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Nach Thomas Mann, den Buddenbrooks und Albert Speer wendet sich der preisgekrönte deutsche Ausnahme-Regisseur Heinrich Breloer erneut einem Jahrhundert-Literaten zu - einem echten Superstar unter den deutschen Dichtern und Denkern: Bertolt...

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Kommentar zu "Brecht"

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    MaRe, 01.04.2019

    Der Zweiteiler „Brecht“ von Heinrich Breloer (Jahrgang 1942, etwa der Mehrteiler "Todesspiel", "Die Manns - Ein Jahrhundertroman", "Speer und Er" oder der Kinofilm "Buddenbrooks") ist ein Porträt über den deutschen Dramatiker, Librettisten und Lyriker Bertolt Brecht (auch Bert Brecht; * 10. Februar 1898 als Eugen Berthold Friedrich Brecht in Augsburg; † 14. August 1956 in Ost-Berlin), einen der einflussreichsten und meist gespielten deutschen Dramatiker des 20. Jahrhunderts und Begründer des sogenannten „epischen“ beziehungsweise „dialektischen Theaters“, bei dem sich zwei literarische Gattungen, das Drama und die Epik, also theatralische und erzählende Formen der Literatur, zu dem Zweck verbinden sollten, die großen gesellschaftlichen Konflikte wie Krieg, Revolution, Ökonomie und soziale Ungerechtigkeit darzustellen und diese Konflikte für die Zuschauer durchschaubar zu machen, um sie dazu zu bewegen, die Gesellschaft zum Besseren zu verändern. Berühmte Stücke sind zum Beispiel: „Baal“ (1918), „Trommeln in der Nacht“ (1919), „Die Dreigroschenoper“ (1928), „Mutter Courage und ihre Kinder“ (1939), „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ (1941), „Der kaukasische Kreidekreis“ (1944).

    Das Dokudrama ist als Rückblende konzipiert, bei der der „alte Brecht“, der von Burghart Klaußner gespielt wird, kurz vor seinem Tod 1956 sein Leben und sein künstlerisches Schaffen revuepassieren lässt, und im für Breloer typischen Stil des „offenen Forums“, bei dem historisches Originalfilmmaterial und Bilddokumente, Interviews und Spielszenen gemischt werden, gestaltet.

    Der erste Teil beschreibt Brechts Jugend, seine ersten Gehversuche als Künstler und seine ersten Erfolge bis 1933. In ihm spielt Tom Schilling die Hauptrolle.

    Der zweite Teil setzt 1947 in New York ein. Die Flucht aus Nazi-Deutschland und die Jahre im Exil werden also nur angerissen.

    Zunächst finde ich die Idee, sich dem „Phänomen Bert Brecht“ mithilfe einer Melange aus Fiktion und Dokumentation zu widmen, ansprechend, weil gerade die Interviews mit Zeitzeugen und Wegbegleitern sowie die Originalbilder von Brecht geeignet sein können, größere Nähe und Privatheit zu schaffen. Und nicht zuletzt wegen dieses Stils ist Breloer etwa 2002 für "Die Manns" mit dem "Emmy" ausgezeichnet worden. Auch bei Filmen wie „Die Unsichtbaren - Wir wollen leben“ ist Claus Räfle diese Mischung zuletzt 2017 geglückt.

    Bei „Brecht“ aber führt das Collagenhafte mit seiner unruhigen Taktung zu einem sehr holprigen Erzählduktus und dem Eindruck, oberflächlich im Schweinsgalopp durch Brechts Leben getrieben zu werden. Statt sich Zeit zu nehmen für den Charakter Brechts, herauszuarbeiten, wer er (geworden) ist und warum, wer oder was ihn geprägt hat, werden diese Einflüsse und seine Lebensstationen (z.B. die Einstellung der Eltern, die lange, schwere Krankheit der Mutter, der Dienst als Sanitätssoldat, seine Herzkrankheit) mit dem Schwerpunkt auf seinen Frauengeschichten durchgepeitscht und kurze Blicke auf seine Werke und ihre Entstehung geworfen. Insbesondere nach Teil 1 fragte ich mich daher, warum dieser unscheinbare, egoistische und eigentlich ziemlich unsympathische, Frauen „überredende“ Schwerenöter, der auf seiner Gitarre klimpernd seltsame bis wirre Texte komponierte und zu Papier brachte, mit seinen Werken zu seiner Zeit so auffallen konnte, dass er berühmt wurde, was ihn, seine Ausstrahlung ausmachte, inwiefern er „in Besitz nahm“ oder zum „Menschenfresser“ wurde, denn aus dem Film erschloss sich mir das nicht.

    Teil 2 erklärt Brechts Wesen, seine Motivation, sein Anliegen, sein (Selbst)Verständnis besser und obendrein auch, dass „man ihn nicht kennen konnte“, wie es die Schauspielerin Regine Lutz im Interview ausdrückte.

    Die schauspielerischen Leistungen sagten mir zu, wobei Klaußners Darstellung des „alten Brecht“ naturgemäß wegen der größeren Lebenserfahrung -sowohl des Schauspielers als auch der darzustellenden Person- intensiver, ambivalenter und überzeugungskräftiger ausfällt als Tom Schillings selbstbewusster, kantiger (Um)Schwärmer.

    Eine wirklich starke Vorstellung liefert Adele Neuhauser als die Wienerin Helene „Helli“ Weigel (1900-1971), seit 1923 an Brechts Seite und die „Mutter der Kompanie“ in Brechts Theater. Außerdem sind Mala Emde als Mitschülerin Paula „Bi“ Banholzer im ersten Teil, Trine Dyrholm als Fotografin und Autorin Ruth Berlau im zweiten zu sehen.

    Ich musste mich durch „Brecht“, diesen Zwitter aus fiktionalem Drama und Dokumentation, durchkämpfen: Der Erzählstil ist mir zu sprunghaft und zu gehetzt. Breloer gelingt es meiner Meinung nach nur bedingt, auch biografisch-historisch genau und aufschlussreich die komplexe Persönlichkeit Bert Brechts interessant nahezubringen, fass- und begreifbar zu machen. Und leider weckt dieser Doku-Spielfilm wegen seiner Sperrigkeit auch keine helle Begeisterung dafür, sich mit Brechts Werken und Theaterstücken (wieder oder erstmals) zu befassen, ihre Kraft, das Revolutionäre und die Bedeutung zu ihrem Entstehungszeitpunkt zu erspüren und ihre aktuelle Relevanz als Gegenpol zu derzeitigen Entwicklungen oder zum heutigen Zeitgeist zu entdecken.

    Vielleicht ist dieser Eindruck dem jahrelangen Widerstand der Tochter Brechts geschuldet, die nur bestimmte Deutungen zur Person ihres Vaters und seines Œuvres zuließ, und dem Faktum, dass irgendwann die Zeit und die Geduld für ein tiefes Annähern an „Brecht“ -so nannte der Dramatiker sich selbst immer nur- ausgingen?

    Möglich aber auch, dass „Brecht“ und der darin porträtierte Dramatiker sich in ihrem spröden Charakter angleichen, was dann als eine besondere Qualität des Films gedeutet werden kann…

    PS: Premiere feierte „Brecht“ auf der „Berlinale“ 2019.

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    janein

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