Ottfried Fischer

Der schwergewichtige Kabarettist und TV-Star gehört mit seiner Serie "Der Bulle von Tölz" zu den Ikonen des Fernsehens und gilt als Vorzeige-Bayer. Die scheinbare Unbeweglichkeit seiner 155 Kilo sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Fischer als Benno Berghammer mit listigen Augen, stoischer Gelassenheit und gescheiter Gemütlichkeit, die auf Fehler des Gegenübers warten, um zuzuschlagen, zu den erfolgreichen Ermittlern in der Nachfolge von Charlie Chan und Columbo gehört. Mit seiner von Ruth Drexel gespielten Mutter und Assistentin Sabrina (Katerina Jacob) jagt das Urgestein seit 1995 ("Das Amigo-Komplott"), bis 2006 in über 60 Folgen, schwere Jungs, beendet Nachbarschaftskriege, verteilt Seitenhiebe auf Beamten-Inkompetenz, Trödelei und bekommt es auch mit der Mafia zu tun.

Ottfried Fischer wurde 1953 in Ornatsöd im Bayerischen Wald als Sohn eines aus Westfalen stammenden Landwirts geboren. Als Bub stand er im Fußballtor, weil er nicht schnell laufen konnte. Er sollte nach Vaters Willen Anwalt werden, gab nach einigen Semestern das Jura-Studium auf und landete 1976 beim Kabarett im Münchner "Hinterhoftheater". 1983 tritt er in der Werner-Schneyder-Show auf und sein Name wird durch spektakuläre Gespräche mit Franz-Josef Strauß und dem österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim bekannt. Seit 1989 tourt er mit Soloprogrammen ("Schwer ist leicht was") durch Deutschland und lädt seit 1995 in seiner TV-Reihe "Ottis Schlachthof" Kollegen als Gäste.

Im Kino ist Fischer seltener Gast, zieht Cameos vor und war in der Krimikomödie "Café Europa", in der Satire "Das schreckliche Mädchen" (als Priester), in "Langer Samstag", "Go, Trabi, Go" und "Der Superstau" (als Familienvater im Luxus-Trailer) zu sehen. Unvergesslich indes Fischers Rolle als Sichel, einer der "Drei Herren", die als Insassen einer psychiatrischen Anstalt in einem Dorf landen, wo sie so "normal" wie alle anderen sind und er die Welt mit einem Vergrößerungsglas betrachtet. Außer als "Bulle von Tölz" war Fischer als "Der Pfundskerl" (als Reporter) und als "Pfarrer Braun" (als Geistlicher im Norden) in TV-Serien zu sehen.

Fischer wurde 1986 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis und 1998 mit dem Österreichischen Film- und Fernsehpreis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau, einer Journalistin, und zwei Töchtern in Gauting bei München.

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