Über alle Grenzen

Roman nach einer wahren Geschichte

Hera Lind

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Voller Begeisterung zieht die bayrische Familie Alexander in den späten 1950er-Jahren vom Chiemsee nach Thüringen, wo der Vater Direktor im Erfurter Zoo wird. Ein Paradies für die Kinder Lotte, Bruno und deren Schwestern. Doch dann wird die Mauer...

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Kommentare zu "Über alle Grenzen"

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  • 5 Sterne

    34 von 54 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    katikatharinenhof, 26.04.2019

    Familie Alexander hat ein großes Abenteuer vors ich - Ende der 1950er Jahre bekommt der Vater ein großartiges Angebot, denn er soll Direktor des Erfurters Zoos werden. Also packt die Familie ihre Koffer und macht sich auf, um vom idyllischen Chiemsee ins das thüringischen Städtchen zu ziehen.
    Noch ahnen sie nicht, dass es eine Reise ohne Wiederkehr sein wird, denn schon bald ist der Weg zurück zu den Verwandten durch den Bau der Mauer versperrt und das Stasi-Regime wacht über der ganzen Familie. Einzig Bruno, der virtuose Geigenspielerwagt es , sich dem Ganzen zu widersetzen und flüchtet in den Westen-
    Seine Flucht hat weitreichende Konsequenzen für die ganze Familie, die noch bis in die späten 1980er Jahre zu spüren sein werden. Doch das ahnt damals noch keiner aus der Familie....

    Der neue Tatsachenroman von Hera Lind ist der beste Beweis dafür, das Blut dicker ist als Wasser und beschreibt die Lebensgeschichte einer Familie, die mich manchmal an meine Grenzen bringt, so sehr hat mich das Gelesene erschüttert und berührt.
    Aus der einst glücklichen Familie Alexander wird dank des Stasi-Regimes eine zerbrochene und geschundene Familie, die viel Leid ertragen muss.
    Immer wieder habe ich mich gefragt, wie viel ein Mensch ertragen kann, bis er tatsächlich daran zerbricht und bewundere Lotti für ihre Energie und ihre Bemühungen um ihren Bruder.
    Es wird nur allzu deutlich, wie hier eine Familie systematisch zugrunde gerichtet wird und das mit allen Mitteln, die der Stasi zur Verfügung stehen.
    Egal ob Bespitzelung durch die ach so lieben Freunde, Verwanzen der Wohnung, Sippenhaft und Misshandlungen im Staatsgefängnis - nicht wird beschönigt oder ausgelassen und gerade das macht diesen Roman zu einem Zeitzeugnis, denn es ist ja alles tatsächlich hinter dem eisernen Vorhang passiert.
    Lotti und Bruno verbindet ein ganz besonderes Band und ich bewundere Lotti für ihren unermüdlichen Einsatz, es ihrem Bruder auf die letzten Lebensmonate noch so schön und angenehm wie möglich zu machen. Ihr selbstloser Einsatz ist vorbildlich und verdient meinen größten Respekt.
    Die Rückblenden der Familiengeschichte werden schön mit dem aktuellen Geschehen verwebt und dadurch, dass sich immer der letzte Satz aus der Vergangenheit in dem ersten Satz der Gegenwart wiederholt, entsteht eine ganz besondere Verbindung zum Buch und festig das Gelesene nachhaltig.
    Ich erlebe hautnah mit, wie Lotti um die Ausreisegenehmigung kämpft, bin dabei, wenn die gnadenlose Verhöre stattfinden und darf dabei sein, wenn Bruno noch einmal Spaß in seinem Leben haben darf.
    Der Schluß des Buches hat mir die Tränen in die Augen getrieben und mir bewiesen, dass in jedem noch so hartherzigen Menschen doch ein guter Kern steckt und ich bin Hera Lind dankbar, dass sie sich immer wider die Mühe macht, all die eingesandten Tatsachenberichte ihrer Leser zu wirklich faszinierenden Romanen zu verarbeiten.
    Für mich ist dieses Buch ein Teil deutsch-deutscher Geschichte und es ruft geradezu danach unbedingt gelesen zu werden. Denn auch 30 Jahre nach dem Mauerfall dürfen solche Schicksale nicht ungehört bleiben.

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    janein
  • 5 Sterne

    26 von 47 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Gartenkobold, 28.04.2019

    Emotional, erschütternd und absolut lesenswert
    Familie Alexander lebt im Chiemgau in Bayern, als der Vater ein Angebot vom Erfurter Zoo erhält, zukünftig in Erfurt in Thüringen als Zoodirektor zu arbeiten. Die Mauer ist noch nicht gebaut und die Familie macht sich auf den Weg ohne Wiederkehr, in die DDR…mit Konsequenzen, die die Familie Alexander zu diesem Zeitpunkt weder vorhersehen noch irgendwie erahnen kann, mit weitreichenden Auswirkungen bis in die späten 80iger Jahre….
    Hera Lind beschreibt die Lebensgeschichte einer Familie in zwei verschiedenen Zeitsträngen, eng miteinander verwoben und von Beginn an so spannend geschrieben, dass es mir schwer fiel, den Roman aus der Hand zu legen, die Zeitstränge fügen sich durch die Wiederholung des letzten Satzes aus der Vergangenheit in dem ersten Satz der Gegenwart harmonisch zusammen.
    Es ist ein sehr erschütternder, emotionaler und zugleich auch sachlicher Roman, der die Bespitzelung, Unterdrückung und die totale Überwachung des Stasiregimes der ehemaligen DDR offen und schonungslos schildert und der billigend und von höchster Stelle abgesegnet, in Kauf nimmt, Menschen, Familien zu brechen. Unter welcher Angst und mit welchem Terror auch die Familie Alexander litt, ist unvorstellbar, Familien wurden manipuliert, bis ins Kleinste überwacht, Telefone und Wohnungen verwanzt, ein individuelles Leben mit dem Schutz der Privatsphäre wurde konsequent unterbunden.
    Mobbing von Kindern, Verstoß gegen die Menschenrechte und Menschenwürde, Folterungen im Gefängnis, Psychoterror, die Stasi hat nichts, aber auch gar nichts ausgelassen, um die Familie Alexander zu brechen und zu Grunde zu richten, was für ein perfides System. Doch und gerade deshalb bekommt der Zusammenhalt von Menschen in diesem Regime vor diesem Hintergrund eine ganz besondere Bedeutung, sich nicht brechen zulassen, in der Gemeinsamkeit stark zu sein, zueinander zu halten und allen Schikanen zum Trotz einen Ausreiseantrag zu stellen erfordert Mut und Überlebenswillen.
    Dieser Roman ist wegen der zugrundeliegenden Tatsachenberichte in meinen Augen ein Zeitzeugnis der besonderen Art und ist ein Roman, der gerade jetzt, fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung nochmal sehr eindringlich daran erinnert, dass wir nicht vergessen sollten, welchen Repressalien und Terror „Andersdenkende“ in der DDR damals ausgesetzt waren, die nicht totgeschwiegen werden dürfen.
    Es ist ein Roman, der bewegt und erschütternd ist und dessen Ende mich sowohl traurig als auch glücklich zurückgelassen hat, ein Roman der lesenswert ist und der nachwirkt.

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    janein
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