Uahh, bin ich müüde...

Endlich: Die Natur blüht auf, die Vögel singen und erste Maiglöckchen blühen - warum kommen viele von uns gerade jetzt kaum in die Gänge? Diese Schlappheit ist beileibe keine Einbildung. Unter Medizinern gilt sie vielmehr als natürliche Reaktion des Körpers auf warme Temperaturen und mehr Licht durch länger werdende Tage. Die gute Nachricht: Die lästige Müdigkeit ist meist nur von kurzer Dauer.

Und: Es gibt einige Tipps und Tricks, die wirklich munter machen.

Wer ist betroffen?

Die Zahlen schwanken: Rund ein Viertel bis die Hälfte der Deutschen soll von der Frühjahrsmüdigkeit betroffen sein. Frauen leiden häufiger darunter als Männer. Wetterfühligen und Menschen mit niedrigem Blutdruck schlägt der Frühlingsanfang ganz besonders aufs Gemüt. Sie fühlen sich schlapp, lustlos, gereizt, angeschlagen und können sich schlecht konzentrieren. Sogar der Kreislauf macht Probleme.

Hallo Sommer! Die innere Uhr stellt sich um

Das große Gähnen beginnt meist nach den ersten wärmeren und längeren Tagen, wenn die neue Jahreszeit langsam ankommt. Die Frühjahrsmüdigkeit ist die Antwort des Körpers auf den Frühling. Denn: Kaum hat dieser sich an die Dunkelheit und Kälte des Winters gewöhnt, kommen wieder längere Tage mit viel Licht und warmen Temperaturen. Die innere Uhr stellt sich auf Sommerzeit um. Doch das geht nicht von heute auf morgen. Meist dauert die Anpassung des Körpers rund vier Wochen – bei anhaltendem Wechsel von kalten und warmen Tagen sogar länger. In dieser Übergangsphase fühlen wir uns oft schlapp.

Sorgt für den schnellen Energiekick: Raus in die Natur und bewegen, bewegen, bewegen!

Munter statt müde: 5 Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit

1. Sonne tanken
Versuchen Sie im Alltag möglichst viel Licht aufzusaugen. Spaziergänge im Freien eignen sich dafür sehr gut. Wer seinem Körper eine ordentliche Portion natürliches Licht gönnt, unterstützt die Produktion von Serotonin und den Abbau von Melatonin.

2. Vitaminspeicher füllen Im Winter essen viele von uns eher fettreich und ungesund. Gut, wenn Sie nun im Frühling wieder viel frisches Obst und Gemüse genießen. Sonnenspeicher wie Ananas, Bananen und Kiwi versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Diese regen den Stoffwechsel an und wappnen den Körper für die Umstellung.

3. Sich bewegen Sport und Bewegung bringen den Kreislauf in Schwung und stärken den Blutdruck. Deshalb kommen sportliche Menschen mit der Anpassung an den Frühling oftmals besser zurecht. Wer sich regelmäßig im Freien bewegt, verwöhnt seinen Körper gleichzeitig mit Licht, Sonne und viel Sauerstoff.

4. Durchblutung fördern Wechselduschen regen die Durchblutung an und kräftigen die Gefäße. Unser Tipp: Regelmäßige Kalt-Warm-Duschen am Morgen bringen den Kreislauf perfekt in Schwung. Enden Sie mit kaltem Wasser für den Boost in Ihren Frühlingstag!

5. Ingwer genießen Das Trendgewürz Ingwer bringt den Stoffwechsel wunderbar auf Touren. Einfach morgens einen halben Liter Wasser kochen, drei Scheiben Ingwer dazu geben und nach Geschmack ziehen lassen.

Was passiert im Körper?

Bis ins letzte Detail sind die Ursachen und Zusammenhänge der Frühjahrsmüdigkeit noch nicht geklärt. Als sicher gelten folgende Mechanismen:

  • Schlafhormon Im Winter ist der Spiegel des Schlafhormons Melatonin in unserem Körper sehr hoch. Das kommt daher, dass es abends früh dunkel wird und sich der Körper dabei auf „Schlaf“ einstellt.
  • Wachhormon Im Frühling kurbelt das vermehrte Licht die Produktion des Gute-Laune-Botenstoffs Serotonin an. Auch Glückshormone wie Endorphine werden in höheren Dosen ausgeschüttet. Je mehr natürliches Licht wir bekommen, umso mehr dieser Hormone sind in unserem Körper. Sie machen zwar wach, erschöpfen uns aber zunächst auch schnell.
  • Wechselspiel Obwohl der Körper die Produktion von Melatonin im Frühjahr drosselt, bleibt das Schlafhormon noch für eine ganze Weile im Körper hoch konzentriert. Melatonin und Serotonin kämpfen sozusagen um die Vorherrschaft im Körper und lösen sich erst langsam ab. Dieses Wechselspiel macht den Körper zusätzlich müde.
  • Kreislauf Der Wechsel von kalten zu warmen Temperaturen kann den Kreislauf stressen. Menschen mit schwacher Blutzirkulation leiden darunter besonders.
  • Gefäße Wärmere Temperaturen weiten die Blutgefäße. Und das wiederum senkt den Blutdruck. Das Ergebnis ist Müdigkeit. Erst langsam passt sich das Gefäßsystem an die anhaltende Wärme an…

Dieses Wissen über die Reaktion des Körpers auf den Frühling ist spannend, aber für Betroffene leider nur bedingt hilfreich. Damit Sie sich den kommenden Frühling nicht vom Ärger über die Frühjahrsmüdigkeit vermiesen lassen, lohnt es sich, die Tipps oben umzusetzen.