Autsch. Mückenstiche sind unangenehm. Wussten Sie, dass Lavendelduft nicht nur Motten vertreibt, auch die Mücken mögen ihn nicht und bleiben fern.

Autsch, diese Mistmücken!

So schützen Sie sich richtig

Staunsen, Gelsen, Stanzen, Schnaken – sogar Moskitos nennen wir die kleinen Plagegeister. Gemeint ist jedes Mal die Stechmücke, die uns im Sommer mit ihrem Sirren und Schwirren an den Rand des Wahnsinns treibt. Besonders nachts. Schon geht es los, Licht an: Wo ist das Biest? Statistische Daten darüber, wie viele nächtliche Mückenjadgen in deutschen Schlafzimmern stattfinden, gibt es nicht. Sicher ist, dass sie schon zu einem Polizeieinsatz geführt haben: Das Blitzen einer Taschenlampe zur Mückenjagd hielten Nachbarn für einen Einbrecher und riefen die Polizei. Die staunte nicht schlecht, als die Wahrheit ans Licht kam. Wie Sie sich die Jagd ersparen und was wirklich hilft, wenn Sie doch gestochen wurden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

So schlafen Sie friedlich

Eine ruhige Nacht ohne lästiges Sirren – das wäre ein Traum! Wenn Sie keine Mücken jagen möchten, halten folgende Tipps die Wohnung frei von den Insekten:

  • Legen Sie mit Nelken gespickte Zitronenhälften auf die Fensterbank. Der Geruch vertreibt die Plagegeister.
  • Pflanzen wie Lavendel, Katzenminze, Zitronenmelisse oder Duftperlagonien mit Zitrusgeruch halten Mücken ebenfalls auf Abstand.
  • Mücken hassen Wind. Ein strategisch platzierter Ventilator vertreibt die Störenfriede.
  • Insektenschutzgitter gibt es passend für Türen und Fenster. So bleiben auch Fliegen, Bienen und Wespen draußen.
  • Ein Moskitonetz über dem Bett lässt Sie zusätzlich ruhig schlafen und bringt einen Hauch von Urlaub ins Schlafzimmer.
  • Eine Dusche vor dem Schlafengehen ist nicht nur angenehm. Frisch geduscht sind wir für Mücken viel weniger attraktiv, denn sie stehen auf die Duftstoffe im Schweiß.
  • Extratipp: Leeren Sie alle Gefäße mit Wasser in Haus und Garten regelmäßig aus und decken Sie die Regentonnen draußen ab, sonst vermehren sich Mücken hier explosionsartig.

Solarbetriebene Insektenfänger für die Fensterscheibe halten Innenräume insektenfrei, mit Essenshauben halten Sie die lästigen Plagegeister draussen von den Speisen fern.

Und wenn alles nichts nützt: Solarbetriebene Insektenfänger für die Fensterscheibe helfen Ihnen ebenso. Ihr blaues Licht lockt die Insekten an. Sobald sie hineinfliegen, sterben sie. Und das völlig ohne Chemikalien, ohne Strom oder Batterie.

So schützen Sie sich unterwegs

Da die kleinen Biester uns nicht nur nachts quälen, sollten wir auch tagsüber auf Schutz achten. Ätherische Öle wie Lavendel, Citronella und Geraniol halten die Blutsauger zumindest kurzzeitig auf Abstand. Es gibt sie als Spray für den Körper oder als Armband. Zuverlässiger sind die Wirkstoffe Icaridin und DEET (Diethyltoluamid), die auch in handelsüblichen Insektenschutzsprays enthalten sind. Das perfekte Mückenschutzmittel gibt es leider nicht, denn die effektivsten Mittel haben auch die meisten unerwünschten Nebenwirkungen: Sie reizen Augen und Schleimhäute oder lösen sogar Allergien aus. DEET schädigt unter anderem auch Kunststoffoberflächen.

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Extra-Tipp:Imprägnieren Sie doch einfach Ihre Kleidung. Mit einem speziellen Spray ist ein Kleidungsstück bis zu vier Wochen mückensicher. Besonders in den Tropen ist dieser Schutz unerlässlich. Nach dem Waschen muss der Schutz erneuert werden. Wer es noch einfacher mag, kauft imprägnierte Kleidung. Dieser Schutz übersteht sogar die Wäsche.

