s Palace in London; † 1. August 1714 im Kensington Palace, London) war von 1702 bis 1714 Königin des Königreiches Irland, von 1702 bis 1707 Königin sowohl des Königreiches England als auch des Königreiches Schottland und ab dem 1. Mai 1707, nach der Vereinigung beider Königreiche, die erste Königin des Königreiches Großbritannien. Anne, die als „Good Queen Anne“ in die Geschichtsschreibung eingegangen ist wegen der militärischen und politischen Erfolge sowie der wirtschaftlichen Blüte, die Großbritannien während ihrer Regierungszeit erlebte, war die letzte britische Königin des Hauses Stuart, blieb aber bis heute relativ unbekannt und gilt als schwache Monarchin.

    Die von klein auf unter einer Augenkrankheit, später auch massiv unter Gicht leidende Anne führte eine überaus glückliche Beziehung zu ihrem Gemahl, Prinz Georg von Dänemark (* 21. April nach julianischem / 1. Mai 1653 nach gregorianischem Kalender. in Kopenhagen; † 28. Oktober nach julianischem./ 8. November 1708 nach gregorianischem Kalender im Kensington Palace in London), und schmiedete enge emotionale Bindungen zu ihren Hofdamen Frances Apsley, Sarah Churchill, vormals Jennings, und später Abigail Masham, sodass in Biographien immer wieder über ein homosexuelles Verhältnis zwischen diesen spekuliert wird. Wirkliche Belege gibt es indes dafür nicht.

    Dennoch lässt sich Lanthimos für seinen Film, der wie ein Buch in acht Kapitel unterteilt ist, stark von dieser Hypothese inspirieren und konzentriert sich auf die amouröse Dreiecksgeschichte zwischen Königin Anne (Olivia Colman, u.a. „The Lobster“ - 2015, „Broadchurch“ 2013-2017), ihrer Hofdame und Vertrauten Sarah Churchill (Rachel Weisz, u.a. „The Lobster“ - 2015, „Meine Cousine Rachel“ - 2015) und deren Cousine Abigail Hill (Emma Stone, u.a. „La La Land“ - 2016, „Battle of the Sexes – Gegen jede Regel“- 2017) und die teils extremen Verhaltensweisen dieser Frauen.

    Anfang des 18. Jahrhunderts befindet sich England im „Spanischen Erbfolgekrieg“ gegen die Franzosen. Statt der schwächlichen Königin regiert Sarah Churchill, Herzogin von Marlborough und Gattin des erfolgreichen englischen Heerführers John Churchill, 1. Duke of Marlborough (Mark Gattis), das Land. Zugleich nimmt sie ihre verarmte Cousine Abigail Hill als Dienstmagd am Hof auf, die sich zur Zofe der Königin mausert und bezüglich der Zuneigung und Gunst der Königin immer mehr in Konkurrenz zu ihr tritt, sodass schließlich ein bissiger Kampf um die Stellung als Favoritin der Königin zwischen Sarah und Abigail ausbricht…

    „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ beleuchtet als Kammerspiel und nah an seinen Figuren bleibend, sie und ihre Art sezierend, das Strippenziehen um die persönliche Vorliebe der Königin, um daraus (politische wie private) Vorteile zu ziehen und zeigt auf allgemeingültige Weise, wie sehr und leicht Entscheidungen beeinflusst werden können durch Schmeicheleien, Liebesdienste oder „sachfremde Erwägungen“, aufgrund spontaner Gelüste oder gezielter Intrigen und dem Ausnutzen von Schwächen.

    Von den meist würdevoll getragenen Filmdramen über Regentinnen und Regenten unterscheidet sich dieses erheblich wegen seiner ganz eigenen, derben, ebenso polternden wie erstaunlich sinnlichen Schrägheit, die sich in drastisch, manchmal durch Aufnahmen in Zeitlupe unterstützten, karikiert wirkenden Szenen und vor allem in der derben bis zotig-vulgären, gar nicht „ladyliken“ Sprache niederschlägt. Daher könnte man „The Favourite“ als „Tragische Burleske über eine Königin“ bezeichnen.

