Rose McGowan

Brünette Dauerwelle, Backpulver-Teint, blutrote Kontrastlippen und Reiz-Dekolleté - so kennt man die Rose, seit sie als Highschool-Girl in "Steinzeit Junior" erstmals auch im Kino blühte. Da war sie 19, gerade nach L.A. gezogen, nach langem Nomadentum endlich angekommen.

Geboren wurde diese Venus in Florenz, als Tochter einer Französin und eines irischen Künstlers. Wie der Clan um River Phoenix wuchs sie im Umfeld der Sekte "Kinder Gottes" auf, umgeben von "wogenden Feldern" und "Schlössern, die im 14. Jahrhundert von Kanonen zerbombt worden waren. Was mich aus der Bahn warf, war der Umzug in die Staaten", erinnert sie sich an die Zeit, als ihr Vater mit dem Kindermädchen freie Liebe übte und ihre Mutter nach Oregon zog.

Rose hasste die Verbannung in den Küstenstaat, der von Natur und übermotivierten Cheerleadern dominiert wurde. In Italien tourte Rose durch die Regionen, in Amerika durch die Familie, wohnte mal beim Vater, bei der Mutter und den vier Geschwistern oder auch bei Oma.

Weil Moms neuer Lover hinter ihrem Grufti-Look einen Junkie witterte, landete sie mit 14 im Drogenentzug. Süchtig danach war sie nicht, floh mit einer Freundin, schlug sich auf der Straße durch. Mit 15 klarte sich ihre Konfusion auf. Sie erkämpfte sich die Unabhängigkeit von den Eltern, vertrat sich selbst vor Gericht. Diese Jahre erklären Risikolust und Selbstbewusstsein, vielleicht auch den Hang zum Bizarren, der in einer zweijährigen Verlobung mit Schockrocker Marilyn Manson gipfelte.

Die schrägen Paradiesvögel lernten sich bei der Premiere von "Gummo" kennen - einem Verstörungsfilm, in dem Vierjährige missbraucht werden und streunende Jungs streunende Katzen quälen und töten. "Ich hielt mich immer für satanischer als Manson", sagte sie über den Mann, mit dem sie 1998 bei den MTV Awards, dreiviertelnackt unter einem Transparentfetzen, Aufsehen erregte.

Hüllenlos war schon der eigentliche Erstkontakt. Manson verfiel ihr im Kino, in "The Doom Generation", wo Rose mit schwarzer Perücke und zwei Männern durch Land und Betten zog. Entdeckt vor einem Fitnessstudio, hatte sie mit diesem Killer-Roadmovie ihr Image weg. Sie wurde die Queen des Independentfilms, erlitt für den Veteranen Wes Craven in "Scream" den Garagentod, spielte für junge Regisseure Sexbomben ("Der lange Weg der Leidenschaft"), Teen-Nymphen, die Omi töteten ("Scream & Die") oder die Schule terrorisierten ("Der zuckersüße Tod").

Umso erstaunlicher, dass sie nach Vamps, Stripperinnen und der Trennung von Manson in "Charmed" als kindliche, verletzliche TV-Hexe wiedergeboren wurde. Nach Serienende und einer Gastrolle in "Black Dahlia" startet sie jetzt im Kult-Kino durch - als tragische Nachtschwärmerin in "Death Proof" und Zombiekillerin in "Planet Terror".

Privat liebt das Danger Girl Marlene Dietrich, Shirley Temple, Patsy Cline, Karaoke und seit kurzem auch den fünffachen Vater Robert Rodriguez, den Regisseur von "Planet Terror" - und nicht nur, weil er sie auf dem Soundtrack singen ließ. In ihr Herz hat das unberechenbare Ex-Kindermodel, das es dank väterlicher Kontakte in diverse italienische Magazine schaffte, auch eine oft ungeliebte Medien- und Smogmetropole geschlossen: "Ich wünschte mir, die L.A.-Hasser würden einfach abhauen, denn ich brauche ihre Parkplätze."

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