Sie möchten sich und Ihre Kinder ganz ohne Chemiekeule schützen? Dann tragen Sie lockere Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen aus einem dicht gewebten Stoff. Am besten eignen sich helle Farben.

Warum jucken Mückenstiche eigentlich so sehr?

Wenn es dann doch geschehen ist, treibt uns das Jucken der Stiche in den Wahnsinn. Das liegt daran, dass die Mücke beim Stechen ihren Speichel in die Stichstelle injiziert. Der enthält einen Stoff, der das Blut besser fließen lässt und später juckt. Zum Glück gibt es jede Menge Möglichkeiten aus Natur und Apotheke, mit denen Sie gegen den Juckreiz vorgehen können:

  • Der einfachste Tipp: Kühlen, kühlen, kühlen! Zum Beispiel mit einem kalten Tuch oder einem Kühlpad.
  • Im Gegensatz dazu setzen sogenannte Stichheiler auf Hitze. Die kleinen elektronischen Geräte haben eine Spitze, die sich auf rund 50 Grad Celsius erhitzt. Für wenige Sekunden auf die Stichstelle gepresst, verhindern sie Schwellung und Juckreiz.
  • Gels, Salben und Cremes mit Wirkstoffen wie Kamille, Aloe vera oder dem antiallergischen Dimetindenmaleat lindern das Jucken. Auch niedrig dosierte Kortisonsalben wirken schnell.
  • Ein Stück frisch aufgeschnittene Zwiebel kühlt und befeuchtet die gereizte Haut. Auch der Saft aus den Blättern der Aloe-vera-Pflanze beruhigt die Haut.
  • Extra-Tipp: Kommt es auf einer Wiese zum Insektenstich, ist Hilfe ganz nah. Ein Blättchen Breitwegerich kann den Juckreiz lindern. Und das findet sich fast überall. Einfach ein Blatt abzupfen, kräftig kneten, bis der Pflanzensaft austritt und auf die Stichstelle legen.
  • Noch schneller zur Hand ist etwas Spucke, die ebenfalls kurzzeitig kühlt.

Wie gefährlich sind Insektenstiche?

In Deutschland zählen Mückenstiche zu den eher harmlosen Insektenstichen. Bisher wurden hierzulande keine gefährlichen Krankheiten übertragen. Die 25 gemeldeten Fälle des Chikungunya-Virus aus dem Jahr 2018 stammten vor allem aus Indien und Brasilien. In den Tropen sieht das ganz anders aus. Hier verbreiten Moskitos zum Beispiel Malaria, das West-Nil-Virus und Gelbfieber. Wer verreist, sollte auf einen geeigneten Impfschutz achten.

In Deutschland verursachen die Stiche anderer Insektenarten häufiger Probleme: Bienen- oder Wespenstiche führen zu lokalen Infektionen. Dabei gelangen Bakterien in den Körper und lösen eine schmerzhafte Rötung aus. Die als Wundrose bezeichnete Reaktion erfordert meist eine Antibiotika-Therapie. Doch es kann auch eine Allergie auftreten. Rund 2,8 Millionen Deutsche sind allergisch auf Insektengift. Atemnot und Schwellungen bis hin zur Bewusstlosigkeit können die Folge sein. Verständigen Sie bei einem anaphylaktischen Schock unbedingt den Notarzt – hier zählt jede Sekunde. Ist die Allergie bekannt, sollte der Betroffene ein Notfallset mit Kortison und einem Antihistaminikum bei sich tragen.

Bewahren Sie ruhig Blut

Ob die Mücke im Licht der Taschenlampe bei der eingangs erwähnten Geschichte gefunden wurde, ist übrigens unklar. Die Polizei nahm den nächtlichen Fehlalarm gelassen. Bewahren auch Sie ruhig Blut: Mit einer guten Vorbereitung werden Sie nachts wieder ruhig und friedlich schlafen. Ganz ohne Plagegeister.