    Im Zentrum stehen Annes Wesen und ihre jeweilige Gemütslage. Olivia Colman sticht aus dem großartigen Ensemble (insbesondere Weisz und Stones Leistungen als Anne umgarnende Giftspritzen sind nämlich schon aller Ehren wert) mit ihrer beeindruckenden, Oscar-prämierten (für die „Beste weibliche Hauptrolle“) Darbietung noch einmal heraus. Anne ist kindlich, scheu und wankelmütig, entscheidungsschwach, stur und trotzig, zutiefst traurig, einsam, traumatisiert, hysterisch, besitzergreifend bis knechtend, aber auch verspielt, fantasie- und liebevoll und sehr wohl pflichtbewusst gegenüber ihrer Rolle als Staatsoberhaupt: all das macht Colman geradezu genial mitfühl- und erlebbar.

    Die Kamera (Robbie Ryan, u.a.) führt, übrigens bei echtem Kerzenlicht und oft mit Fisheye-Einsatz gedreht, durch edel ausstaffierte, gemäldehafte Räume. Die Musik verknüpft Franz Schubert (2. Satz aus der Klavier-Sonate D 960), Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach und Henry Purcell mit modernen Stücken der 1978 geborenen Komponistin Anne Meredith, ist als Download und in Vinyl, eventuell demnächst auch als CD erhältlich und insbesondere an den Stellen, die wie mit einzelnen Tönen unterlegt wirken, derart eindringlich, dass sie die Nerven strapaziert.

    Beides, Kameraführung und Musik, illustrieren einmal die Zwänge und Enge des höfischen Lebens, aber auch das Wahn- und Zwanghafte im Charakter der Königin, ihre geistige Beengtheit aufgrund ihrer Unbildung und Engstirnigkeit, Überforderung und Traumata, ihre körperlichen Einschränkungen und damit das Klaustrophobische an ihrem Leben, geben somit ihre aus verschiedenen Gründen eingeschränkte und verzerrte Sicht auf ihr Umfeld und Wahrnehmung ihrer Umgebung wieder.

    In Sachen Ausstattung, Kostüme (Sandy Powell) und Kulisse wird die Opulenz geboten, die die Zuschauerschaft bei solchen Stoffen erwartet.

    FAZIT: „The Favourite“ überzeichnet und bleibt doch nah an der Wirklichkeit: Das ist das Überraschende und Erschreckende, durchaus auch mit Blick auf die deutlichen Parallelen zum heutigen Politikbetrieb und einigen aktuellen Staatsoberhäuptern. Der Film ist wärmer und zugänglicher als seine Vorgänger und doch weit entfernt vom Mainstream-Historien-Kostümfilm. Aufgrund der grotesk-humorvollen Darstellung und der derb-burschikosen Sprache werden einige dieses eigenwillige Drama als unangemessen, geschmacklos bis abstoßend zurückweisen. Ich fand es ebenso irritierend wie faszinierend, absurd und vor allem außergewöhnlich und kraftvoll: Mich hat es zusehends elektrisiert!

    PS: Die Deutsche Film- und Medienbewertung versah den Film mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ und begründete das unter anderem damit, dass „das Ergebnis … meilenweit vom herkömmlichen Einerlei historischer Stoffe im Kino entfernt … und damit auch für ein Publikum geeignet ist, das sonst eher nicht an historischen Stoffen interessiert ist.“

    Die Altersfreigabe ab 12 Jahren ist vielleicht aufgrund der Wortwahl in den Dialogen grenzwertig, jedoch wegen des skurril-amüsanten Kontextes, in dem sie gewählt wird, und da es an Königshöfen überlieferterweise mitunter frivol-schlüpfrig zuging, vertretbar.

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    janein

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